Damona King Nr. 28 - Die Saat der Dämonen
- iceman76 Offline
- Site Admin
- Beiträge: 11145
- https://pl.pinterest.com/kuchnie_na_wymiar_warszawa/
- Registriert: Mo Sep 22, 2008 1:53 pm
- Wohnort: Gifkendorf
- Kontaktdaten:
Damona King Nr. 28 - Die Saat der Dämonen

Klappentext:
Seit Ewigkeiten trieb der kleine Meteoritenschwarm durch das Universum, Überrest eines Planeten, der durch den Feuersturm einer gewaltigen kosmischen Katastrophe sein unwiderrufliches Ende gefunden hatte. Es waren nur winzige, pfirsichkerngroße Splitter, scheinbar bedeutungslos für das Werden und Vergehen im Kosmos. Irgendwo würden sie ihr Ziel finden. Entweder eingefangen von der Gravitationskraft einer Riesensonne oder angezogen vom Schwerefeld eines Planeten. Harmlose kleine Steinchen waren es - selbst die schärfste wissenschaftliche Analyse hätte kein anderes Ergebnis hervorgebracht.
Doch ihre Kleinheit täuschte, denn ihrer Bedeutung nach besaß jedes davon das Gewicht eines Riesenplaneten. Sie waren angefüllt mit Leben. Mit unsäglich fremdartigem Leben. Durchtränkt bis tief in die Atomstruktur der Materie.
Dieses Leben war - nicht mehr - körperlicher Art, denn dann wäre ihm die kosmische Reise nicht möglich gewesen. Es war vielmehr reiner Geist, der sich tief in die Materie der Meteoriten eingegraben hatte.
*Autor: Boris Cormac*
Cover: Esteban Maroto
*** Eintracht Braunschweig ***
*** Tradition seit 1895 ***
*** Deutscher Meister 1967 ***
Re: Damona King Nr. 28 - Die Saat der Dämonen
"Schotten festen selten, doch wenn sie es tun, dann tun sie es gründlich!" tatsächlich kennt der Duden, anders als ich, das Zeitwort "festen", mensch lernt nie aus. und offenbar sollen wir viel lernen bei diesem Roman, Professor ähm Autor Theodor "Boris Cormac" Dombrowski belehrt uns in jeder zweiten Spalte mit Ausführungen nicht nur zu magischen Abläufen und kosmischen Geschehnissen sondern auch in parapsychischen Belangen und menschlichen Gefühlsverwirrungen...
doch der Reihe nach. wir sind in Oydale (Oy!), im schottischen Hochlande. Cullen, der Landlord eines örtlichen Pubs, entfernt Corrie, den Dorflandstreicher auf dergestalt brutale Art und Weise aus seiner Pinte, dass den anderen Gästen der Durst vergeht, und sie das Weite suchen. kurz danach wird Corrie, ebenso wie 12 weitere Dorfbewohner, von fremden Geistwesen aus dem Kosmos, den Szylonen (sic!), überfallen und übernommen. die körperliche Hülle der Menschen bleibt unversehrt, Seele und Geist werden verdrängt. nach und nach werden alle knapp 300 erwachsenen Dörfler umgewandelt, nur die Kinder, die werden weggesperrt, denn die Szylonen benötigen ihre Vitalenergie. sie wollen nämlich eine Brücke errichten zu kosmischen Potenzen, die selbst den Szylonen maßlos überlegen sind. diese dämonischen Existenzen können allerdings nicht von sich aus auf andere bewohnte Planeten kommen, sie müssen dazu eingeladen werden, und genau das bezwecken die Szylonen.
irgendwie gelangt dieses Verschwinden bzw. Erkranken der Kids auch in die Zeitungen, und so bekommt unser weißes Hexlein Wind davon. sie hat böse Vorahnungen, und begibt sich daher auf herkömmlichen Weg nach Oydale - sie nimmt das Auto anstatt zu teleportieren. denn:
"in Teleportersprung verursachte zwangsläufig im psychischen Raum eine Art Strukturerschütterung. Und auf diese Erschütterungen reagierten die Wesen der Tiefe besonders empfindlich. Und nicht nur diese Wesen! Damona wußte um die Existenz der kosmischen geistigen Potenzen. Es war nicht notwendig, ihnen alle Fähigkeiten vorzuführen, die sie besaß. Warum sollte sie den dämonischen Intelligenzen die Möglichkeit bieten, sich ein genaues Bild ihrer parapsychischen Kraft und seines Spektrums zu verschaffen."
