Handlung: Abe Douglas fordert John, in einem brisanten Fall, zur Unterstützung an. Sechs Männer waren im Auftrag einer Ölgesellschaft in Alaska unterwegs gewesen, um das Gelände zu inspizieren, dass für künftige Ölbohrungen benötigt wurde. Dabei stießen sie auf die Kolonie der Werwölfe und teilten den Bewohnern mit, dass sie das Gebiet zu räumen hatten. Letztendlich gab es mit dem Piloten des Hubschraubers und Tyler Murdock, dem Schwager von Morganas Stellvertreterin Mary, nur zwei Überlebende des Unternehmens. Die anderen Männer und der Co-Pilot wurden mutmaßlich von Werwölfen gerissen. Nun sollen ausgerechnet Abe und John in dieser Angelegenheit für Ordnung sorgen und eine Lösung finden. Das größte Problem dabei war, dass die Werwölfe um Morgana das Land nicht freiwillig verlassen würden, obwohl es der US-Regierung gehörte und diese das Land weder an die Werwölfe noch an die Berserker verkauft hatte. Bevor John und Abe die schwere Fahrt zur Kolonie antreten können, müssen sie sich erst noch um ein Werwolf-Problem in Anchorage kümmern, weil die Verletzung von Tyler Murdock nicht folgenlos geblieben war. Werden John und Abe in diesem Fall zwischen die Fronten geraten?
Meinung: Erster Teil eines neuen Werwolf-Zweiteilers von Ian Rolf Hill. Der Titel gehörte zu der Kategorie von Titeln, die ich nicht besonders schätzte, weil sie zu viel vorab verrieten. Es gab danach eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder starb der entsprechende Charakter wirklich, dann war die Überraschung dahin. Starb er doch nicht, war man womöglich ebenfalls enttäuscht, weil man dann wiederum mehr erwartet hatte. Laut der Formulierung in der Vorankündigung blieb im Fall Morgana noch eine kleine Hintertür offen, weil ein „womöglich“ vor dem Titel gestanden hatte. In der selben Vorankündigung wechselte auch Denise Curtis das Geschlecht und wurde zu Dennis Curtis.
Ein wirklich tolles Titelbild zum Roman schuf wieder Thomas Greiwe mit KI – Software. Die angekündigte Handlung des Romans erinnerte mich stark an die Handlung des Films „Winnetous letzter Kampf“. Ein mächtiger Ölkonzern war auf die Kolonie der Werwölfe in Alaska aufmerksam geworden, weil es dort große Ölvorräte gab. Also fädelte der Konzern eine Intrige ein um die Werwölfe zu vertreiben, damit auf dem Grundstück der Kolonie Öl gefördert werden konnte. Von einem solchen Prozedere konnten auch die amerikanischen Ureinwohner eine Menge an traurigen Liedern singen. Ein gravierender Unterschied zu damals war aber, dass dieses Mal die US-Regierung leider im Recht war, weil ihr das Land gehörte.
Erneut musste auch in diesem Roman die Leser-Seite der Länge des Romans weichen. Ein kleiner Fehler unterlief Ian Rolf Hill bereits auf der Seite 10, rechte Spalte oben. Weil es die Werwölfe waren, die dem Asenbären Thor Asyl gewährten und sie in diesem Satz vor den Berserkern genannt wurden, hätte es im Text an dieser Stelle auch Erstere und nicht Letztere heißen müssen.
Bei Abe und Stephanie hing einmal mehr der Haussegen schief, weil Abe aufgrund seines Jobs kaum Zeit für seine Familie hatte. Erschwerend kam nun noch hinzu, dass das FBI Abe nun auch noch auf dieses ungewisse Himmelfahrtskommando nach Alaska schickte, gerade als Stephanie und Patricia ihn in New York besuchen wollten. Also begleite Abe zwar John nach Alaska, war allerdings dabei nicht gerade gut gelaunt. Schlechte Laune hatte auch Denise Curtis. Sie ging in der Wildnis auf die Suche nach ihrem Bruder Bär. Sie fand diesen auch, erkannte ihn aber nicht und verhielt sich dadurch falsch, weil sie der Situation doch noch nicht gewachsen war. Ehrlich gesagt wenn Denise zu den Charakteren gehören würde, die vor Band 2500 ausscheiden sollen, würde ich sie und das ständige Theater in ihrem Umfeld, ganz gewiss nicht vermissen. Selbst John und Morgana konnten ihren intimen Moment nicht auskosten, ohne von Denise als Spielverderberin belästigt zu werden, die plötzlich wieder in der Kolonie auftauchte, um bei Morgana zu duschen. Sturmfreie Bude ging eindeutig anders.
Die Eismagie an der Türklinke des Krankenzimmers und die Tatsache, dass sich Tyler Murdock entgegen der üblichen Gesetze noch vor dem Vollmond und sogar am Tag verwandeln konnte, gab mir zu denken. Hatte der unscheinbare Burke auch besondere Kräfte? Zumindest vermutete ich, dass sein Boss Balthazar Crane ein Erbe Lykaons sein konnte. Lykaon wollte ja mit Cranes Firma Ampec Oil fusionieren. War da doch noch mehr gelaufen als bisher bekannt wurde, bevor Lykaon starb?
Ian Rolf Hill steigerte sowohl mit diesen offenen Fragen, als auch mit dem immer stärker werdenden Konflikt zwischen Morgana und Clarke die Spannung immer mehr. Es gipfelte in einem finalen Zweikampf zwischen Morgana und Clarke, den Clarke für sich entscheiden konnte, obwohl Morgana schon wie die Siegerin aussah. Nur was hatte Morganas am Hals getroffen und woher kam der Gegenstand so plötzlich? War Morganas Schicksal und auch das der Kolonie nun endgültig besiegelt? Es gab noch viele offene Fragen in diesem Zweiteiler zu beantworten.
Zuvor stand erst einmal meine persönliche Bewertung für diesen Roman an, bei der ich mir noch Luft nach oben lassen wollte. Also entschied ich mich für die Note 2 = Gut und vergab 4 von 5 Kreuze an Ian Rolf Hill. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
