Die Aufhänger-Szene mit Diana, Robby und den Vogelscheuchendingern fand ich gut und auch atmosphärisch.
Hier und da wären vielleicht ein paar "Aktionen" noch gruseliger gewesen, anstatt sie nur zu beschreiben, aber auch so war es noch ok.
Dann wird Jamie "Cleverhead" Barley eingeführt. Allerdings nicht so, dass man sich als Leser selbst ein Bild von ihm machen könnte, sondern durch Johns Ansage wird schon vorweggenommen, dass der Typ nervt.
Kein guter Start für den armen Kerl.
Am Ende musste ich zugeben, dass ich Johns vorweggenommene Meinung teile. Der Typ nervt definitiv!
Trotzdem hat mir die Szene mit Tabbitha irgendwie gefallen. Vielleicht war es IHRE Art, wie sie mit diesem Schnösel umging. Das kleine Gespräch im Buchladen passte dazu und die Infos brachten einen ebenfalls weiter.
Auffällig ist, wie oft John sein Kreuz anfasst und es "befragt". Er verlässt sich in dieser Story fast nur darauf, wie es reagiert … oder eben nicht reagiert, quasi wie ein Detektor.
Witzig fand ich den Satz "Es blieb kalt, erwärmte sich nicht". Jau, ist irgendwie logisch … wenns kalt ist, isses nicht warm

Dass John und Suko diese "wir werden manipuliert und gehen ständig im Kreis" – Nummer erlebt haben, fand ich irgendwie befremdlich. Eigentlich schützt Johns Talisman ihn ja vor Manipulationen. Hier wurde es notdürftig mit Mächten erklärt, die das Kreuz nicht kennt. Das fühlte sich trotzdem nicht richtig an, irgendwie sogar eher unglaubwürdig, wenn man bedenkt, dass das Kreuz John sogar vor den Annäherungsversuchen des Todesnebel bewahrt und am Ende sogar das Keltenkreuz auf seinem Talisman erscheint.
Balor kann man wohl mit dem griechischen Polyphem vergleichen. Gut, ihre "Familiengeschichten" sind etwas anders, aber beide besitzen das auf Krawall gebürstete und sehr zerstörerische Auge.
Tatsächlich war dieser gigantische Balor am Ende aber nur ein Tur Tur …
Irgendwie scheint Jamie dann zwischendurch auch leicht unter Wahrnehmungsstörungen zu leiden, denn er bezeichnet John und Suko als seine Partner, anstatt als seine Vorgesetzten oder Ausbilder. Hier wäre es etwas stimmiger gekommen, wenn man die "Praktikanten/Azubi"-Nummer konsequent beibehalten hätte. Mal ganz abgesehen davon, dass er mit zu nem Einsatz fahren darf, bei dem noch nicht geklärt ist, um was es sich dabei überhaupt handelt und bei dem selbst John und Suko ziemlich ins Blaue fahren. Sie wissen lediglich, dass angeblich Vogelscheuchen einen Mord begangen haben sollen. Das ist alles … und Jamie ist mit seiner unfertigen Ausbildung in erster Linie Zivilist. Sein Mitkommen von Anfang an finde ich daher fragwürdig.
Genauso fragwürdig fand ich die Tatsache, dass er gleich alle Telefonnummern hat! Johns, Sukos und sogar die von El Cheffe Sir James?! Äh … nee. Da wäre es authentischer gewesen, er hätte generell im Büro oder auch beim Empfang von Scotland Yard angerufen, um "sein Telefon zu testen". Irgendwer ist ja immer da und hätte ihn schon mit Sir James verbunden, wenns wichtig wäre.
Ach ja … Sir James und sein ... Tischtennis-Match? Im CLUB?? Ernsthaft? Welchen Doppelgänger hatte Jamie denn da am Apparat, der scheinbar tut, wie der Alte, aber keene Ahnung hat, wie der tickt?? No comment!
Die ganze Unterhaltung mit Sir James klang aber auch sehr merkwürdig. Erst macht er sich keine Sorgen, dann ganz plötzlich räumt er ein, dass man sich Sorgen machen KÖNNTE, dann soll aber lieber noch gewartet werden und falls John und Suko in Gefahr wären, geht’s weiter. Jau, wie soll denn rauskommen, dass sie in Gefahr sind, wenn Jamie nix machen soll (was ja in dessen Position auch richtig ist)? Vielleicht hätte Sir James sich noch mit Fisher in Verbindung setzen und dem Knilch auf den Zahn fühlen können?!
Den Angriff der Vogelscheuchenpuppe auf Jamie fand ich dann schon wieder ganz cool, sowohl nett gemacht, wie auch geschrieben.