Damona quartiert sich in der Kaschemme des alten Flannagan ein, das Dorf selbst ist wie ausgestorben und sie fragt ihn nach dem Grund dafür. dabei spürt sie, dass der Alte offenbar ein dämonisches Geheimnis hat, und ihr Parabewußtsein baut mittels psychischer Energie einen Schutzschild auf, von dem der Alte aber nix mitbekommt. auf einer alten Thing-Stätte auf einer Lichtung im nahen Wald fände gerade die "Taufe" der Dorfbewohner statt, so nennt der Wirt die Umwandlung. Damona schleicht sich in den Wald und erlebt das grausige Ereignis - der Kreis der zwölf lässe ein Kugelwesen entstehen, das entwickelt Tentakel, die sich in den Dörflern verankern, um ihnen die Seele auszupumpen und den dämonischen Geist einzuimpfen. das Kugelwesen wird auch auf Damona aufmerksam, und zerstört den mentalen Schutzschirm, den ihr Parabewußtsein selbständig gegenüber dem dämonischen Wirt aufgebaut hatte. Damona kann sich nur durch Teleportation retten.
zurück in Flannagans Absteige wartet eine magische Falle auf sie, für einen winzigen Augenblick sieht Damona die verschwimmenden Konturen einer affenartigen Bestie mit glühenden Augen und tödlichen Hauern im geöffneten Maul, sie kann das Vieh aber vernichten. dann kommt es zum Psychoduell mit dem alten Flannagan, Damona greift ihn an und erledigt ihn:
"Die Haut verfärbte sich, wurde dunkel, dann schwarz. Die Augen sanken tief in ihre Höhlen. Das Fleisch des Gesichts zerfiel, wurde zu einer amorphen Masse, die schnell verdampfte. Schon zeigten sich Knochen. Der Rumpf machte denselben schauerlichen Prozeß durch. Der Brustkorb sank zusammen, der Körper zerschmolz förmlich."
die verbleibenden 12 Dämonen beratschlagen, was zu tun sei, Vorrang hat die Errichtung der magischen Brücke zu den kosmischen Potenzen, die eine bewohnte Welt nur dann betreten dürfen, wenn sie gerufen werden. sie würden nicht bleiben, sondern lediglich die weiße Hexe erledigen und wieder verschwinden.
Damona verlässt das Dorf, dabei läuft ihr der Junge Larry über den Weg, der gerade noch so vor seinen ebenfalls umgewandelten Eltern fliehen konnte, sie nimmt ihn mit nach Edinburgh. im Traum kehrt ihr Geist auf die Thingstätte zurück, und erlebt, wie die ansässigen Dämonen ein Portal eröffnen, hinter dem ein Tunnel liegt, aus dem sich nun unaufhörlich unbeschreibliche Höllenkreaturen ergießen, zuerst über Schottland, bald über die ganze Welt.
der Geist von Damonas Hexenmutter Vanessa klinkt sich auch in den Traum ein, und erklärt Damona wieder einmal die Zusammenhänge - nichts anderes als die magische Brücke in den dämonischen Kosmos habe sie geschaut, und an ihr liege es jetzt auch, den Aufbau dieser Brücke zu verhindern. dazu müsse sie eine Reliquie aus dem untergegangen Reich Lemuria bergen. bevor dieses Imperium in den Fluten versank, projizierten einige tausend Lemurer ihre geistige Energie in einen Kristall. dummerweise liegt diese Reliquie heute in einer Höhle im Meeresgrund, und ist auch noch durch eine Zeitfalle geschützt.
