Handlung: Obwohl Zamorra , mit Hilfe von Nicole, mit äußerster Vorsicht eine präkolumbianische Götzenfigur untersucht, kann er nicht verhindern, dass der böse Fluch freigesetzt wird. Es gibt eine gewaltige Explosion, die sogar die Tür des Zauberzimmers aus dem Rahmen sprengt. Butler Thomas und Henry, die gerade das Zauberzimmer betreten wollen, kommen noch glimpflich davon. Thomas wird nur kurz bewusstlos. Henry wird an der Stirn verletzt und versinkt in eine tiefe anhaltende Ohnmacht. Er wird ins Krankenzimmer gebracht und dort abwechselnd von den Bewohnern des Châteaus betreut. Zamorra findet danach keine Ruhe mehr. Seine Unruhe wird bestätigt, als er eine Beschädigung der M-Abwehr spürt. Tatsächlich ist Thomas dabei sie zu zerstören. Er rechtfertigt seine Tat mit der Aussage, dass er auf Befehl des Spiritus Rector handelte. Eine tätliche Auseinandersetzung mit Thomas endet damit, dass sich Thomas den Kopf stößt und bewusstlos wird. Als Thomas wieder zu sich kommt, ist er vom Bann befreit und wieder Herr seiner Sinne. Zamorra befürchtet, dass noch weitere Bewohner des Châteaus in den Bann des mysteriösen Spiritus Rector gelangen können.
Meinung: Ein Roman von Michael Mühlehner, bei dem ich zum besseren Verständnis erst einmal einen Teil des Titels googeln musste. Das der Begriff „Spiritus Rector“ aus dem Lateinischen stammte lag noch auf der Hand. Er bedeutete so etwas wie „führender lenkender Geist“. Dann war ich mal gespannt darauf wessen Geist , in diesem Roman, wen führen oder lenken würde. Das Titelbild stammte von der Agentur Shutterstock und zeigte ein dunkles und geisterhaftes Wesen.
In der Parallelhandlung versuchte Eva Wagner mehr über das verschwundene Bildnis des Dorian Gray herauszufinden. Dabei geriet sie aber an eine kriminelle Bande, was sie wiederum in höchste Lebensgefahr brachte. Die Flucht gelang ihr nur durch die Hilfe und die Fähigkeiten von Feofax, ihrem kleinen Alraunen-Männchen.
Die Beschreibungen von Henrys Traumwelt empfand ich, besonders am Anfang, im Vergleich zur übrigen Handlung, sehr langatmig und ermüdend. Hier hätte sich Michael ruhig kürzer und kompakter fassen können. Das wäre meiner Ansicht nach, auch aus dramaturgischen Gründen besser gewesen. Wenn es ganz weggelassen worden wäre, wäre das Erscheinen des Spiritus Rector zumindest eine Zeitlang rätselhafter gewesen.
Auf der Seite 36 wurde aus Pascale Lafitte einmalig ein Patrice Lafitte. Dass war aber nur eine Kleinigkeit am Rande. Viele mehr als diese Namensverwechslung irritierte mich Michaels Auslegung über die Art und Weise wie Feofax genährt wurde. Eva säugte ihn an ihrer Brust und empfing dabei hin und wieder erotische Träume? Wer hatte sich den denn Quatsch ausgedacht? Womit sollte sie Feofax denn säugen, wenn sie gar nicht schwanger gewesen war? In den bisherigen Roman mit Eva Wagner wurde der Vorgang ganz anders geschildert. Immer wenn es nötig wurde und zu verantworten war nährte Eva ihren Familiar mit einigen Tropfen ihres Blutes. Dazu schnitt oder stach sie sich meist in einen Finger. Genauso gab es seit 50 Jahren erhabene Symbole auf dem Amulett. Michael machte daraus in das Metall eingravierte Symbole und Zeichen. Dieses geschah schon gleich am Anfang des Romans. Vielleicht hatte Michael in diesem Fall das gleiche gemeint aber ungeschickt beschrieben.
Der Spiritus Rector bestand aus drei hochintelligenten Gehirnen und dem unheilvollen Geist eines toltekischen Dämons. Er leerte nicht nur den Kühlschrank in Sekundenschnelle. Er verwandelte auch Teile des Châteaus in ein altertümliches Spukschloss und manipulierte dessen Bewohner nahezu nach Belieben. Wen er nicht benötigte, den legte er schlafen. So versanken zum Beispiel Faolan, Pascale Lafitte und die Bewohner von Saint Cyriac im Dornröschenschlaf.
Zum Finale lieferten sich der Meister des Übersinnlichen und der Spiritus Rector einen atemberaubenden Kampf. Kurz bevor Zamorra unterlag, wurde der Kampf durch einen Alraunen-Schrei entschieden. In der Gesamtbetrachtung des Romans, fielen Michaels geschilderte Fehler in der Serienhistorie negativ ins Gewicht. Positiv war aber die Idee, als erster Autor aufzuzeigen ,welche gewaltigen Kräfte in Henry schlummerten und wie gefährlich es werden konnte, wenn diese negativ aufgeladen wurden. Henrys Kräfte konnten je nach Verwendung großes Heil, aber auch furchtbares Unheil bringen. Sicherlich ein Charakter, der für die Zukunft noch viel Potential versprach.
Final entschied ich mich dafür, diesen Roman mit der Note 3 = Befriedigend und dementsprechend mit 3 von 5 Amuletten zu bewerten. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich noch mit einem knappen
Gut ab.
