Band 2467: Der Grabschläfer

Der Grabschläfer

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Das Gleichgewicht Online
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Re: Band 2467: Der Grabschläfer

Beitrag von Das Gleichgewicht »

Jules Baptiste ist ein Grabschläfer. Wenn er sich am Grab eines Toten schlafen legt, kann er mit dem Verstorbenen kommunizieren. Der verstorbene Vater eines Mädchens, für das er Gefühle hegt, sagt ihm zum Beispiel, dass dessen Schwiegermutter ihn getötet hat und sie sterben muss. Also greift Jules die Frau an. Was nur dazu führt, dass er in eine Anstalt eingeliefert wird und man ihm eine psychische Störung anhängt. Über die üblichen Umwege gelangt der Fall zur Spezialabteilung und John soll herausfinden, ob der Junge wirklich spinnt. Wenn John europaweit gestörte Menschen mit solchen Geschichten persönlich überprüft, müsste der Tag mehr als 24 Stunden haben. Der Aufhänger ist mir wieder zu konstruiert. Oder dass er Jane mitnimmt, weil er da so ein Bauchgefühl hat. Vielleicht kann IRH mich ja mit einem schönen Fall entschädigen. Das etwas ruhigere erste Heftdrittel gefällt mir schonmal sehr gut.

Vor Ort unterstützt werden sie von Kommissar Jean Voltaire, einem alten Bekannten. Da Jules kein Dämon ist, reagiert das Kreuz natürlich nicht auf ihn. Aber Johns Bauchgefühl – das wird wohl dieses Abenteuer ziemlich strapaziert werden – sagt ihm, dass der Junge die Wahrheit spricht. Am Grab finden sie auch keine paranormalen Spuren. Damit der Fall nicht jetzt schon beendet ist, bemerkt Jane, dass sie beobachtet werden. Von Camille Petit, Jules‘ Schwarm und die Stieftochter der vermeintlichen Mörderin. Sie befragen sie und natürlich ordnet das Bauchgefühl das Mädchen für sie ein.

Später begibt sich Jane nochmal allein zum Friedhof. Und wird fast von einem Wohnwagen überfahren. Da will wohl jemand lästige Schnüffler entsorgen. Ich kann mir auch schon denken, wer. Mhh, natürlich nur, wenn alles so ist, wie es scheint. Vielleicht hat auch Camille ihren eigenen Vater ermordet und Jules Baptiste ist eine Spielfigur in einer schwarzmagischen Intrige. Fände ich diesmal besonders unpassend. Der Roman hat eine gewisse Stimmung, wo ich einen klassischen Handlungsablauf ohne viel Schock und Drama besser fände. Man braucht nicht in jedem Roman eine total „unerwartete“ Wendung.

Jedenfalls folgen weitere normale Ermittlungen. Sie befragen die Stiefmutter Amelie Petit. Sie besitzt tatsächlich ein Wohnmobil, das wurde ihr aber gestohlen. Von ihrer Stieftochter Camille, die wirklich dahintersteckt? Jetzt meldet sich mal mein Bauchgefühl und was es mir sagt, gefällt mir gar nicht.

Später lassen John und Kommissar Voltaire das Grab ausheben, das leer ist. Und Jane schaut sich mal in Jules Wohnung um, die übel aussieht. Der Junge ist besessen vom Tod. Und damit sicher leicht zu beeinflussen.

Beweise sind das aber alles keine. Um den Übeltäter im letzten Heftviertel aus der Reserve zu locken, lassen sie Jules nochmal auf dem Grab schlafen. Wo kein Toter mehr liegt, aber das weiß Jules ja nicht. Und allgemein lässt er sich sehr einfach von Jane beeinflussen.

Natürlich taucht dann Camille auf. Und Jules spricht mit dem Toten, den es nicht gibt. Also hat er doch kein Grabschläfer-Talent. John stellt Camille zur Rede und lässt sie auffliegen. Dann geht alles ganz schnell, denn die Sache ist noch wilder, als ich vermutet hätte. Das vermeintliche Gerippe ist nur Fake gewesen. Camillas Vater Louis lebt noch und der taucht jetzt ebenfalls auf, um die Schnüffler zu erschießen. Die beiden stecken unter einer Decke. Sie wollten Jules dazu bringen, Amelie zu töten und sich dann mit ihrer Kohle ins Ausland absetzen. Es wird natürlich alles furchtbar dramatisch und chaotisch. Jeder schießt mal auf jeden oder wirft sich wütend auf jeden, jeder darf mal um jeden zittern. Es sind nur fünf Seiten, aber da dreht IRH wieder alles auf Maximum und bei mir kommt kein gutes Finalgefühl auf. Jane sieht rot und aktiviert ungewollt ihre Hexenkräfte, die Louis verbrennen. Camille wird von dem Anblick gebrochen und sich nie wieder erholen. Jules hatte schon vorher psychische Probleme und die Aktion von Camille hat ihm den Rest gegeben. Seelenschmerz und ewige psychische Narben für alle, juhu! Na gut, nicht für Jules. Der nimmt sich zwei Tage später das Leben, wie die Helden erfahren.




Puh. Das war mal wieder ein Wechselbad der Gefühle. Dass der Roman schön ruhig und nicht übertrieben begann, hätte ich schon als dunkles Omen sehen müssen, dass IRH die Aktion und das Drama an anderer Stelle nachholt.

Zur Heftmitte hat mir die Geschichte immer noch ganz gut gefallen. Auch wenn sich immer mehr herauskristallisierte, dass „alles ganz anders ist, als es scheint“. Ich habe die schockierende Wendung vorhergesehen. IRH kann halt nicht aus seiner Haut. Schade. Eine klassische Handlung ohne krasse Schocker hätte perfekt zu dem Roman gepasst.

Das Finale ist dann totales Actionchaos und Drama an allen Fronten. Extremes Drama. Das Gegenteil von Wohlfühlgrusel. Da wird niemand verschont. Jane tötet in blinder Wut mit ihren Hexenkräften einen Mann. Ein junges Mädchen zerbricht psychisch komplett. Und ein Junge sogar so sehr, dass er zwei Tage später Suizid begeht. Da legt man das Heft doch mit einem guten Gefühl beiseite und hat ein wohliges Gefühl im Bauch, oder?

Mir fällt die Bewertung echt schwer. Für mich persönlich hätte das so schön werden können, aber IRH musste es vermasseln. Inzwischen wäre es für mich die größte Überraschung, wenn der Autor mal einen Roman schreibt, wo es keine krasse Wendung gibt und der Bösewicht der ist, der es zu sein scheint. Wo keine Verbündeten zu Feinden werden und sich Opfer als Täter entpuppen.

Dem Einstieg würde ich ein Sehr Gut geben, dem Mittelteil ein GUT und dem Finale mit der Auflösung gern ein wütendes Schlecht. Im Endeffekt ein brauchbares
GUT :D :D :D :D :D :D :| :| :| :| (6 von 10 Kreuzen)

Das Hü hat geschrieben: Di Jun 16, 2026 10:42 am Aber demnächst möchte ich eine IRH-Bingo-Karte als Beilage für die sich wiederholenden Aspekte.
Wir beide teilen uns auch eine JS Gehirnzelle, denke ich manchmal. : :mrgreen:
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