Damona schickt im Traum zunächst ihren Geist auf die Suche nach dem Kristall, durch das Meer, durch seine dunklen Tiefen, durch das Gestein am Grund: "Die Zone des Lebens verschwand. Nur noch Leblosigkeit zeigte sich, die Leblosigkeit des Todes." unser Hexlein schafft es bis in einen unfassbar ausgestatteten Saal von imperialer Größe, an dessen Ende sich eine tintenschwarze Kugel von der Größe eines Globus befindet, umgeben und geschützt von einem Zeitfeld umgeben. dieses verügt über Intelligenz und diskutiert erstmal mit Damona, um sie so eingehend zu prüfen.
die Hexe erwacht in ihrem Hotelbett, und teleportiert jetzt mit Geist und Körper zurück in die Halle, und will sich den globusförmingen Kristall holen, doch als sie ihn berührt, wird ihr Geist hineingezogen. das Zeitfeld, das jetzt als Energiewesen auftritt, anerkennt Damona als würdig, sie nimmt die Kristallkugel an sich und teleportiert zurück ins Hotel. dann fährt sie mit dem Jungen zurück nach Oylade.
dort haben sich auf der Thingstätte schon die zwölf Dämonen und die über 200 übernommenen Dorfbewohner versammelt um die nagische Brücke heraufzubeschwören. sie schaffen es, das Portal zu bauen und den Tunnel zu eröffnen, da ist Damona heran, und setzt die geistige Energie der tausenden Lemurer frei. die zerstören das Portal und schneiden so den Zugang zur Erde ab, und sie vernichten alles Satanische in den besessenen Dorfbewohnern, deren Seelen zurückkehren und deren Leben wieder an jenem Zeitpunkt einsetzt, zu dem die Übernahme stattgefunden hat.
mein Senf 
was für ein verworrener Roman... zuerst der Inhalt.
die Fähigkeiten von Damona sind hier enorm - sie kann teleportieren und Gedanken lesen. in den Romanen der anderen Autoren heißt es hingegen, sie müsse in Todesgefahr sein, damit sich ihre Kräfte selbständig aktivieren, Damona könne das gar nicht steuern. dann kann sie hier ihr Parabewußtsein steuern als wäre es ein zweites Bewußtsein, das unabhängig existiert. sie kann sogar diesem Parabewußtsein befehlen, auch im Schlaf zu handeln und bei Gefahr zu teleportieren. all das war bei den anderen Autoren bislang schlicht nicht vorhanden. tja, zu viele Köche in der Küche...
was mir wiederum gut gefällt, ist das handwerkliche Vorgehen - zum Schutz malt Damona mit magischer Kreide abwehrende Symbole, spricht Beschwörungen, sie reinigt sogar ihr Hotelbett von ihren Haaren, damit diese nicht zu einem bösen Zauber verwendet werden können. dass sie einmal bloß den Hexenstein vor die Tür legt, erscheint mir dann aber doch wieder zu hanebüchen.
die dämonischen Existenzen, pardon: kosmischen Potenzen... können also nicht von sich aus auf bewohnte Welten kommen, sie müssen dazu eingeladen werden - da muss ich natürlich an Mephisto denken, der als edler Junker beim Dr. Faustus Einlass begehrt ("du must es dreimal sagen").
die Szylonen: Kampfstern Galactica wurde in Deutschland zum ersten mal am 22. März 1989 auf RTLplus ausgestrahlt (und seither immer mal wiederholt). Herr Dombrowski müsste also die Folgen in den USA gesehen haben, dort wurden sie erstmals 1978 gezeigt. unsere Szylonen hier können alles sein, Materie mittels Geist umformen nach Belieben, aber kein Leben erschaffen.
einerseits packt der Autor enorm viele Themen in die Geschichte - höllische Aliens, kosmische Dämonen, Lemurer, parapsychische Duelle, etc. - andererseits wird Platz geschunden mit irrelevanten Seitenhandlungen:
- da Damona laut Vanessas "magischer Messungen" noch Zeit hat, um den ominösen Lemurier-Kristall zu holen, macht sie mit Larry einen Tagesausflug auf Schloss Kingussie. diese Episode mit dem Schlossbesuch dient nicht eben der Spannung, immerhin konnte der Autor drei ganze Spalten füllen.
- Damona trifft auch ein Ärzteteam auf dem Weg nach Oydale, und beeinflusst es so, dass sie wieder kehrt machen. wieder ein paar Spalten gefüllt.
