Band 2459: Der Super-Vampir

Der Super-Vampir

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Auserwählter Offline
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Beitrag von Auserwählter »

Hallo allerseits,

ich bin neu hier, habe aber einige Diskussionen verfolgt. Nun habe ich mich entschlossen, etwas aktiver zu werden.

Diesen Roman fand ich, wie den vorigen, zwar von der Grundidee gut und auch durchaus passabel geschrieben, aber war das Verhalten einiger Figuren doch sehr zweifelhaft.
Justine lässt sich in Handschellen legen und brav ins Auto setzen? (Ist sie nicht so kräftig, Handschellen zu zerreißen oder eine Tür von innen zu öffnen?) Sie springt einen Abgrund hinunter, auf die Gefahr hin als Matschepampe unten zu lassen, aber im Vertrauen, der Umhang sei schon echt? :wall:
Im Teil davor saugt sie im brennenden Gebäude jemanden aus, lässt sich wie eine Anfängerin übertölpeln und dazu noch von Zeugen sehen? Sie bekommt nicht mit, dass die Doktorarbeit brennt, weil sie so mit Schlürfen beschäftigt ist? Ich frage mich schon, wie sie bei so viel Dummheit und Unterwürfigkeit zur derzeit langlebigsten Blutsaugerin im Sinclair-Universum geworden ist...
John schlitzt sich die Pulsadern der Länge nach! auf, um Justine Blut zu geben? Und eine ihr Unbekannte macht das ebenfalls? Echt jetzt?
Wie man vielleicht sieht, hat dieser Roman bei mir mehr Frage- als Ausrufezeichen hinterlassen. Leider merkt man, dass hier ein neuer Gegner aufgebaut werden soll, so viele Möglichkeiten hat sie ja nicht.
Ich bin auch kein großer Freund von Marlene Klein, ich habe bei ihr nur bedingt ein Sinclair-Feeling, mit Schrecken denke ich als "Bodi" zurück...

Eines würde mich interessieren: Wo kann man etwas über die Veränderungen nach Band 2500 lesen? Davon habe ich erst hier erfahren, die Aussage macht mir schon etwas Sorgen. Hoffentlich kein "Wir zerstören alles und bauen es völlig neu wieder auf, dann wird alles gut!" Sowas geht immer schief. Änderungen sind ja normal und gut, aber bitte nicht alles auf einmal. :wall:
Zuletzt geändert von Auserwählter am Do Sep 04, 2025 7:39 pm, insgesamt 2-mal geändert.
Gucky67 Offline
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Beitrag von Gucky67 »

mein Senf zum Zweiteiler, den ich als eine Geschichte in einem Rutsch gelesen habe, findet ihr im Vorgänger. Bruch zwischen den Teilen habe ich keinen empfunden, war für mich aus einem Guss.
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Sinclair Offline
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Re: Band 2459: Der Super-Vampir

Beitrag von Sinclair »

Handlung: Durch die Zusammenarbeit von Christina Dick und Father Ignatius wird auch für John und Suko ein Privatjet organisiert, der sie von Birmingham nach Bukarest bringt. Dort treffen sie etwa zwei Stunden nach den Flüchtigen ein. Mit dem für sie bereitstehenden Auto fahren sie sofort zur Universität, die bereits von Polizeiwagen abgeriegelt ist. Nachdem sich John und Suko ausgewiesen haben, erfahren sie den Grund für den Einsatz. Eine angebliche Studentin, auf die die Beschreibung von Justine passt, randaliert im Keller. John stellt Justine, die auf der vergebliche Suche nach Srissroks Gehirn war, dass nicht mehr da ist. John nimmt Justine symbolisch fest. Danach kann er die Privatadresse des für den Artefakte-Keller verantwortlichen Professors Stoica in Erfahrung bringen. Zusammen mit Suko und Justine fährt John mit einem geliehenen Streifenwagen zum neuen Ziel. Als John und Suko durch die zerstörte Terrassentür in Stoicas Haus eindringen, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens. John trifft Hades mit drei Silberkugeln, die diesen aber nicht vernichten. Dafür verwandelt sich Corvin Hades in einen Raben und entkommt erneut. Er hatte also sein erstes Ziel erreicht. John und Suko beschließen sich zu trennen. Suko fliegt mit den geretteten Ryan und Joycelyn nach Sofia um dort den Mondstein, vor dem Zugriff von Corvin, zu sichern. John und Justine fahren nach Bran, wo sich der Legende nach Draculas Umhang befinden soll. Ist Corvin Hades überhaupt noch zu stoppen?

Meinung: Nach dem guten Auftakt war dieses nun der 2. Teil des ersten Vampir-Zweiteilers von Marlene Klein. Das Titelbild zum Roman war erneut eine mit KI – Software erstellte Eigenproduktion von Bastei Lübbe. Wenn ich mir die abgebildete Justine etwas genauer anschaute, war eine gewisse Ähnlichkeit mit der Autorin nicht von der Hand zu weisen. Der Titel klang dagegen ein wenig nach den Superhelden-Welten von Marvel oder DC. Ein witziger Schreibfehler hatte sich auf der Leser-Seite eingeschlichen. Dort war die Rede von Marke, dem Pfähler. Den Typen kannte ich aber bislang noch nicht. :)

Marlene begann diesen Roman mit einem Rückblick ins Jahr 1850. Dr. Vladimir Grigoric und sein Assistent Haberer jagten den berüchtigten Vampir Bojan Srissrok, zusammen mit Dorfbewohnern aus Rad. Haberer wurde das letzte Opfer des Vampirs, bevor ein mutiger Dorfbewohner den abgelenkten Srissrok pfählte. Grigoric entnahm dem vernichteten Vampir das Gehirn und brachte es zur Erforschung in die Universität nach Bukarest. Der bis dahin vermisste Haberer tauchte dort wieder auf, aß ein wenig von dem Gehirn und besaß danach die gleichen Kräfte wie Srissrok. Er verwandelte sich in einen Raben. Damit war das erste vampirische Artefakt geboren worden.

