Handlung: Kurz vor Feierabend erhält John von Sir James noch den Auftrag sich um eine, aus dem Rahmen gelaufene, Geburtstagsparty zu kümmern. John trifft am Tatort ein und wird dort von Streifenpolizisten empfangen und über die Vorgänge aufgeklärt. Eine junge Frau, mit schwarzen Augen und extrem bleicher Haut, lief Amok. John kann die Frau, namens Shelly, stellen. Shelly wird nach einer Berührung mit Johns Kreuz wieder normal. Die Ursache für die Verwandlung war ein sogenanntes Black Zine, dass ihr die Gastgeberin Lucy gab. John konnte sich alles noch einmal als Video ansehen, dass Lucy aufgenommen hatte. Das Black Zine selber zerfiel nach dem Lesen zu Asche. Empfängliche Personen, die ein Black Zine lasen, sollten wahnsinnig werden und im Extremfall sogar ihre Seele verlieren. Johns nächste Anlaufstelle ist das „Forbidden City“ ein Comic-Laden aus dem das Black Zine von Lucy stammte. Wird John dort Hinweise erhalten, die ihn zur Urheberquelle der Black Zines führen, bevor diese selbst erstellten Hefte noch mehr Unheil anrichteten?
Meinung: Ein weiterer Sinclair – Roman von Thomas Williams. Das gute Titelbild dazu stammte von der Agentur Shutterstock. Es zeigte eine beängstigend wütende Frau mit einem Hammer zwischen Buchregalen, die mit Comic-Heften gefüllt waren. Bei der Frau sollte es sich wohl um Gwen handeln, die aber im Roman blonde Haare hatte.
Thomas schrieb den Roman zunächst packend mit einem guten Schreibstil, der nahezu ohne Fehler auskam. Auffällig wurde nur, dass auf der Seite 48, rechte Spalte unten, in der wörtlichen Rede von John offensichtlich mindestens zwei Wörter fehlten. Sinnvoll wurden Johns Sätze nur, wenn zum Beispiel die beiden Worte „muss mir“ eingefügt würden. Ansonsten gab es an den passenden Stellen auch immer wieder Anspielungen mit einem erfrischenden situationsbedingtem Humor.
Eine große Überraschung war für mich gewesen, dass der Sinclair – Leser und Gespenster-Krimi-Autor Alexander Weisheit erneut in einer kleinen Rolle mitwirken durfte. Er trat wieder als sein Alter Ego, der Londoner Buchhändler Alexander Wise auf, um John eine kurze Beratung zum Fall zu geben. Diese Szene war ähnlich angelegt worden, als wenn der Staatsanwalt, in der gleichnamigen TV-Serie, seinen Freund einen Imbisswagenbesitzer aufsuchte und mit ihm über den aktuellen Fall sprach, um neue Denkansätze zu erhalten. Sogenannte Black Zines , die Thomas zu diesem Roman inspirierten, gab es natürlich auch real, als selbst erstellte Hefte, allerdings nicht mit der Art und Wirkung wie sie in diesem Roman dargestellt wurden.
Der Roman begann damit, dass Dave und Gwen, die in einem Kino arbeiteten und nach Feierabend noch einen Burger – Imbiss suchten, in einer dunklen Gasse überfallen und zum Lesen von Black Zines gezwungen wurden. Johns Eintritt in den Fall und sein damit verbundener Ermittlungsansatz basierten aber zunächst auf einem anderen Vorfall. Parallel dazu erzählte Thomas, was ein weiteres Black Zine in einer WG anrichtete. Außerdem trafen sich Mitglieder einer Selbsthilfegruppe, die allesamt nahe Angehörige verloren, zu einer seltsamen Therapie auf einem Bauernhof außerhalb von London. Genug abwechslungsreiche Perspektiven waren also vorhanden, allerdings haperte es später daran diese verschiedenen Handlungsstränge auch sinnvoll zu vereinen.
Der Schluss wirkte nämlich dann doch eher überhastet und auch konstruiert. Zum Beispiel wollte das plötzliche Auftauchen von Phil auf dem Bauernhof nicht recht zur vorherigen Handlung passen. Das gleiche galt auch für Dave und Gwen, sowie die insgesamt wenig überzeugende Zusammenführung der einzelnen Handlungsteile. Dazu kam, dass es eigentlich völlig unrealistisch war, dass John allein und ohne jegliche Rückendeckung auf dem Hof agierte.
Trotzdem war es insgesamt zumindest in der ersten Hälfte ein recht guter Roman gewesen, der aber besonders in der zweiten Hälfte spürbar nachließ und das anfängliche Niveau nicht halten konnte. Ich entschied mich am Ende dafür diesen Roman mit der Note 3 = Befriedigend und demnach mit 3 von 5 Kreuzen zu bewerten. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Gut ab.