- an der Hotelbar in Edinburgh sitzt ein verliebtes Pärchen, und Damona fragt sich ein wenig sehnsüchtig: "Was eigentlich hatte sie von ihrem Jungsein? Hatte sie eigentlich was davon?" mit diesen und ähnlichen Gefühlsaufwallungen und Momenten des sich-selbst-Erkennens schafft der Autor drei weitere Spalten.
dann der Stil.
der Autor beschreibt Vorgänge und Gefühle in einem Ton, den ich als unangenehm belehrend empfinde:
- "Damona schlief sofort ein. Ihr Bewußtsein versank langsam in immer dunklere Tiefen", die "wie eine weiche, wärmende Decke" waren, "in die das Bewußtsein sich behaglich verkriechen kann. In diesem Zustand schwindet das Zeitempfinden völlig. Man ist außer der Zeit, lebt nicht mehr in ihr. Und erst dieser Zustand schenkt dem Körper die dringend notwendige Regeneration."
- Damona hatte lernen müssen, daß Friedfertigkeit dann ihr Ende finden muß, wenn die Würde - Würde der Seele - mit Füßen getreten wird. Geschieht das nicht, dann wird Friedfertigkeit zur Feigheit - auch wenn sie sich mit noch so hohlen Phrasen bemäntelt.
- Auch bei 'normalen' Menschen gibt es diesen Höhepunkt der Gefühle, oft ausgelöst durch das Zusammentreffen mehrerer glücklicher Umstände, sehr selten dagegen bewirkt durch das Hochschäumen einer starken, überquellenden Freude, die rational nicht zu erklären ist."
ich habe mich sowohl beim Lesen, als auch hier beim Besprechen sehr gequält. die Geschichte war nicht schlecht, aber mehr als ein mittel, oder 3 von 6 möglichen Punkten sind da wirklich nicht drinnen.
Anmerkung
auf der "Internet Speculative Fiction Database" erfahre ich immer wieder Wissenswertes zu Publikationen, ich lese neben Grusel ja auch gerne Science-Fiction und Fantasy. hier lerne ich einiges über Sirius, nicht den Stern, sondern das nach ihm benannte SF-Magazin, dessen Ausgabe #43 vom Januar 1980 dasselbe Tibi verwendet:
https://www.isfdb.org/cgi-bin/seriesgrid.cgi?36295
"Sirius war das bedeutendste SF-Magazin im ehemaligen Jugoslawien und Kroatien, es erschien kontinuierlich von 1976 bis Januar 1990, einerseits mit Geschichten aus aller Welt, andererseits mit Erstveröffentlichungen von neuen Autoren aus dem ehemaligen Jugoslawien. neben den Geschichten enthielt das Magazin auch ein Vorwort des Herausgebers, Essays, Diskussionen über die Geschichten sowie einen Austausch über Science-Fiction-Bücher und -Magazine. die 70er und 80er Jahre gelten als das Goldene Zeitalter der jugoslawischen und kroatischen Science-Fiction, und Sirius ist einer der Gründe dafür. in seiner Blütezeit hatte das Magazin eine Auflage von 40.000 Exemplaren und wurde 1980 und 1984 von der European Science Fiction Society in der Kategorie Prozine ausgezeichnet." soweit die ISFDB.
als Jugendlicher hatte mich auch immer die Werbung in diesen Heften fasziniert, hier zB
- für Kampfsport "Chinees (sic!) Kung-Fu". wer ist dieser Mann? 道常 heißt übrigens "der Weg ist ewig"...
- oder diese Kontaktanzeige, bei dem Text rotieren Konrad Dudens Überreste in der letzten Ruhestätte; Motivation zur Kontaktaufnahme soll offenbar die Rettung vor der Armut sein
doch der Reihe nach. wir sind in Oydale (Oy!), im schottischen Hochlande. Cullen, der Landlord eines örtlichen Pubs, entfernt Corrie, den Dorflandstreicher auf dergestalt brutale Art und Weise aus seiner Pinte, dass den anderen Gästen der Durst vergeht, und sie das Weite suchen. kurz danach wird Corrie, ebenso wie 12 weitere Dorfbewohner, von fremden Geistwesen aus dem Kosmos, den Szylonen (sic!), überfallen und übernommen. die körperliche Hülle der Menschen bleibt unversehrt, Seele und Geist werden verdrängt. nach und nach werden alle knapp 300 erwachsenen Dörfler umgewandelt, nur die Kinder, die werden weggesperrt, denn die Szylonen benötigen ihre Vitalenergie. sie wollen nämlich eine Brücke errichten zu kosmischen Potenzen, die selbst den Szylonen maßlos überlegen sind. diese dämonischen Existenzen können allerdings nicht von sich aus auf andere bewohnte Planeten kommen, sie müssen dazu eingeladen werden, und genau das bezwecken die Szylonen.
