Was habt ihr denn als letztes gelesen?
Moderator: Michael
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Olivaro Offline
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Das stimmt, und ich habe für mich selbst entschieden, dass da nichts mehr vom früheren Lesevergnügen übrig geblieben ist. Da hat der Zahn der Zeit (oder des Zeitgeistes) nicht nur daran genagt, sondern die Hexer-Stanley-Romane mit einem Happs verschlungen.Original von Waldfee
Mag am Alter liegen, aber mittlerweile ist mir das doch alles eine Spur zu albern geraten. Der verzweifelte Versuch, witzig zu sein, geht oftmals nach hinten los, zumal der Autor schwarzen Humor nicht unbedingt beherrscht (er möchte vielmehr gern schwarzhumorig sein). Die an vielen Stellen eingestreuten Kommentare des unbekannten Erzählers sind einfach überflüssig und nerven auf die Dauer ganz entschieden.
Ebenso wie fast alle anderen Gruselromane aus dieser Zeitepoche (die 70er- und frühen 80er-Jahre) auch. Wenn ich Rezis schreibe über diese Romane, dann versuche ich möglichst, mich an diese Zeit zu erinnern und so gut es geht in dieses Feeling einzutauchen. Täte ist dies nicht, dann würde kaum ein Roman mehr als höchstens 2 Punkte erhalten. Ein paar Ausnahmen würden die Regel bestätigen.Original von OlivaroDas stimmt, und ich habe für mich selbst entschieden, dass da nichts mehr vom früheren Lesevergnügen übrig geblieben ist. Da hat der Zahn der Zeit (oder des Zeitgeistes) nicht nur daran genagt, sondern die Hexer-Stanley-Romane mit einem Happs verschlungen.Original von Waldfee
Mag am Alter liegen, aber mittlerweile ist mir das doch alles eine Spur zu albern geraten. Der verzweifelte Versuch, witzig zu sein, geht oftmals nach hinten los, zumal der Autor schwarzen Humor nicht unbedingt beherrscht (er möchte vielmehr gern schwarzhumorig sein). Die an vielen Stellen eingestreuten Kommentare des unbekannten Erzählers sind einfach überflüssig und nerven auf die Dauer ganz entschieden.
Dies gilt leider auch für sehr viele Dan Shocker-Romane, die vielfach mit dem Zeitkolorit funktionieren und nicht wirklich zeitlos sind ...
Fay Stanhope: Die Gefangene von Grantville (Gaslicht - Krönung Bd. 329)
Man kann davon ausgehen, dass Verfasser Hans E. Ködelpeter das Lied "Laura Jane" von Howard Carpendale gekannt haben muss, denn die ersten etwa 16 Seiten sind im Prinzip eine Nacherzählung des Liedtextes. Leider verliert der Autor im Laufe der Handlung seine literarischen Tugenden, die ihn vor allem im VHR so viele unvergessliche Romane haben schreiben lassen. Die Handlung wird fortwährend konfuser, und der Schluss ist so zuckersüß geraten, dass der Leser nach der Lektüre einiges an Gewicht mehr auf die Waage bringt. Schade, dass der Meister des geschliffenen Dialoges nach starkem Beginn in eine solch schmalztriefende Räuberpistole abgleitet.
Und ein dicker Gaslicht-Gruß an Wildheart!
Man kann davon ausgehen, dass Verfasser Hans E. Ködelpeter das Lied "Laura Jane" von Howard Carpendale gekannt haben muss, denn die ersten etwa 16 Seiten sind im Prinzip eine Nacherzählung des Liedtextes. Leider verliert der Autor im Laufe der Handlung seine literarischen Tugenden, die ihn vor allem im VHR so viele unvergessliche Romane haben schreiben lassen. Die Handlung wird fortwährend konfuser, und der Schluss ist so zuckersüß geraten, dass der Leser nach der Lektüre einiges an Gewicht mehr auf die Waage bringt. Schade, dass der Meister des geschliffenen Dialoges nach starkem Beginn in eine solch schmalztriefende Räuberpistole abgleitet.
Und ein dicker Gaslicht-Gruß an Wildheart!
Sachbuch: Die Schlacht am Rosebud 1876
Verfasst von Dr. Albert Winkler
Erschienen im Verlag für Amerikanistik D. Kuegler
Ein sehr gut geschriebenes Buch betreffend den Sieg der Sioux- und Cheyenne-Stämme über die Armee unter General George Crooks Führung in dessen Feldzug im Wyoming-Territorium am 17.06.1876. Eine Woche vor George Armstrong Custers Untergang gegen dieselben Indianer, gegen die auch Crook nur mit viel Glück der totalen Vernichtung entging!
