Ella Roberts hat seltsame Träume von einem früheren Leben als Kriegerin. Damit wendet sie sich ausgerechnet an ihre gute Freundin Purdy Prentiss. Was für ein riesiger Zufall! Als Atlantis-Wiedergeborene, weiß Purdy direkt, was da los ist. Wobei sie anhand der Landschaftsbeschreibungen eher auf Aibon tippt. Ist Ella damit eine Aibon-Wiedergeborene oder einfach nur in ihrem früheren Leben von Atlantis nach Aibon gereist? Außerdem sieht Ella immer wieder kurz einen Tempelritter.
Purdy organisiert ein Treffen mit John, der bereits so ein Bauchgefühl hat, dass es sich bei dem Aibon-Tempelritter um Zigana handeln könnte. Bei Ella Roberts zeigt sich der Templer den ganzen Tag nicht, aber John wird in einem Park von ihm angesprochen. Es ist tatsächlich Zigana, der ihm eine Lazarus-Projektion schickt und John darum bittet, von ihm erlöst zu werden. Er steht wieder (oder immer noch) unter der Kontrolle des Aibon-Exorzisten und damit auf der Gegenseite. Bevor er John mehr erzählen kann, wird die Verbindung jedoch unterbrochen.
Bei John türmen sich alte und neue Fragen zu Lazarus und den neusten Entwicklungen. Und irgendwie muss er ja nach Lazarus kommen, was immer ein Problem ist. Mir hat diese Szene schon gereicht, um meine eher negativen Gefühle zu der Autorenbaustelle hervorzurufen.
Aber es gibt ja auch noch Ella Roberts. Wo ebenfalls alles ganz rätselhaft wird. Sie hat wieder eine Erinnerung an ihr früheres Leben, wo sie gegen Untote kämpft. Als sie diesmal erwacht, hat sie die Zombies irgendwie mit in ihre Wohnung gebracht. Zum Glück will in dem Augenblick John nochmal nach ihr schauen und trifft im perfekten Heftromantiming ein, um sie zu beschützen. Die Zombies ziehen sich über einen Spiegel wieder nach Aibon zurück oder werden von einer fremden Kraft geholt. Irgendwie sowas. Ich habe nach dem ersten Heftdrittel schon keine wirkliche Lust mehr auf die Geschichte und wünschte, es wäre anders.
Ella eröffnet John dann, dass sie adoptiert wurde und in einem Waisenhaus aufgewachsen ist. In Angels Home, natürlich. Kann es sein, dass sie mal Emma hieß und ihren Name geändert hat? Das ist nämlich das zweite Kind neben Gabriel Hannigan aus dem Waisenhaus, mit einer besonderen Verbindung zu Lazarus. Tatsächlich, früher hieß Ella mal Emma.
Zur Heftmitte taucht Zigana wieder auf, um Ella zu holen. Weil John so neugierig ist, gibt es aber erstmal eine Erzählstunde und eine Vergangenheitspassage im Jahr 1189 und die Erklärung, wie der Templer zu Zigana wurde. Währenddessen werden sie aber doch nach Aibon transportiert oder beginnen zumindest die magische Reise. Zum Glück kann Ella sich da in die Kriegerin verwandeln, die sie damals war. So hält sie sich die Diener des Exorzisten vom Hals, aber den Transfer kann sie nicht aufhalten. Das sieht schlecht für sie aus, aber in letzter Sekunde greift der Rote Ryan ein und holt sie auf die helle Seite Aibons. Der Aibon-Exorzist will sich das nicht bieten lassen und so kommt es zur Konfrontation. John und Zigana sind auch hier gelandet und können beim Kampf der Giganten nur zuschauen. Schließlich wird der Exorzist von einem Monsterbaum verschlungen.
Da Ella Roberts trotzdem noch als Werkzeug benutzt werden könnte, will der Rote Ryan vorsichtshalber auch sie töten. Er kann sich von Zigana jedoch überreden lassen, die Frau gehen zu lassen und stattdessen ihn zu nehmen. So wird aus dem Templer Zigana wieder der Artefaktsammler Zigana.
Wenigstens ging es diesmal nicht direkt in die Stadt Lazarus. Aber mit dem Themenkomplex hat der Roman genug zu tun. Aibon wird für mich immer mehr vom stimmigen Druiden-Reich zum beliebigen Fantasy-Schauplatz. Wäre Aibon von Anfang an das gewesen, was jetzt teilweise aus der Dimension gemacht wird, hätte ich sicher nie meine Liebe für den Schauplatz entdeckt.Bei der „Erweiterung“ von Atlantis durch IRH’s Taschenheftserie hat das für mich funktioniert, bei Aibon scheitert es auf ganzer Linie. Naja, jedenfalls MITTELmäßige

(6 von 10 Kreuzen) für dieses Heft für sich betrachtet.