irgendwie gelangt dieses Verschwinden bzw. Erkranken der Kids auch in die Zeitungen, und so bekommt unser weißes Hexlein Wind davon. sie hat böse Vorahnungen, und begibt sich daher auf herkömmlichen Weg nach Oydale - sie nimmt das Auto anstatt zu teleportieren. denn:
"in Teleportersprung verursachte zwangsläufig im psychischen Raum eine Art Strukturerschütterung. Und auf diese Erschütterungen reagierten die Wesen der Tiefe besonders empfindlich. Und nicht nur diese Wesen! Damona wußte um die Existenz der kosmischen geistigen Potenzen. Es war nicht notwendig, ihnen alle Fähigkeiten vorzuführen, die sie besaß. Warum sollte sie den dämonischen Intelligenzen die Möglichkeit bieten, sich ein genaues Bild ihrer parapsychischen Kraft und seines Spektrums zu verschaffen."
Damona quartiert sich in der Kaschemme des alten Flannagan ein, das Dorf selbst ist wie ausgestorben und sie fragt ihn nach dem Grund dafür. dabei spürt sie, dass der Alte offenbar ein dämonisches Geheimnis hat, und ihr Parabewußtsein baut mittels psychischer Energie einen Schutzschild auf, von dem der Alte aber nix mitbekommt. auf einer alten Thing-Stätte auf einer Lichtung im nahen Wald fände gerade die "Taufe" der Dorfbewohner statt, so nennt der Wirt die Umwandlung. Damona schleicht sich in den Wald und erlebt das grausige Ereignis - der Kreis der zwölf lässe ein Kugelwesen entstehen, das entwickelt Tentakel, die sich in den Dörflern verankern, um ihnen die Seele auszupumpen und den dämonischen Geist einzuimpfen. das Kugelwesen wird auch auf Damona aufmerksam, und zerstört den mentalen Schutzschirm, den ihr Parabewußtsein selbständig gegenüber dem dämonischen Wirt aufgebaut hatte. Damona kann sich nur durch Teleportation retten.
zurück in Flannagans Absteige wartet eine magische Falle auf sie, für einen winzigen Augenblick sieht Damona die verschwimmenden Konturen einer affenartigen Bestie mit glühenden Augen und tödlichen Hauern im geöffneten Maul, sie kann das Vieh aber vernichten. dann kommt es zum Psychoduell mit dem alten Flannagan, Damona greift ihn an und erledigt ihn:
"Die Haut verfärbte sich, wurde dunkel, dann schwarz. Die Augen sanken tief in ihre Höhlen. Das Fleisch des Gesichts zerfiel, wurde zu einer amorphen Masse, die schnell verdampfte. Schon zeigten sich Knochen. Der Rumpf machte denselben schauerlichen Prozeß durch. Der Brustkorb sank zusammen, der Körper zerschmolz förmlich."
die verbleibenden 12 Dämonen beratschlagen, was zu tun sei, Vorrang hat die Errichtung der magischen Brücke zu den kosmischen Potenzen, die eine bewohnte Welt nur dann betreten dürfen, wenn sie gerufen werden. sie würden nicht bleiben, sondern lediglich die weiße Hexe erledigen und wieder verschwinden.
Damona verlässt das Dorf, dabei läuft ihr der Junge Larry über den Weg, der gerade noch so vor seinen ebenfalls umgewandelten Eltern fliehen konnte, sie nimmt ihn mit nach Edinburgh. im Traum kehrt ihr Geist auf die Thingstätte zurück, und erlebt, wie die ansässigen Dämonen ein Portal eröffnen, hinter dem ein Tunnel liegt, aus dem sich nun unaufhörlich unbeschreibliche Höllenkreaturen ergießen, zuerst über Schottland, bald über die ganze Welt.
der Geist von Damonas Hexenmutter Vanessa klinkt sich auch in den Traum ein, und erklärt Damona wieder einmal die Zusammenhänge - nichts anderes als die magische Brücke in den dämonischen Kosmos habe sie geschaut, und an ihr liege es jetzt auch, den Aufbau dieser Brücke zu verhindern. dazu müsse sie eine Reliquie aus dem untergegangen Reich Lemuria bergen. bevor dieses Imperium in den Fluten versank, projizierten einige tausend Lemurer ihre geistige Energie in einen Kristall. dummerweise liegt diese Reliquie heute in einer Höhle im Meeresgrund, und ist auch noch durch eine Zeitfalle geschützt.