Nach seinem "Alptraum" mit der blutsaugenden Vogelscheuche schnappt er sich seine … BERETTA? Mit SILBERKUGELN?? Äh … auch neeee. Die Finanzabteilung beschwert sich eh schon immer über die teuren Kugeln und ne Zeitlang wurde doch mal lapidar in den Raum geworfen, die sogar wieder einzusammeln, sofern sie noch existierten. Und da soll ausgerechnet Sir James hingegangen sein und nem PRAKTIKANTEN oder meinetwegen auch AZUBI gleich ne mit Silberkugeln geladene Dienstwaffe auszuhändigen? Nee, bei aller Liebe … NEE!!
Mal ganz abgesehen davon, dass er noch in der Ausbildung ist, er kommt da in ne Abteilung, wo das meiste Zeugs eh vor der Öffentlichkeit verschwiegen wird, und es wundert einen ja schon, dass Sir James ihn da überhaupt reingesteckt hat, aber dass er einem UNERFAHRENEN noch NICHT-Polizisten gleich ne Beretta in die Hand drückt, ist ein Unding! Zumal niemand von Cleverhead weiß, wie der auf ne Gefahrensituation mit übernatürlichen Gegnern reagieren würde. Wer sagt denn, dass der nicht einfach panisch und wild um sich schießt?
Apropos … WENN Sir James ihm wirklich ne Waffe mitgegeben HÄTTE, wo war die denn, als John und Suko die erste Vogelscheuche erledigten und Jamie leichenblass nur zugeguckt hat?
Und als er dann die Puppe anhand der Blutspur verfolgen will und an ner Haustüre klingelt, zückt er nen … DIENSTAUSWEIS? Ehrlich jetzt?? Ein Praktikant erhält meist nur eine Identifikationskarte als Besucher oder Student, die nicht zu eigenständigen polizeilichen Maßnahmen berechtigt und müsste für einen Dienstausweis erstmal als Polizist vereidigt worden sein. Der fängt doch nicht gleich als Inspektor-Anwärter an … der braucht erstmal Praxis als Polizist!
Wobei … ist prinzipiell eh egal, da er nur wenig später auch schon als Beamter tituliert wird …
Grandma Thelema, die im Rollstuhl sitzt und die Puppen gebastelt hat, erzählt ihrer Enkelin Tabby, was es mit den Vogelscheuchenpuppen auf sich hat und dass Jamie jetzt "markiert" wurde, um geopfert zu werden. Und auch, dass Tabby ebenfalls eine Hexe ist, aber ihre Kräfte erst erwachen, wenn Thelema ins Gras beißt.
Dann klingelt mehrfach das Telefon und immer schnappt sich Grandma den Hörer, GEHT sogar immer in ein anderes Zimmer. Ah ja, kein Rollstuhl mehr, spontane Heilung?
Als der alte, schmeckleckende Doc Hawkins auftaucht, zwingt er Jamie mit nem Fingerschnippen unter seine Fuchtel und Thelema taucht ebenfalls an der Tür auf … im Rollstuhl. Und diesmal ROLLT sie auch voran, während Hawkins, Tabby und Jamie ihr folgen. Also doch keine spontane Heilung …
Im Dorf gibt’s dann einen einzigen Krämerladen … allerdings auch einen kleinen Supermarkt.
Ok, drücken wir mal ein Auge zu, dass der Krämerladen sich da noch halten kann

Dann will Tabby zu Jamie und schwupp, plötzlich erwachen ihre Hexenkräfte, obwohl Grandma noch ausdrücklich gesagt hatte, dass sie erst dahinscheiden muss.
Und dann hat Tabby auch noch Erinnerungen, was früher schon alles "seltsam" war, welche Eigenschaften sie hatte, die sie aber für normal hielt. Auch das passt nicht zu Omis Ansage, dass die Kräfte ihrer Enkelin erst mit dem Tod der Alten erwachen.
Später erinnert das Mädchen sich auch noch daran, dass sie seltsame Erinnerungslücken gehabt hat und vermutet Omi dahinter.
Bisschen späte Erklärung dafür, dass sie vielleicht und eventuell schon früher was gemerkt hat …
Dann kann sie sogar schon aus einer Türe eine solide Wand zaubern … ziemlich viel für jemanden, der eigentlich erst vor kaum zwei Stunden erfahren hat, angeblich ne Hexe zu sein. Und das eigentlich auch erst dann, wenn Omi den Löffel abgibt …
Am Ende entwickelt Johns Kreuz die Fähigkeit der Levitation!
Doch nicht nur das, denn auf der Rückseite erscheint ein Keltenkreuz mit Sigillen. Ok, so langsam dürfte des Kreuzes Rückseite doch mal wegen Überfüllung geschlossen sein?! Oder sind die "böse Engel"- Initialen mit deren Verschlundigung in Liliths Krakenbalg dann auch endgültig verschwunden?
Johns Talisman handelt dann völlig eigenmächtig, schwebt weiter in der Luft, dreht sich dann noch ein bisschen und schließlich schießt es genauso eigenmächtig auf Balor zu und vernichtet ihn kurzerhand. John braucht quasi gar nix zu machen.
