73 222 : Sarg-Legenden
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73 222 : Sarg-Legenden

Sarg-Legenden
Umschlagtext:
"Ich sage dir was, Conolly. Ich kann Geister filmen und ihre Stimmen aufnehmen."
Der Fotograf hatte lange auf den Reporter eingeredet, um ihn zu einem Ausflug nach Wales zu überreden. Die Spur der Geister führte sie zu einem kleinen Privatfriedhof am Rand eines Dorfes mit weltfremden Bewohnern. Dort erlebten Bill und sein Begleiter, daß alte Sarg-Legenden zu einer schrecklichen Realität werden konnten, in deren Strudel später auch Suko und ich hineingerissen wurden.
Erscheinungsdatum: 21.09.1999
Cover: Kenneth Barr
*** Eintracht Braunschweig ***
*** Tradition seit 1895 ***
*** Deutscher Meister 1967 ***
RE: 73 222 : Sarg-Legenden
eben die aktuelle Sonder-Edition 222 eingeschoben, wegen der schönen Nummer - und nicht bereut!
auf dem Privatfriedhof des Clans der Kilrains soll es spuken, die Toten sollen weiter herumgeistern, und einander allnachts alte Legenden zuflüstern - Sarg-Legenden... Doyle, ein Kumpel von Bill, der sich als Fotograf des Unmöglichen bezeichnet, will das Geschehen fotografieren, und die Geisterstimmen aufnehmen, Bill soll die Geschichte dazu schreiben. es kommt zur Konfrontation erst mit den Dorfbewohnern, dann mit der untoten Familie. in der zweiten Hälfte stoßen schließlich Suko und John dazu, und der räumt dann auf dem Friedhof so richtig auf.
eine Story im klassischen Gruselsetting mit vielen schaurigen Elementen und ein paar trashigen Horror-Einlagen, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. wenige sprachliche Hoppalas, das kann ich euch versprechen, gestolpert bin ich doch ein paar mal :
- Junge zu Bill: "Verwandte hat er dort nicht, das weiß ich genau."
Bill zum Jungen, zwei Absätze weiter: "Verwandte oder Bekannte hat er dort nicht, denke ich."
- "In London lebten die Connollys. Sheila zudem, Bills Frau." Also die Connollys und auch Sheila, die trotz Heirat offenbar nicht als eine Connolly durchgeht
- "Sie wussten, dass er verheiratet war, und einen Sohn besaß." Kinder als Besitztum
das Original-Tibi zeigt übrigens tatsächlich eine Szene aus dem Roman: Doyle rammt eine Eisenstange in einen Sarg, in dem ein Untoter liegt, durch die Wucht wird der Deckel hoch gefegt, und es spritzt das Blut ... der Illustrator Kenneth Barr hat einen Wikipedia -Eintrag, und müsste Doc Savage Fans ein Begriff sein:
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Ken_Barr
https://www.artnet.com/artists/ken-barr/
auf dem Privatfriedhof des Clans der Kilrains soll es spuken, die Toten sollen weiter herumgeistern, und einander allnachts alte Legenden zuflüstern - Sarg-Legenden... Doyle, ein Kumpel von Bill, der sich als Fotograf des Unmöglichen bezeichnet, will das Geschehen fotografieren, und die Geisterstimmen aufnehmen, Bill soll die Geschichte dazu schreiben. es kommt zur Konfrontation erst mit den Dorfbewohnern, dann mit der untoten Familie. in der zweiten Hälfte stoßen schließlich Suko und John dazu, und der räumt dann auf dem Friedhof so richtig auf.
eine Story im klassischen Gruselsetting mit vielen schaurigen Elementen und ein paar trashigen Horror-Einlagen, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. wenige sprachliche Hoppalas, das kann ich euch versprechen, gestolpert bin ich doch ein paar mal :
- Junge zu Bill: "Verwandte hat er dort nicht, das weiß ich genau."
Bill zum Jungen, zwei Absätze weiter: "Verwandte oder Bekannte hat er dort nicht, denke ich."