Damona schickt im Traum zunächst ihren Geist auf die Suche nach dem Kristall, durch das Meer, durch seine dunklen Tiefen, durch das Gestein am Grund: "Die Zone des Lebens verschwand. Nur noch Leblosigkeit zeigte sich, die Leblosigkeit des Todes." unser Hexlein schafft es bis in einen unfassbar ausgestatteten Saal von imperialer Größe, an dessen Ende sich eine tintenschwarze Kugel von der Größe eines Globus befindet, umgeben und geschützt von einem Zeitfeld umgeben. dieses verügt über Intelligenz und diskutiert erstmal mit Damona, um sie so eingehend zu prüfen.
die Hexe erwacht in ihrem Hotelbett, und teleportiert jetzt mit Geist und Körper zurück in die Halle, und will sich den globusförmingen Kristall holen, doch als sie ihn berührt, wird ihr Geist hineingezogen. das Zeitfeld, das jetzt als Energiewesen auftritt, anerkennt Damona als würdig, sie nimmt die Kristallkugel an sich und teleportiert zurück ins Hotel. dann fährt sie mit dem Jungen zurück nach Oylade.
dort haben sich auf der Thingstätte schon die zwölf Dämonen und die über 200 übernommenen Dorfbewohner versammelt um die nagische Brücke heraufzubeschwören. sie schaffen es, das Portal zu bauen und den Tunnel zu eröffnen, da ist Damona heran, und setzt die geistige Energie der tausenden Lemurer frei. die zerstören das Portal und schneiden so den Zugang zur Erde ab, und sie vernichten alles Satanische in den besessenen Dorfbewohnern, deren Seelen zurückkehren und deren Leben wieder an jenem Zeitpunkt einsetzt, zu dem die Übernahme stattgefunden hat.
was für ein verworrener Roman... zuerst der Inhalt.
die Fähigkeiten von Damona sind hier enorm - sie kann teleportieren und Gedanken lesen. in den Romanen der anderen Autoren heißt es hingegen, sie müsse in Todesgefahr sein, damit sich ihre Kräfte selbständig aktivieren, Damona könne das gar nicht steuern. dann kann sie hier ihr Parabewußtsein steuern als wäre es ein zweites Bewußtsein, das unabhängig existiert. sie kann sogar diesem Parabewußtsein befehlen, auch im Schlaf zu handeln und bei Gefahr zu teleportieren. all das war bei den anderen Autoren bislang schlicht nicht vorhanden. tja, zu viele Köche in der Küche...
was mir wiederum gut gefällt, ist das handwerkliche Vorgehen - zum Schutz malt Damona mit magischer Kreide abwehrende Symbole, spricht Beschwörungen, sie reinigt sogar ihr Hotelbett von ihren Haaren, damit diese nicht zu einem bösen Zauber verwendet werden können. dass sie einmal bloß den Hexenstein vor die Tür legt, erscheint mir dann aber doch wieder zu hanebüchen.
die dämonischen Existenzen, pardon: kosmischen Potenzen... können also nicht von sich aus auf bewohnte Welten kommen, sie müssen dazu eingeladen werden - da muss ich natürlich an Mephisto denken, der als edler Junker beim Dr. Faustus Einlass begehrt ("du must es dreimal sagen").
die Szylonen: Kampfstern Galactica wurde in Deutschland zum ersten mal am 22. März 1989 auf RTLplus ausgestrahlt (und seither immer mal wiederholt). Herr Dombrowski müsste also die Folgen in den USA gesehen haben, dort wurden sie erstmals 1978 gezeigt. unsere Szylonen hier können alles sein, Materie mittels Geist umformen nach Belieben, aber kein Leben erschaffen.
einerseits packt der Autor enorm viele Themen in die Geschichte - höllische Aliens, kosmische Dämonen, Lemurer, parapsychische Duelle, etc. - andererseits wird Platz geschunden mit irrelevanten Seitenhandlungen:
- da Damona laut Vanessas "magischer Messungen" noch Zeit hat, um den ominösen Lemurier-Kristall zu holen, macht sie mit Larry einen Tagesausflug auf Schloss Kingussie. diese Episode mit dem Schlossbesuch dient nicht eben der Spannung, immerhin konnte der Autor drei ganze Spalten füllen.