Auf den Seiten 39 und 40 unterlief Marlene aber erneut ein entscheidender Fehler im Text. Der legendäre Dracula war Vlad der III. Dracul gewesen und nicht Vlad der II., wie es im Text stand. Dieser war Draculas Vater gewesen. Da hatte Marlene nicht so gut recherchiert, wie zum Beispiel Ian Rolf Hill. Hätte sie mal vorher schon „Marek, der Pfähler“ gelesen, was leider vom Erscheinungstermin her nicht möglich war, wäre ihr dieser Fehler nicht passiert. :)

Dass Justine nicht Corvin verfolgte, sondern schnurstracks zur Universität lief, war ihr nächster folgenschwere Fehler gewesen. Der gerissene Corvin hatte Stoica bereits von London aus angewiesen, dass von ihm begehrte Artefakt mit in sein Privathaus zu nehmen, um es ihm dort zu übergeben. Nicht nur Justine, auch John und Suko verhielten sich in diesem Roman immer mal wieder naiv und unprofessionell. Beide ließen sich von Joycelyn übertölpeln. Dem Einen fuhr sie weg und der Andere ließ sich von ihr auf einfachste Art und Weise sein Kreuz stehlen. Dass das zweite Artefakt nur ein Fake war, musste Justine am eigenen Leib erkennen. Im naiven Vertrauen darauf, dass sie sich durch Draculas vermeintlichen Umhang in eine Fledermaus verwandeln würde, stürzte sie sich in die Tiefe, um Corvin zu folgen. Sie blieb unterhalb der Burg hilflos mit zerschmetterten Knochen liegen.

Damit gab es wieder eine ähnliche Situation mit Justine, wie schon vor einigen Jahren in der Urahn-Trilogie. Realistisch hätte sie damals schon unbedingt ihre Existenz aushauchen müssen. Weil dieses nicht geschah und John ihr auch noch half, hatte ich jahrelang Probleme mit dieser Romanfigur. Dass Marlene nun dem noch einen drauf setzte, schlug dem Fass den Boden aus und erzürnte mich zutiefst. Statt endlich seine verdammte Pflicht als Polizist und Sohn des Lichts zu tun und der hilflosen Justine endlich den Rest zu geben, fütterte John sie auch noch mit seinem Blut. Besonders nach den Ereignissen beim „Kampf um die Hölle“ war seine Reaktion für mich absolut unglaubwürdig. Wieder einmal hatte John es versäumt, dass sogenannte kalkulierte Risiko endlich bei Seite zu räumen. Justine müsste ja eigentlich ohnehin zu den alten Zöpfen gehören, deren Geschichte vor der Neuausrichtung beendet werden sollte. Ihre Vernichtung war schon seit langem überfällig. Dieses hier wäre eine exzellente Möglichkeit dafür gewesen.

Ich fragte mich auch ohnehin ob es sich, im Hinblick auf die Vorgabe der Neuausrichtung durch den Verlag, überhaupt noch lohnte, mit Corvin Hades einen neuen Super-Vampir einzuführen. Oder gehörte Corvin bereits zur geplanten Neuausrichtung und durfte auch noch nach Band 2500 existent bleiben? Nur in diesem Fall würde es wirklich Sinn machen, ihn zu diesem Zeitpunkt noch in die Serie eingegliedert zu haben.

Überraschenderweise waren Suko und Ryan Pollack erstmals vor Corvin Hades in Sofia am Ziel. Tomaso Tarnowo, ein Greis der sein Leben gelebt hatte, händigte Suko freiwillig den begehrten Mondstein aus, der sich nun in dessen Obhut befand. Wie es mit Corvin Hades und Justine nun weitergehen würde, wird in einem anderen Roman erzählt werden. Im Hinblick auf diese Charaktere fühlte sich das Ende irgendwie abgebrochen an.

In der Gesamtbewertung blieb ich der Meinung, dass es ein recht gut erzählter Zweiteiler von Marlene gewesen war, auch wenn ich nicht mit jedem Handlungsdetail einverstanden war. Ich entschied mich aber dafür, aufgrund der von mir bemängelten Textstellen, meine Bewertung, im Vergleich zum ersten Teil, etwas abzusenken. Daher vergab ich die Note 3 = Befriedigend und dazu passend 3 von 5 Kreuzen an Marlene (Leni) Klein. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich noch mit Gut ab.

:D
Nordsee oder Ostsee? - Hauptsache Meer ! :D :ugeek:
Lieblingsfußballvereine: FC Schalke 04, Holstein Kiel, SV Meppen, FC Hansa Rostock, VfB Oldenburg, VfB Lübeck, Kickers Emden
Sympathien für VfL Osnabrück und FC Erzgebirge Aue.
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