- "In London lebten die Connollys. Sheila zudem, Bills Frau." Also die Connollys und auch Sheila, die trotz Heirat offenbar nicht als eine Connolly durchgeht
- "Sie wussten, dass er verheiratet war, und einen Sohn besaß." Kinder als Besitztum
das Original-Tibi zeigt übrigens tatsächlich eine Szene aus dem Roman: Doyle rammt eine Eisenstange in einen Sarg, in dem ein Untoter liegt, durch die Wucht wird der Deckel hoch gefegt, und es spritzt das Blut ... der Illustrator Kenneth Barr hat einen Wikipedia -Eintrag, und müsste Doc Savage Fans ein Begriff sein:
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Ken_Barr
https://www.artnet.com/artists/ken-barr/
Klassischer Gruseler mit (ein) wenig Leerlauf, guter Atmo in einem Geisterdorf und hübschem Ausflug in Sheila Conollys Heim, wo John ihr zur Seite stehen muss, bevor er in die Haupthandlung eingreift.
Zuweilen kommt es mir so vor, als wüsste JD nicht, welche Dämonen er einsetzen will, bevor er sich dann doch für Geister entscheidet. Und die Unterhaltungen zwischen Bill und seinem "Freund" Doyle sind mir zu unsympathisch, aber das hindert nicht daran, das Taschenbuch flugs durchzulesen.
Zuweilen kommt es mir so vor, als wüsste JD nicht, welche Dämonen er einsetzen will, bevor er sich dann doch für Geister entscheidet. Und die Unterhaltungen zwischen Bill und seinem "Freund" Doyle sind mir zu unsympathisch, aber das hindert nicht daran, das Taschenbuch flugs durchzulesen.
- Das Gleichgewicht Offline
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Re: 73 222 : Sarg-Legenden
Spoiler
Bill Conolly ist wegen einer Sache in einem rückschrittlichen Klischeedorf unterwegs. Hier regelt man die Angelegenheiten noch auf die altmodische Art und mag keine Fremden. So bekommt er es gleich zu Beginn des Heftes mit dem Dorfschläger zu tun. Außerdem erfährt er vom kleinen Danny, dass die Leute irgendwie alles über Bill herausgefunden haben und einen Killer nach London schickten, um Sheila zu töten. Aha. Um ihn für seine Einmischung zu bestrafen oder wie? Ziemlich übertrieben und unglaubwürdig, aber dann gibt es wenigstens Action an zwei Schauplätzen. Als Bill zufällig davon erfährt, dass seine Frau in Gefahr ist, schickt er ihr John als Aufpasser.
Offenbar ist Bill wegen und mit seinem Fotografenfreund Harry Doyle hier, der auf dem Friedhof Fotos von den Geistern Verstorbener schießen will. Während Bill noch im Dorf ist, hört Harry Doyle auf dem Friedhof tatsächlich die Stimmen der Toten und sieht kurz darauf zwei Geister. Dann wird er ohnmächtig und später von Bill gefunden.
John ist bei Sheila eingetroffen und schaut sich wie üblich erstmal auf dem Grundstück um. Dort lauert der Killer schon auf ihn und greift ihn mit einer Schaufel an. Der Geisterjäger knockt den Kerl aus und befragt ihn. Danach fahren er und Suko Bill hinterher, um ihn zu unterstützen. Hier ist die Gefahr ja gebannt. Schneller als ich erwartet hätte, aber als kleiner Nebenschauplatz geht das schon klar.
Zurück zum Geisterfriedhof. Beweise für einen tollen Zeitungsartikel hat man immer noch keine. Aber Harry Doyle hat gehört, dass die Geister zum alten Herrenhaus wollten. Dort finden er und Bill vielleicht mehr heraus. Die erste Hälfte des Taschenbuches ist ein typischer Dark in ruhigem Tempo ohne zu viel Action und Horror, lässt sich als „Wohlfühlgrusel“ aber ganz gut lesen.