- Damona trifft auch ein Ärzteteam auf dem Weg nach Oydale, und beeinflusst es so, dass sie wieder kehrt machen. wieder ein paar Spalten gefüllt.
- an der Hotelbar in Edinburgh sitzt ein verliebtes Pärchen, und Damona fragt sich ein wenig sehnsüchtig: "Was eigentlich hatte sie von ihrem Jungsein? Hatte sie eigentlich was davon?" mit diesen und ähnlichen Gefühlsaufwallungen und Momenten des sich-selbst-Erkennens schafft der Autor drei weitere Spalten.
dann der Stil.
der Autor beschreibt Vorgänge und Gefühle in einem Ton, den ich als unangenehm belehrend empfinde:
- "Damona schlief sofort ein. Ihr Bewußtsein versank langsam in immer dunklere Tiefen", die "wie eine weiche, wärmende Decke" waren, "in die das Bewußtsein sich behaglich verkriechen kann. In diesem Zustand schwindet das Zeitempfinden völlig. Man ist außer der Zeit, lebt nicht mehr in ihr. Und erst dieser Zustand schenkt dem Körper die dringend notwendige Regeneration."
- Damona hatte lernen müssen, daß Friedfertigkeit dann ihr Ende finden muß, wenn die Würde - Würde der Seele - mit Füßen getreten wird. Geschieht das nicht, dann wird Friedfertigkeit zur Feigheit - auch wenn sie sich mit noch so hohlen Phrasen bemäntelt.
- Auch bei 'normalen' Menschen gibt es diesen Höhepunkt der Gefühle, oft ausgelöst durch das Zusammentreffen mehrerer glücklicher Umstände, sehr selten dagegen bewirkt durch das Hochschäumen einer starken, überquellenden Freude, die rational nicht zu erklären ist."
ich habe mich sowohl beim Lesen, als auch hier beim Besprechen sehr gequält. die Geschichte war nicht schlecht, aber mehr als ein mittel, oder 3 von 6 möglichen Punkten sind da wirklich nicht drinnen.
Anmerkung
auf der "Internet Speculative Fiction Database" erfahre ich immer wieder Wissenswertes zu Publikationen, ich lese neben Grusel ja auch gerne Science-Fiction und Fantasy. hier lerne ich einiges über Sirius, nicht den Stern, sondern das nach ihm benannte SF-Magazin, dessen Ausgabe #43 vom Januar 1980 dasselbe Tibi verwendet:
https://www.isfdb.org/cgi-bin/seriesgrid.cgi?36295
"Sirius war das bedeutendste SF-Magazin im ehemaligen Jugoslawien und Kroatien, es erschien kontinuierlich von 1976 bis Januar 1990, einerseits mit Geschichten aus aller Welt, andererseits mit Erstveröffentlichungen von neuen Autoren aus dem ehemaligen Jugoslawien. neben den Geschichten enthielt das Magazin auch ein Vorwort des Herausgebers, Essays, Diskussionen über die Geschichten sowie einen Austausch über Science-Fiction-Bücher und -Magazine. die 70er und 80er Jahre gelten als das Goldene Zeitalter der jugoslawischen und kroatischen Science-Fiction, und Sirius ist einer der Gründe dafür. in seiner Blütezeit hatte das Magazin eine Auflage von 40.000 Exemplaren und wurde 1980 und 1984 von der European Science Fiction Society in der Kategorie Prozine ausgezeichnet." soweit die ISFDB.
als Jugendlicher hatte mich auch immer die Werbung in diesen Heften fasziniert, hier zB
- für Kampfsport "Chinees (sic!) Kung-Fu". wer ist dieser Mann? 道常 heißt übrigens "der Weg ist ewig"...
- oder diese Kontaktanzeige, bei dem Text rotieren Konrad Dudens Überreste in der letzten Ruhestätte; Motivation zur Kontaktaufnahme soll offenbar die Rettung vor der Armut sein