Handlung: Unter einer Kirche in Draculas Geburtsstadt Sighisoara findet Marie Marek das gesuchte Blut-Manifest. Mit dessen Hilfe hoffen die Mareks ihren Sohn Alexandru retten zu können. Doch Maries Freude darüber währt nicht lange. Matei, ein Agent der Securitate, der bereits auf ihrer Spur war und Marie sogar in die Stadt fuhr, nimmt Marie und Frantisek fest und das Blut-Manifest an sich. Matei weist seine Gefangenen an zurück nach Petrila zu fahren. Trotz vorsichtiger Fahrweise werden die Mareks und ihr ungebetener Fahrgast auf schneeglatter Straße von einem Lieferwagen gerammt. Frantisek und Marie werden nach dem Aufprall bewusstlos. Als sie wieder erwachen, sind der Agent Matei, das Blut-Manifest und der Lieferwagen fort. Marie ist sicher, dass der zum Vampir gewordenen Abt Gabor den Lieferwagen fuhr. Er konnte sich also in der Zwischenzeit von seinen Fesseln befreien. Mit der Hilfe eines Bauern, der mit seinem Auto an der Unfallstelle hält, macht Frantisek das Wrack des Wartburg wieder fahrtüchtig. Danach setzt er mit Marie die Fahrt nach Petrila fort. Am Morgen erreichen sie schließlich ihren Heimatort und ihr Haus. Dort werden die Mareks bereits von der Direktorin der Securitate, Veruca, erwartet. Die Schwester von Lidia und Bredica lässt Marek festnehmen und nach einem für sie erfolglosen Verhör ins Gefängnis, der Polizeistation Petrila bringen. Marek hatte noch beim Verhör von Veruca, durch eine unbedachte Äußerung ihrerseits, erfahren, dass sein Sohn Alexandru ins sogenannte Hexenloch geworfen wurde. Ist Mareks Mission damit endgültig gescheitert?
Meinung: Auch der fünfte und vorletzte Band der Mini-Serie von Ian Rolf Hill, um Marek, den legendären Pfähler, erhielt ein sehr gutes Titelbild von Thomas Greiwe. Dieses wurde wiederum mit KI – Software erstellt. Die Handlung setzte Ian Rolf Hill spannend und abwechslungsreich fort. Alexandru saß bereits im sogenannten Hexenloch, bei Petrila, fest und litt immer wieder unter Draculas Erinnerungen, die dessen Geist in ihm, immer wieder nach oben spülte.
Seraphina saß immer noch auf der Kloster-Insel bei Snagov fest. Ihr Bruder war der tödlichen Falle zwar entkommen, trotzdem gelingt es Seraphina, ihn im zweiten Anlauf, doch noch zu vernichten. Gleichzeitig traf endlich Hilfe aus Tirgoviste ein. Dazu kam noch ein unerwarteter Joker, denn Myxin den Magier hatte ich auf keinen Fall in diesem Roman erwartet. Diese Überraschung war Ian Rolf Hill komplett gelungen.
Zeitlich spielte dieser Roman nun parallel zum JS Band 38 „Die Horror-Reiter“ . Myxin berichtete, dass sich John und Suko gerade in den Pyrenäen aufhielten und sich dort den Horror-Reitern entgegenstellten. Zu diesem Zeitpunkt besaß Myxin natürlich auch noch die Dämonenpeitsche. Mit dieser sollte Seraphina, unterstützt durch Goran, den Anführer der Schwarzen Vampire, Veruca vernichten. War in den Atlantis-Legenden noch Beela die Anführerin der Schwarzen Vampire gewesen, so war es, nachdem diese ihren Meister an den Schwarzen Tod verriet nun Goran geworden, der auch durch die legendäre Hunderter-Trilogie bekannt wurde. Nebenbei befreite Myxin auch noch Frantisek Marek aus dem Gefängnis. Marek sollte der Joker sein, falls Seraphina ihrer Aufgabe nicht gewachsen war.
Immer wieder lockerte Ian Rolf Hill die Handlung mit meist schwarzem Humor, an den passenden Stellen, unterhaltsam auf. Schließlich machten sich mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Interessen zum Hexenloch auf. Der Abt Gabor wollte sich an seinem Halbbruder rächen und dessen Rückkehr verhindern. Veruca und ihre Getreuen wollten Dracula endlich wiedererwecken, damit dieser zum Feldherrn des Schwarzen Tods wurde. Seraphina sollte wiederum, mit Gorans Hilfe, Veruca vernichten und Marek wollte noch seinen Sohn retten. Dazu lauerte im Hintergrund Myxin als Zünglein an der Waage.
Mit dieser Konstellation treib Ian Rolf Hill die Spannung dem Höhepunkt entgegen. Dabei überraschte er auch noch mit unerwarteten Enthüllungen. Veruca schuf aus dem Blut-Manifest den Blutstein, der viele Jahre später auch Dracula II noch schützen sollte. Durch den Blutstein widerstand Dracula sogar, Mareks Versuch ihn zu pfählen, was mich wiederum sehr überraschte. Eine weitere Enthüllung, über die später nicht mehr gesprochen wurde war, dass Marek bereits vor Suko die Dämonenpeitsche nutzte und mit ihr kämpfte, weil Mayxin sie ihm zur Verfügung stellte. Zur tragischsten Figur in diesem Ränkespiel war zweifellos Seraphina geworden. Durch den Biss ihres Bruders Juri wurde sie zur Werwölfin. Veruca hatte mit Juri eine bislang einzigartige Mischung aus Vampir und Werwolf geschaffen.
Zum Schluss war ich natürlich sehr gespannt darauf wie diese Mini-Serie enden würde. Diesen wieder erneut spannenden und auch überraschenden Roman, der besonders im letzten Drittel noch einmal richtig Fahrt aufnahm, bewertete ich mit der Note 2 = Gut und vergab dazu passend 4 von 5 Eichenpflöcken an Ian Rolf Hill. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