Bevor Harry und Bill den Totenacker verlassen können, bewegt sich die Erde und drückt einen Sarg nach oben. Darin liegt jemand. Ein Vampir. Außerdem melden sich die Geisterstimmen wieder und malträtieren die Ohren der beiden Reporter. Bill kann nur noch wegrennen, bis er den Friedhof verlassen hat. Harry Doyle hat nicht so viel Glück und der Vampir will ihn sich holen, doch Bill kann ihn mit einigen Heftromangückstreffern aus der Ferne erschießen. Die Silberkugeln tun ihr Werk. Lange freuen kann Bill sich nicht, denn da wird er von einigen Dörflern niedergeschlagen. Die müssen sich irgendwie angeschlichen haben.
Als John und Suko ankommen, machen sie sich erfolglos auf die Suche nach Bill. Wieder muss der kleine Danny als Stichwortgeber herhalten. Der hat seine Augen auch überall, wo es gerade gebraucht wird und quatscht gerne mit Fremden. Jedenfalls hat er gesehen, wie Bill ins Herrenhaus gebracht wurde. Dort werden die Geisterjäger schon von den Dörflern erwartet, die sie drängen, das Haus zu betreten und als Opfer für die dunklen Mächte herzuhalten. Das hatten John und Suko ja eh vor. Zumindest den ersten Teil.
Auch Bill und Harry Doyle wurden ins Herrenhaus verschleppt. Aber sie können sich frei bewegen. Weder wurden sie gefesselt, noch sind die Türen verschlossen. So stoßen sie auf die skelettierte Leiche der Ahnherrin, die plötzlich mit ihnen spricht, aber kein Zombie ist. Wohl eher ein von einem Geist besessenes Gerippe? Wenigstens ist sie nicht gefährlich, sondern nur gesprächig. Kurz darauf stoßen John und Suko zu ihnen und man tauscht sich erstmal in Ruhe aus. Ich hätte auf mehr Spannung in diesem Schauplatz gehofft. Naja, Suko macht dann kurzen Prozess und vernichtet die labernde Leiche mit der Dämonenpeitsche. Dann geht es zum Finale ab auf den Friedhof, um sich um die Geister zu kümmern. Die ja eigentlich zum Herrenhaus geschwebt sind und jetzt dort sein müssten, aber egal. Auf dem Friedhof ruft John in aller Ruhe die Kreuzformel und reinigt das Gelände damit. Die verbliebenen Geister „Tanzen“ auf das Kreuz zu und vergehen in dessen Licht.
Offenbar ist Bill wegen und mit seinem Fotografenfreund Harry Doyle hier, der auf dem Friedhof Fotos von den Geistern Verstorbener schießen will. Während Bill noch im Dorf ist, hört Harry Doyle auf dem Friedhof tatsächlich die Stimmen der Toten und sieht kurz darauf zwei Geister. Dann wird er ohnmächtig und später von Bill gefunden.
John ist bei Sheila eingetroffen und schaut sich wie üblich erstmal auf dem Grundstück um. Dort lauert der Killer schon auf ihn und greift ihn mit einer Schaufel an. Der Geisterjäger knockt den Kerl aus und befragt ihn. Danach fahren er und Suko Bill hinterher, um ihn zu unterstützen. Hier ist die Gefahr ja gebannt. Schneller als ich erwartet hätte, aber als kleiner Nebenschauplatz geht das schon klar.
Zurück zum Geisterfriedhof. Beweise für einen tollen Zeitungsartikel hat man immer noch keine. Aber Harry Doyle hat gehört, dass die Geister zum alten Herrenhaus wollten. Dort finden er und Bill vielleicht mehr heraus. Die erste Hälfte des Taschenbuches ist ein typischer Dark in ruhigem Tempo ohne zu viel Action und Horror, lässt sich als „Wohlfühlgrusel“ aber ganz gut lesen.
Bevor Harry und Bill den Totenacker verlassen können, bewegt sich die Erde und drückt einen Sarg nach oben. Darin liegt jemand. Ein Vampir. Außerdem melden sich die Geisterstimmen wieder und malträtieren die Ohren der beiden Reporter. Bill kann nur noch wegrennen, bis er den Friedhof verlassen hat. Harry Doyle hat nicht so viel Glück und der Vampir will ihn sich holen, doch Bill kann ihn mit einigen Heftromangückstreffern aus der Ferne erschießen. Die Silberkugeln tun ihr Werk. Lange freuen kann Bill sich nicht, denn da wird er von einigen Dörflern niedergeschlagen. Die müssen sich irgendwie angeschlichen haben.