Suko kommt derweil auch zum Devil’s Cross, findet aber, dass es nicht mehr dasselbe sei.
Naja, egal. Gucken kann man ja trotzdem.
Das alles passiert so schnell, dass fast alle Beteiligten nach einer knappen Seite Klopperei am Ende in Sir James Büro hocken und die Bösen, inkl. Hexenzirkel, gute/böse Vogelscheuchen und Dämon allesamt tot sind.
Na denn … da kann Tabby ihren Hexenkräften jetzt auch offiziell freien Lauf lassen, da Grandma Thelema nun ebenfalls dahingeschieden ist. Und das will Tabbitha sogar in London tun.
Cleverhead sieht sich derweil weniger als aktiver Geisterjäger, sondern als Cleverbrain im Hintergrund. Da das Praktikum ein Wunschkonzert zu sein scheint, sucht er sich dann für die restliche Zeit einfach aus, selbige hinter nem PC zu verbringen. Und da hier abermals von einem PRAKTIKUM die Rede ist, macht die Sache mit der Beretta und dem Dienstausweis so gar keinen Sinn, weil er beides niemals bekommen hätte.
Zumal Jamie beides auch nicht brauchte. Die Beretta steckte er nur ein, den "Dienstausweis" konnte er gleich wieder wegstecken, nachdem Tabby es war, die ihm die Tür öffnete.
Weshalb beide Sachen trotzdem eingebracht wurden, ist mir leider total schleierhaft …
Also gut …
Der Anfang war schön atmosphärisch, die Geschehnisse eindrücklich und bildhaft beschrieben.
Dann wurde es mit Jamie Barley etwas nervig und mit gewissen Handlungsweisen/Gegenständen auch zunehmend unglaubwürdig. Lediglich die Szenen mit Jamie/Tabby im Buchladen und John/Suko auf der Suche nach Devil’s Cross, inkl. Vergangenheits-Sequenz waren dann wieder ziemlich cool und versprühten einen Hauch von Sinclair-Flair.
Auch wenn das Ende dann ziemlich platt und schnell daherkam, das Sinclair-Flair überwog für mich sämtliche "Patzer" und unlogischen Details, weil ich in letzter Zeit zu viel gelesen habe, das nur mäßig bis gar kein Sinclair-Feeling transportierte.
Hinzu kommt auch noch der Hinweis von Logan Dee selbst, dass dies womöglich sein letzter Sinclair gewesen sein könnte. Da wäre es interessant zu wissen, ob er darüber schon beim Schreiben informiert war oder erst nachher irgendwie erfahren hat, dass er höchstwahrscheinlich raus ist.
Cleverhead und Tabby sprechen dagegen, da sie wie ein Versuch wirken, als Autor ebenfalls noch ein paar Leute zur "Verjüngung" beizusteuern.
Irgendwie las sich dieser Roman für MICH an besagten Stellen daher so, als wenn er sagen wollte (ACHTUNG! REINE SPEKULATION MEINERSEITS!!) "Ich hau euch da jetzt nochn paar Klopper rein, seht zu, wie ihr damit klarkommt!"
Weil … wie sag ich das mal … weil ich noch nie oder nicht bewusst SO VIELE nicht stimmige Dinge in einem Dee-Roman zu lesen gekriegt habe!
Hier ist es ähnlich, wie mit dem Band davor: wegen Atmo, Sinclair-Flair, Vogelscheuchen-Thematik und Schreibstil gibt’s von mir dennoch ein echt gutes
GUT!
Bleibt abzuwarten, was und wenn ja, wie da noch was mit Jamie und Tabby passiert ... denn wenn es Dees letzter Roman gewesen sein sollte, müssen die ja entweder noch weg oder Jamie fungiert auch nach Band 2500 noch als "Cleverbrain" mit Recherchen, etc. im Hintergrund und macht Glenda damit ziemlich arbeitslos ...
Das
Cover gefiel mir diesmal eigentlich sogar ganz gut! Passend zum Inhalt, das Thema erkennbar im Vordergrund, dazu fand ich die Farbwahl sowohl natürlich als auch atmosphärisch
Auf der
LKS gibt’s einmal einen Werkstattbericht von Logan Dee und dann noch Infos aus der Redaktion.
Der Werkstattbericht enthüllt, warum und wie dieser Roman entstanden ist, was ich ganz interessant fand.
Bei uns gibt’s sogar vereinzelt noch Vogelscheuchen, aufm Land halt, die auch wie solche aussehen. Mehrheitlich wurden sie allerdings ausgetauscht gegen Pfähle, an denen leere Blechdosen baumeln, quasi ein Krach-Windspiel gegen Vogelattacken.
Die Redaktion informiert darüber, dass Castor Pollux in die dritte Runde geht, diesmal allerdings als 6-bändige Taschenheftserie, weils in diesem Format grad wohl am besten läuft.