Es kommen beide Seiten in sehr vielen historisch belegten Aussagen zu Wort.
Lehrreich, ohne zu belehren ... :thumbup:
Verfasst von Dr. Albert Winkler
Erschienen im Verlag für Amerikanistik D. Kuegler
Ein sehr gut geschriebenes Buch betreffend den Sieg der Sioux- und Cheyenne-Stämme über die Armee unter General George Crooks Führung in dessen Feldzug im Wyoming-Territorium am 17.06.1876. Eine Woche vor George Armstrong Custers Untergang gegen dieselben Indianer, gegen die auch Crook nur mit viel Glück der totalen Vernichtung entging!
Es kommen beide Seiten in sehr vielen historisch belegten Aussagen zu Wort.
Lehrreich, ohne zu belehren ... :thumbup:
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Estrangain Offline
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Insel TB von 1975 mit Illustrationen von Ludwig Richter.Original von ShadowEin tolles Buch! :thumbup:Original von Estrangain
Robinson Crusoe, von Daniel Defoe.
Eine neuere oder eine ältere Ausgabe?
Heute abend beginne ich mit Brian Moore´s
Schwarzrock
Ein Roman über die Missionierung der "Wilden" des frühen 17. Jahrhunderts in den Woodlands von Nordamerika.
Der wurde doch auch verfilmt Anfang der 1990er-Jahre. Da bricht ein Jesuitenpater zu den Indianern auf und baut nur Sch..... mit seiner Missionierungssache.Original von Estrangain
Heute abend beginne ich mit Brian Moore´s
Schwarzrock
Ein Roman über die Missionierung der "Wilden" des frühen 17. Jahrhunderts in den Woodlands von Nordamerika.
Ich fand den Film nicht schlecht, aber international dürfte er nicht besonders angekommen sein ...
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Estrangain Offline
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Estrangain Offline
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Clarissa Ross: Flüsternde Schatten (Gaslicht-Taschenbuch Bd. 76)
Vielschreiber William Edward Daniel Ross hat mit diesem Werk weniger einen "Roman um Liebe und Geheimnis" (Reihenuntertitel) geschaffen, als vielmehr einen höchst veritablen Gruselroman.
Erzählt wird die Geschichte von Sarah, die bereits im Kindesalter durch ihre emotionale Kälte und berechnende Handlungsweise auffällt. Und es scheint, als wäre sie im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal zur Mörderin geworden; weitere Taten folgten, die von einer enormen kriminellen Energie zeugten. Der Leser nimmt in diesem Werk die Perspektive der Mutter ein, die zerrissen ist zwischen Zweifeln und der Liebe zu ihrem Kind. Letztendlich mündet die Handlung in eine Tragödie, die vermuten lässt, dass wohl die Seele eines längst verstorbenen Mädchens von Sarah Besitz ergriffen hat. Leider lässt der Autor den Leser nur an der Gedanken- und Gefühlswelt der Mutter teilhaben, jedoch nicht an der des Mädchens, was eine Wahrheitsfindung schwierig macht. Spannung und Dramatik bietet der Roman aber dennoch, weshalb man die letztendliche Antwort nicht allzu sehr vermisst.
Vielschreiber William Edward Daniel Ross hat mit diesem Werk weniger einen "Roman um Liebe und Geheimnis" (Reihenuntertitel) geschaffen, als vielmehr einen höchst veritablen Gruselroman.
Erzählt wird die Geschichte von Sarah, die bereits im Kindesalter durch ihre emotionale Kälte und berechnende Handlungsweise auffällt. Und es scheint, als wäre sie im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal zur Mörderin geworden; weitere Taten folgten, die von einer enormen kriminellen Energie zeugten. Der Leser nimmt in diesem Werk die Perspektive der Mutter ein, die zerrissen ist zwischen Zweifeln und der Liebe zu ihrem Kind. Letztendlich mündet die Handlung in eine Tragödie, die vermuten lässt, dass wohl die Seele eines längst verstorbenen Mädchens von Sarah Besitz ergriffen hat. Leider lässt der Autor den Leser nur an der Gedanken- und Gefühlswelt der Mutter teilhaben, jedoch nicht an der des Mädchens, was eine Wahrheitsfindung schwierig macht. Spannung und Dramatik bietet der Roman aber dennoch, weshalb man die letztendliche Antwort nicht allzu sehr vermisst.