Als John und Suko ankommen, machen sie sich erfolglos auf die Suche nach Bill. Wieder muss der kleine Danny als Stichwortgeber herhalten. Der hat seine Augen auch überall, wo es gerade gebraucht wird und quatscht gerne mit Fremden. Jedenfalls hat er gesehen, wie Bill ins Herrenhaus gebracht wurde. Dort werden die Geisterjäger schon von den Dörflern erwartet, die sie drängen, das Haus zu betreten und als Opfer für die dunklen Mächte herzuhalten. Das hatten John und Suko ja eh vor. Zumindest den ersten Teil.
Auch Bill und Harry Doyle wurden ins Herrenhaus verschleppt. Aber sie können sich frei bewegen. Weder wurden sie gefesselt, noch sind die Türen verschlossen. So stoßen sie auf die skelettierte Leiche der Ahnherrin, die plötzlich mit ihnen spricht, aber kein Zombie ist. Wohl eher ein von einem Geist besessenes Gerippe? Wenigstens ist sie nicht gefährlich, sondern nur gesprächig. Kurz darauf stoßen John und Suko zu ihnen und man tauscht sich erstmal in Ruhe aus. Ich hätte auf mehr Spannung in diesem Schauplatz gehofft. Naja, Suko macht dann kurzen Prozess und vernichtet die labernde Leiche mit der Dämonenpeitsche. Dann geht es zum Finale ab auf den Friedhof, um sich um die Geister zu kümmern. Die ja eigentlich zum Herrenhaus geschwebt sind und jetzt dort sein müssten, aber egal. Auf dem Friedhof ruft John in aller Ruhe die Kreuzformel und reinigt das Gelände damit. Die verbliebenen Geister „Tanzen“ auf das Kreuz zu und vergehen in dessen Licht.
Auch so einige Widersprüche sind unschön, wenn man genauer hinschaut. Da hat sich wohl wieder jemand kein Storykonzept gemacht.
Erst hat sich der letzte Kilrain zum Sterben in einen Sarg gelegt. So wurde er von den Dörflern gefunden, beerdigt und jetzt steht er im Roman als Vampir auf. Später heißt es aber, die Kilrains haben kollektiven Selbstmord begangen und sind jetzt Geister. Statt dem jüngsten Kilrain ist plötzlich der Vater ein Vampir. Und am Ende gibt es gar keinen Vampir mehr, da hat Dark ihn zum Zombie gemacht. Auch was die Geisterstimmen nun genau wollen und ob man sie nur bei Vollmond hört, solche Details ändert der Altmeister nach Belieben ab.
Weiterhin scheint es erst so, als würden die Dörfler unter dem Spuk leiden und keine Schnüffler hier wollen, damit sie weiter ihre Ruhe haben können. Später arbeiten sie aber plötzlich mit den Geistern zusammen und locken gezielt Leute an, um sie im Herrenhaus zu opfern. Apropos Herrenhaus. Das ist am Anfang des Romans ein mittelalterliches Schloss und wird erst später zum einfachen Haus.
Ich könnte jetzt so weiter machen, aber damit nimmt man sich bei JD den Lesespaß. Einfach genießen und nicht zu genau nachdenken. Es gab schon weitaus schlimmere Hefte, wo der Altmeister sich krassere Patzer geleistet hat und ich mich eher aufregte, als wie hier kurz mit den Augen zu rollen.
Für die Atmosphäre und grundsätzliche Geschichte hätte ich locker ein GUT vergeben. An Dark-Fans geht eine klare Empfehlung raus. Für alle anderen gibt es einige Details, die den Roman in der Wertung runterziehen. Aber ok, für mich reicht es trotzdem noch ganz knapp für ein GUT
Aktuelle Lesefavoriten:
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