Gespenster-Krimi 2.0 Nr. 204: Der Zorn des Wächters

Moderator: Michael

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Gespenster-Krimi 2.0 Nr. 204: Der Zorn des Wächters

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Gespenster-Krimi 2.0 Nr. 204: Der Zorn des Wächters

Beitrag von Das Gleichgewicht »

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Der Zorn des Wächters

Als der 19-jährige Toby Dolman tot im Wald Tywyll Coedwig aufgefunden wird, grausam aufgespießt von den Ästen einer Eiche, scheint jede Erklärung zu versagen. Die Geisterjägerin Lady Mildred Enderby und ihr scharfsinniger Butler Isaac Finley reisen nach Cyfrinach, um gemeinsam mit Inspektor Vince Ferrow Licht ins Dunkel zu bringen. Kurz darauf erfahren sie von einer Legende, die älter ist als das Dorf selbst. Der Urisk, ein Wesen zwischen Mensch und Naturgeist, soll über den Wald wachen und Eindringlinge bestrafen. Nachdem Isaac in einer unheimlichen Nacht mitansehen muss, wie ein weiterer Jugendlicher wie fremdgesteuert in den Forst gelockt wird, beschließt er, alles daranzusetzen, den Fall zu lösen ...

Geschrieben von Henry Cardell

Erscheinungsdatum: 01.08.2026
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Re: Gespenster-Krimi 2.0 Nr. 204: Der Zorn des Wächters

Beitrag von Das Gleichgewicht »

Henry Cardell mag besonders bei JS nicht die meisten Fans haben, aber ich freue mich.

Wollte den Autor schon anschreiben, ob überhaupt noch GKs von ihm kommen. Wie bei Musgrave Hall und Andreas Brauner kommen mir da viel zu selten Hefte raus. Arthur Winston natürlich auch.
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Re: Gespenster-Krimi 2.0 Nr. 204: Der Zorn des Wächters

Beitrag von Das Gleichgewicht »

Nach einer gefühlten Ewigkeit gibt es endlich wieder einen Fall für Isaac Finley. Oder eher für Detective Chief Inspector Ferrow, der Lady Enderby als Beraterin hinzuzieht, weshalb auch ihr Chefblutler mitmuss.

In einem Wald nahe Cyfrinach wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden. Der Mann wurde von Ästen eines Baumes aufgespießt, die offenbar im Zeitraffer durch ihn hindurchgewachsen sind. Während die Lady im Wald nach Spuren sucht, befragen Ferrow und Isaac im Ort die Leichenfinderin. Die war im Wald, weil sie ihre vermisste Tochter suchte. Als Übeltäter in beiden Fällen vermutet sie die lokale Sagengestalt des Urisk.

Weitere Befragungen bringen wenig Neues zutage, also übernachten Lady Enderby und Isaac hier in der obligatorischen Dorfkneipe, während der Inspector der Sache mit der vermissten Annabelle nachgeht. Isaac gönnt sich noch einen kleinen Spaziergang, als der Heftromanzufall zuschlägt. Er wird auf einen Mann aufmerksam, der wie in Trance auf den Wald zustolpert, und verfolgt ihn. Die Gegenseite versucht das mit einem magischen Sturm zu verhindern, der auch das nächste Opfer killt. Laub und kleine Zweige werden ihm in Mund und Nase gesogen, bis er erstickt. Zumindest lässt der Urisk Isaac leben, als das gigantische Wesen plötzlich auftaucht, um sicherzugehen, dass es sein Opfer wirklich erwischt hat. Isaac ist halt kein Geisterjäger, der sich einen Kampf leisten kann. Großartige Actionszenen darf man bei IF nicht erwarten. Lady Enderby meint, solche Naturdämonen töten normalerweise keine Unschuldigen. Das würde erklären, warum Isaac unbehelligt blieb. Aber welche Schuld haben die Opfer des Waldwesens dann auf sich geladen?

Einer Eingebung folgend schaut sich Isaac dann nochmal genau im Zimmer von Annabelle um und findet Zeichnungen des Mädchens mit dem Urisk. Damit sollte die Sache klar sein. Die Kerle haben Annabelle irgendwas angetan und jetzt rächt sich ihr Beschützer. Das wäre der Klassiker und IF erzählt gern klassische Gruselgeschichten.

Damit es spannend bleibt und der Autor seine Seiten voll bekommt, denken die Helden nicht so weit, wie ich. Aber da die beiden Toten zu einem Freundestrio gehörten, können auch sie sich denken, dass es bald den dritten im Bunde erwischen wird. Sie beschatten ihn und tatsächlich folgt der kurz darauf dem Ruf in den Wald. Dieser Mann soll von Wurzeln zerquetscht werden, was die Helden mit vereinten Kräften verhindern können. Sehr zum Missfallen des wütenden Walddämons. Bevor Isaac die Kreatur mit dem Silbermesser töten kann, greift Lady Enderby ein. Die hat sich wohl doch so viel zusammengereimt, wie ich. Sie kann den Waldwächter beruhigen, der zum Glück relativ intelligent ist und nicht komplett animalisch. Dann gesteht der Mann, den sie gerade gerettet haben. Das Trio wollte nur „etwas Spaß“ mit Annabelle haben, aber die hat sich gewehrt. Eine Vergewaltigung mit anschließendem „Spuren verwischen“. Der Klassiker der Klassiker. Da lohnt sich das Miträtseln für den Leser noch, obwohl es hier nicht so schwer war. Dem Naturgeist reicht es jedenfalls, dass der letzte Vergewaltiger verhaftet wird und er so seine Rache bekommt. Womit der Fall beendet wäre.



Nach den ganzen JS von IRH habe ich sowas gebraucht. Zum Runterkommen, zur Entschleunigung. Ich weiß, der Autor hat bei JS viele Kritiker und vielleicht passt sein Stil wirklich nicht zur großen Horrorserie unter dem neuen Hauptautor. Beim GK schätze ich die Abenteuer von Isaac und Lady Enderby sehr.

Hier gibt es eine unaufgeregte klassische Handlung. In gemäßigtem Tempo erzählt und ohne krasse Actionszenen. Ohne überraschende Schock-Wendungen am Ende. Als erfahrener Gruselheftleser kann man sich früh im Roman denken, in welche Richtung das gehen wird und so wird es dann auch aufgelöst. Neben der Schreibe mag ich die Protagonisten sehr, die haben alle Charme und sind keine übermächtigen Superhelden oder gebrochene tragischen Figuren.

Ich muss aber zugeben, dass der Roman vielleicht ein wenig zu ruhig ist. Gerade das Finale mit dem Waldwächter hätte mehr Spannung vertragen können. Dass Lady Enderby sich mit dem Wesen so einfach verständigen kann und es dann auf sein letztes Racheopfer verzichtet, macht es den Helden sehr einfach.

Da reicht es nicht mehr für ein Sehr Gut, sondern nur für ein GUT :D :D :D :D :D :D :D :| :| :| (6,5 von 10 Totenköpfen). Ich bin dennoch total zufrieden. Hoffentlich gibt es zukünftig öfter einen IF im GK und man muss nicht so ewig auf neue Geschichten warten.
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