Handlung: Auf Anforderung der ägyptischen Regierung fliegt John nach Kairo und wird am Flughafen vom Grabungsleiter Farouk al-Hamsi und dem Abgesandten des Ministeriums für ägyptische Kultur Tariq Fattah abgeholt. Im Keller des neuen Museums erzählen die Gastgeber John die Geschichte der Königin Anchesenamun und dass bei Ausgrabungen in Amarna das mutmaßliche Grab der Königin, unter dem ehemaligen Aton-Tempel, gefunden wurde. Gleichzeitig warnten aber Hieroglyphen an der Wand des Vorraums vor einem Zombie und Vampiren. Also soll John mit nach Amarna fahren, um vor Ort zu sein wenn das Grab von Anchesenamun geöffnet wird, damit er Schlimmeres verhindern kann. John ahnt noch nicht, dass sie Amarna zu spät erreichen werden, weil zwei Archäologen, entgegen Farouks Weisung, das Grab zur gleichen Zeit eigenmächtig öffnen.
Meinung: Was für Stefan Hensch gerade erst in der Zamorra-Serie galt, hatte auch für Marlene Klein Gültigkeit. Auch für Marlene war dieser Roman der erste Teil ihres ersten Zweiteilers für die John Sinclair – Serie. Auf der Leser-Seite gewährte Marlene in einem Werkstattbericht informative Einblicke zur Entstehung und Entwicklung dieses Romans. Ich pflichtete ihr bei, dass Ägypten stets ein spannendes und faszinierendes Thema war, auch ohne Mumien. Nur die verschiedenen Verwandtschaftsverhältnisse waren schon ein wenig kompliziert. Um da perfekt durchzublicken bedarf es schon einer ausgiebigen Recherche.
So tat ich mich am Anfang des Romans erst ein wenig schwer in die Handlung hineinzufinden. Die ungewohnten Namen und Verwandtschaftsverhältnisse erschlugen mich fast und mussten erst einmal sortiert werden. Keine ganz einfache Kost, deswegen auch mein ausdrückliches Kompliment an Marlene für ihr fundiertes Hintergrundwissen. Zum Glück ging es John genauso wie mir. Auch er konnte, auf Seite 22, sich die ganzen Fakten, Namen und Familienverhältnisse nicht merken geschweige denn wiedergeben.
Meine vereinfachte Erkenntnis daraus war, dass die Ägypter vor nichts zurückschreckten wenn es um den Herrscherthron ging. Heiraten mit Minderjährigen oder Inzucht waren genauso an der Tagesordnung wie Intrigen und Macht. Beim Titel „Mord und Magie“ fiel mir auf, dass es in der Serie der erste M+M-Titel war, seit dem Klassiker „Macht und Mythos“
Persönlich lernte ich auch wieder etwas aus diesem Roman. Natürlich kannte ich Tutanchamun, wusste aber nicht, dass an die meisten Namen dieser königlichen Dynastie der Name eines Gottes angehängt wurde. Die einzige Ausnahme waren Eje und Haremhab. Bei den Namen aus diesem Roman waren das zum einen Amun und zum anderen Aton. Beide waren ägyptische Sonnengötter.
In der ersten Hälfte des Romans stand die Vorgeschichte, aus dem Jahr 1300 v. Chr., im Mittelpunkt, die am Tage des Todes von Pharao Eje begann und von Marlene sehr fesselnd geschrieben wurde. Einmal verzettelte sie sich allerdings mit ihren eigenen Namen: Beket-Amun hatte seinem ehemaligen Mentor, dem Wächter des zerstörten Aton-Tempels, Nefer-Aton, gegenüber sich wieder Beket-Aton genannt. Trotzdem sprach Nefer-Aton ihn auf der Seite 28, rechte Spalte, als Beket-Amun an, obwohl es hätte Beket-Aton heißen müssen. Auf Seite 29 fehlte die Überschrift „Gegenwart“ über dem Kapitel aus derselbigen. Auch an anderen Stellen war der Roman zwar nicht frei von Textfehlern, sie blieben aber innerhalb der Toleranzgrenze.
Amy Zayed bekam ihren mittlerweile dritten Auftritt in der Serie, der sehr sinnvoll war und der realen Person zusätzlich einen besonderen und spannenden Hintergrund gab. Sie war keine Geringere als eine Nachfahrin der legendären Königsgemahlin Anchesenamun. Zusammen mit Suko sollte auch sie aufgrund bestimmter Visionen nach Amarna reisen, ohne zu ahnen dass ihr eine Falle gestellt wurde. Interessehalber war ich Marlenes Rat gefolgt und hatte mich, bei Wikipedia, selber über Anchesenamun informiert. Dabei stellte ich fest das Marlene die geschichtlichen Fakten und Zusammenhänge in diesem Roman sehr genau schilderte und an den richtigen Stellen geschickt mit der Fiktion ergänzte. Ein Beispiel dafür, dass auch Geschichte ein Gruselkrimi sein konnte.
Zum Schluss steigerte Marlene die Spannung noch einmal geschickt durch kurze Kapitel und schnelle Szenenwechsel, bis hin zum spannenden Cliffhanger. Bevor ich mich dem zweiten Teil widmen konnte, entschied ich mich diesen Roman mit der Note 1 = Sehr gut und damit 5 von 5 Kreuzen zu bewerten. Auch als „Danke schön“ an Marlene für die aufwendige Recherchearbeit. Marlene knöpfte damit nahtlos an ihren bislang besten Roman „Wolfswinter“ an. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich dementsprechend mit
Top ab.
:thumbup: :buch: