Band 1156: Gefangen im Totenhaus

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Michael Offline
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Band 1156: Gefangen im Totenhaus

Beitrag von Michael »

Auf Haiti wurde Zamorra mit dem Mysterium konfrontiert, dass offenbar mehr Stern-Amulette existieren, als er je für möglich gehalten hat. Noch immer weiß er nicht, was es damit auf sich hat – und was sie vermögen ...
In seinem neuen Fall stößt er erneut auf einen von „Merlins Sternen“: Bei einer Séance kommt es zu einem grausigen Zwischenfall, und die Teilnehmer finden sich plötzlich 'Gefangen im Totenhaus'

Geschrieben von Michael Breuer
Erscheinungstag: 18.9.2018

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TurboKid Offline
Beiträge: 657
Registriert: Di Jul 10, 2018 9:18 am

Beitrag von TurboKid »

Der Professor und Nicole werden von dem Medium Sanja LaMotte um Hilfe gebeten.
Sanja soll im Rahmen einer Testamentseröffnung eine Séance abhalten. Es geht um das Vermögen eines gewissen Sebastian Manteau, und der Ganze Monteau Clan ist natürlich anwesend, gibt ja schließlich was zu Erben.
Geladen hat der etwas zwielichtige Notar Kylian Roux. Was Sanja nicht weiß, der unglückliche Hermann Lenske ( ebenfalls ein Medium )kam beim ersten Versuch eine Séance durchzuführen, ums Leben.
Ihm platzt der Kopf.
Nachden dann einmal durchgewischt wurde, kontaktiert Roux Sanja um einen neuen Versuch zu starten.
Angekommen, stellt Sanja fest, dass die anwesenden Familienmitglieder seltsam abwesend wirken. Denoch beginnt Sanja die Séance , und dann bricht die Hölle los. Doch Zammy und Nicole sind bereits auf dem weg..

Mehr über die Handlung will ich an dieser Stelle nicht verraten.
Von mir gibts ein 'sehr gut' mit Ausrufezeichen . Ich hab die Geschichte in einem Rutsch weg gelesen, weil sehr Spannend und gut geschrieben. Das bin ich aber auch gewonht von Michael Breuer. Das Ganze hat mich auch irgendwie an einen Hammer Film erinnert, und das ist nicht die schlechteste Referenz. :D
Als Daphne das Artefakt in den Händen hält, und "mein Schatz" ruft musste ich sogar laut lachen..
Und was läuft da eigentlich zwischen William und Madame Claire ?

Das Cover ist stimmig.

Das macht dann 9 von 10 Amuletten
People think that I must be a very strange person. This is not correct. I have the heart of a small boy. It is in a glass jar on my desk.
Stephen King
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Sheila Conolly Offline
Beiträge: 1544
Registriert: Mi Jun 24, 2009 12:30 am

Beitrag von Sheila Conolly »

TurboKid hat den Inhalt ja schon so schön zusammengefasst, da mache ich dann gleich mal weiter und kann sagen, dass mir der Roman echt gut gefallen hat!
Im ersten Drittel geht es schön spannend und unheimlich zu, bis einem sogar der Kopf platzt.
Nun ja, zum Glück nicht mir als Leser, aber dem ersten Medium Hermann Lenkse ergeht es so, denn er scheint während der Séance auf etwas zu stoßen, dem er nicht gewachsen ist.
Nachdem er unfreiwillig also den Platz räumt, muss ein anderes Medium her. Der Notar Kylian Roux will das ganze unbedingt weiter durchziehen, während die Familie des Verstorbenen Sebastian Manteau eigentlich geschockt genug ist und nun keine Lust mehr hat.
Und da kommt dann wieder der Notar ins Spiel, der mehr zu sein scheint, als ein "einfacher" Notar.
Er will unbedingt ein Artefakt finden, von dem ihm Manteau erzählt hat und das mit dessen Testament einen würdigen "Finder" bekommen soll.
Roux hält sich selbst für würdig, benötigt aber wieder ein Medium, um das Auffinden des Artefakts in Gang zu setzen.

So kommt Sanja LaMotte ins Spiel, ein Medium, das bereits mal mit Zamorra in Kontakt kam.
Das Mädchen lässt sich auf das Angebot, eine Séance durchzuführen, ein, spürt aber im Hause Manteau sofort, dass hier etwas nicht in Ordnung ist, sogar schlimmer noch, sie spürt den Hauch des Todes.
Also kontaktiert sie in einem Moment des Alleinseins Zamorra, der zusammen mit Nicole auch so schnell wie möglich kommen will.

Allerdings dauert das und Sanja kann die Séance nicht länger hinauszögern. Außerdem will sie ja auch wissen, was hier abläuft und trifft somit Schutzvorkehrungen.
Als sie die Séance beginnt, nimmt das Unheil auch ziemlich schnell seinen Lauf. Vielleicht, weil es so stark ist, vielleicht, weil Roux den Kreis so abrupt durchbricht.
Auf jeden Fall ist hier der Notar für mich der Schuldige, weil er sich nicht an die grundlegendsten Dinge hält, die für die Séance besprochen wurden. Außerdem sind ihm die anderen Menschen sowieso egal, da er es ja nur auf das Wecken und Finden des Artefakts angelegt hat.
So nimmt er eben auch in Kauf, dass der Großteil der Manteau-Familie durch die magischen Entladungen, die da stattfinden, gegrillt wird.
Sanja haut's zum Glück nur aus den Latschen, möglicherweise, weil sie ebenfalls den Kreis verlassen, bzw. aufgelöst hat. Durch ihre Schutzmaßnahmen im Vorfeld konnte sie das auch, ganz im Gegensatz zu Hermann Lenske, der ja so gar nix an Vorkehrungen getroffen hatte und dann vom Bösen überwältigt wurde.

Sanja wird also in den Keller weggesperrt, genauso wie die beiden letzten Überlebenden der Manteaus, Daphne und Henri, in einem der oberen Räume.
Einzig Paul Manteau, Daphnes Mann und Henris Onkel, ist noch bei Roux. Allerdings befindet der sich unter der Fuchtel des Notars und hat zur Zeit keinen eigenen Willen mehr.
Kylian Roux hatte die Familie unter seine hypnotische Knute gezwungen, weswegen die Leute Sanja auch so teilnahmslos vorkamen.
Aber das ist z.B. für mich ein Grund anzunehmen, dass der Notar mächtiger ist, als ein gewöhnlicher Mensch. Wenn jemand es schafft, mehrere Personen gleichzeitig in Hypnose zu halten, sich dabei noch mit anderen Leuten locker unterhalten kann und auch noch Kontakt zu dem Artefakt aufnimmt, dann hat er okkulterweise mehr auf dem mentalen Kasten. Außerdem war er dem Okkulten ja sowieso zugetan, wie sein verstorbener Kumpel Sebastian Manteau auch, weswegen der ganze Rummel ja überhaupt stattfindet.

Als Zamorra und Nicole aufschlagen, wollen sie nicht durch die Vordertür, die ohnehin durch Magie verhindern soll, dass irgendjemand aus dem Haus flüchtet (ergo hat Roux doch noch irgendwelche anderen Kräfte, wenn er ne Türe magisch verschließen kann).
Also kommt auch keiner rein, ohne auffallenden Lärm zu machen. Die beiden Dämonenjäger suchen sich ne Hintertür, als Roux Paul losschickt. Er hat "eine Erschütterung in der Macht" gespürt (sorry, aber das passt grad so gut, wie der von TurboKid erwähnte Satz Daphnes "Mein Schatz" :D :D ) und beauftragt den armen, willenlosen Kerl damit, mögliche Eindringlinge zu eliminieren.
Paul macht seine Sache auch ganz gut, wie Nicole und Zamorra zu spüren kriegen und die beiden geraten auch etwas in eine Zwickmühle, weil sie einen unter Hypnose stehenden Menschen auch nicht gefährden wollen. Die mitgebrachten Blaster auf Betäubung zu stellen ist daher nur eine letzte Notfalllösung.
Ich fand's gut, dass sie Paul nicht sofort ausschalten konnten, sondern seine Probleme mit ihm hatten. So wirken sie eben nicht übermächtig oder als ob alles ein Spaziergang für sie wäre.

Es kommt noch zum Äußersten, als Roux das Artefakt findet und auch Daphne in dessen Bann gerät. Zeitgleich will Sanja sich draußen umsehen, weil sie dort eben Zamorra und Nicole vermutet.
Daphne will dann auch das Artefakt und begibt sich zu Kylian. Der ist davon völlig unbeeindruckt und meint, dass das Artefakt, das aussieht wie Merlins Stern, in ihm einen würdigen Besitzer gefunden hat. Dass es wohl tatsächlich so ist zeigt schließlich Daphnes Tod, geröstet durch Blitze aus der silbernen Scheibe!
Beim Showdown treffen Zamorra, Nicole und Sanja auf Kylian Roux mit dem Amulett. Auch Paul Manteau ist wieder bei Sinnen und stürzt sich auf Roux, als er erfährt, dass seine Frau Daphne tot ist.
Roux macht kurzen Prozess und schickt auch Paul ein paar Blitze aus der silbernen Scheibe.
Zamorra und Nicole versuchen noch, die beiden zu trennen, um speziell Roux anzugreifen, doch der weiß sich mit seinem Amulett zu helfen, bzw. hilft es ihm automatisch, so wie Merlins Stern das auch bei Zamorra tut.
Aber: entzieht das "neue" Amulett Roux nicht auch Energie, sobald es den Schutzschild raushaut, wie das bei Zammy doch auch der Fall ist?
Vielleicht ist es aber auch ein besonderes Amulett ... denn angeblich hatte Sebastian Manteau es ja schon länger in Besitz. Und wie lange war Port-au-prince nochmal her? Kann es tatsächlich nicht eins der Amulette aus der Kiste sein? Oder ist es ein ganz anderes, das wirklich länger auf dem Grundstück gelegen hat und erst jetzt entdeckt wurde?

Man wird sicher noch etwas darüber erfahren, denn Kylian Roux konnte durch ein Weltentor fliehen, das er mit Hilfe seines Amuletts erschuf. Wieso konnte er das?? Zumindest unterstützt diese Aktion meine Annahme, dass der Typ mehr ist, als nur der okkulte und Macht besessene Notar. Und Zamorra meinte ja auch schon, dass der Knilch dann wohl andere Welten kennen muss oder er hat Amulett-Funktionen entdeckt, die ihm selbst bisher noch unbekannt sind.

Roux kann das Artefakt jedenfalls auf Anhieb bedienen, mit ihm umgehen, sich dadurch einiger Leute entledigen und hätte es ja auch mit Zamorra und Nicole gemacht, wenn die sich nicht zu wehren gewusst hätten. Für mich ist ER an allem Schuld! Roux hat die Manteaus auf dem Gewissen und auch Lenkse wissentlich in den sicheren Tod laufen lassen. Er ist eben ne ganz fiese Möpp, ohne Rücksicht auf Verluste und mutiert zusammen mit seinem geliebten Schatz zu einem starken Gegner.
Bin gespannt, was da von dem noch kommt, denn MIT diesem Artefakt ist er ja jetzt noch mächtiger, als er es ohne schon war: Hypnosefähigkeit, magisch veranlagt (Türverriegelung), eiskalt, geht über Leichen für seine Ziele und kommt gänzlich ohne Gewissen aus...

Auch die Erwähnung am Schluss, dass nur die polizeilichen Kontakte des Professors sie nicht als "Täter" hatten dastehen lassen, fand ich gut. Alls andere wäre auch unglaubwürdig gewesen, wo sie doch die einzigen Überlebenden waren ...
Das alles zusammen lässt mich 9/10 Amulettkopien raushauen, denn ich hatte echt Spaß beim Lesen und das Teil auch in einem Rutsch durch! ;) :D

P.S.: Ob es jetzt so glücklich war, die drei am Ende noch am Pool fläzen zu lassen, sei mal dahingestellt ... und jedem Gemüt selbst überlassen, darüber zu sinnieren.
Eigentlich war es für mich aber okay. Wenn Zammy und Co jedes Mal ins Grübeln oder in Selbstzweifel verfallen würden, sobald Menschen während eines Falles in Mitleidenschaft gezogen werden, dann müssten sie das aber oft machen und wegen der ganzen Schuldgefühle irgendwann nicht mehr können ... uuuuund ab in eine Anstalt!
Wollen wir aber nicht, oder? Dann gäb's ja nix mehr zu lesen! ;)
Und Sanja ist für mich laut ihrer Charakterisierung so tough, dass sie trotz der Erlebnisse durchaus so eine nette Umgebung und leckere Drinks als Erholung zu schätzen weiß ... :D

Und für mich gehen die ganzen Toten immer noch auf das Konto des verkappten Notars, da ihn niemand einschätzen konnte, geschweige denn damit gerechnet hat, dass sich nun eine Kopie von Merlins Stern in seinem Besitz befindet und er sich auch noch so gut damit zurecht findet!
Zudem muss man sich vom Bösen auch mal erholen ... klingt vielleicht "abgebrüht", aber mal ehrlich: wenn sowas nach nem Fall nicht mehr drin ist, dann müssten alle Dämonenjäger und ihre Kollegen sich eh bald einweisen lassen ... ;) :D

Außerdem finde ich auch noch höchst interessant, was da zwischen William und Claire läuft. Gut, dass sie sich nicht mehr duzen, wäre mir jetzt nicht so schnell aufgefallen, dafür hab ich sie noch nicht oft genug so vertraulich miteinander reden hören.
Aber vielleicht hat's ja auch was mit den Ereignissen zu tun, als sie "verwandelt" wurden ... in ihre jüngeren Ich's oder so ähnlich ... irgendwas war da doch mal, da hat sich das Zeitgefüge verschoben, als Zammy in dem Tunnel zur künstlichen Sonne verschwand ... irgendwie sowas^^
Na mal sehen, vielleicht ist es ja auch was ganz anderes ... :)

Das Cover hat was, obwohl ich die Szenerie um das Totenhaus selbst (das ich im Übrigen echt cool finde) noch ein wenig düsterer gestaltet hätte. Irgendwie wirkt es halt zu hell. Dafür stimmt aber "der Kasten" umso mehr :) :thumbup:
"Man sieht es, man hört es und man riecht es ... !"
"Also ... das musst du uns erklären, Sheila ... !"
"Man sieht, dass die Whiskyflasche leer ist und hört, dass du voll bist ... und man riecht deine Fahne!"
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Das Gleichgewicht Offline
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Beitrag von Das Gleichgewicht »

Anfangs sieht alles nach einem stimmigen Einzelfall von Michael Breuer aus. Flott geschrieben, mit seiner Figur Sanja LaMotte im Zentrum der Ereignisse. Da die Ereignisse sich bald zuspitzen werden, braucht man noch Zamorra und Nicole. Sanja als Medium spürt ziemlich miese Schwingungen bei ihrem neusten Job. Dass sie den Professor benachrichtigt und so Verstärkung in der Hinterhand hat, falls sie sich nicht bald wieder meldet, ist da total berechtigt. Dass sie ihn gleich herbeizitiert aber schon übertrieben. So sind er und Nicole wenigstens rechtzeitig da, wenn der Spaß beginnt.

Während sie auf dem Weg sind führt Kylian Roux schonmal einen dieser klassischen ausschweifenden Bösewicht-Monologe über seine Motivation. Kein besonders lobenswertes Erzählmittel, damit der Leser Bescheid weiß. Die eingesperrte Sanja findet im Keller zufällig eine Werkzeugkiste, damit sie das alte Schloss demontieren und knacken kann. Und Tantchen Daphne findet in der abgeschlossenen Kammer einen Zweitschlüssel für eben diese. Ich lasse meinen Haustür-Zweitschlüssel auch immer im Haus, falls ich mich mal ausersehen einschließe. Völlig logisch.

Genau so logisch wie die Tatsache, dass Roux plötzlich Leute aus seinem hypnotischen Bann entlässt und ganz normal einsperrt. Konnte ich nicht nachvollziehen. Na gut, dadurch ist der Naffe bei seinem Fluchtversuch vor dem Haus tödlich verunglückt. So finden ihn Zamorra und Nicole dann und wissen direkt bei ihrem Eintreffen, dass hier etwas nicht stimmt.

Ich meckere gerade etwas viel. Allgemein finde ich den Plot rein handwerklich nicht so überragend aufgebaut. Davon abgesehen habe ich die Seiten sehr flott gelesen, ohne dass mir langweilig wurde oder ich mich an einer schlecht geschriebenen Passage störte.

Dass es jetzt mit den anderen Amuletten weiter geht, ist löblich. Ich hoffe nicht, dass Zamorra mit seiner Vermutung Recht behält, dass es noch andere Amulette als die aus der Truhe gibt. Weil das hier gefunden wurde, bevor er die Truhe geöffnet hat. Kann doch gut sein, dass sie sich nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit bewegt haben.

Und Kylian Roux? Der dürfte eigentlich keine Chance haben. Selbst wenn sein Amulett gleichwertig dem von Zamorra ist. Der Professor hat einfach mehr Erfahrung mit dem Artefakt und außerdem Unterstützung dabei. Scheinbar zieht es Roux aber keine Körperkraft ab. Alles sehr seltsam. Er verschwindet dann mit seinem Amulett durch ein Weltentor. Gerade hier hätte ich mal gesagt, dass er ruhig draufgehen kann. Roux ist für mich bis jetzt ein wenig verlockender 0815-Gegner. Der typische Fiesling ohne besonderes Charisma oder Ecken und Kanten.


Ich wurde ganz gut unterhalten.
:D :D :D :D :D :D :baff: :baff: :baff: :baff: (6 von 10 Amuletten), typischer solider Breuer.
Aktuelle Lesefavoriten:

1. Isaac Kane
2. Gespenster-Krimi Neuauflage
3. Die Vagabunden
4. Dämonenkiller
Gucky67 Offline
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Re: Band 1156: Gefangen im Totenhaus

Beitrag von Gucky67 »

👻 zum Inhalt ☠️

das Hannover Medium Lenske wird von Kylian Roux, dem Notar des Verstorbenen Sebastian Manteau angeheuert, um in einem Nest im Elsass im Rahmen einer Testamentseröffnung eine Séance durchzuführen. in dem unheimlichen Haus sind bereits die dreizehn Familienmitglieder versammelt, man will die Chose rasch über die Bühne kriegen. unser deutsches Medium beginnt also die Zeremonie, die aber für ihn gründlich schief geht. eine uralte böse Präsenz manifestiert sich, überwältigt Lenske und tötet ihn auf grausame Weise. die Familie Manteau ist erstmal schockiert, doch wird sie rasch vom Notar an die Kandare genommen. der entpuppt sich als Hypnotiseur, und er bannt die Bande unter seinen Willen. und er kontaktiert Sanja, ein anderes deutsches Medium, als Ersatz für Lenske. aufgrund der unanständig hohen Summe, die ihr geboten wird, macht sich diese auch gleich auf den Weg.

im Haus angekommen, spürt sie mit ihren übernatürlichen Sinnen sofort Tod und böse Schwingungen. hier droht Gefahr! sie erbittet sich vom Notar Zeit, um den Raum vorzubereiten, anders als Lenske hat sie einige Utensilien wie Kreide und Salz dabei, was ihr auch gewährt wird. während sie sich frisch macht, nützt sie die Gelegenheit im Badezimmer, Zamorra zu alarmieren, der macht sich mit Nicole auf den Weg, wobei sich unser Dämonenjägerpärchen auch mit den E-Blastern, den Strahlwaffen aus der Fertigung der Dynastie der Ewigen, bewaffnen.

im Konferenzraum hat sich die Familie neuerlich versammelt, Sanja fällt am teilnahmslosen Verhalten der Manteaus sofort auf, dass sie hypnotisiert sind. sie startet die Séance, und wie schon bei Lenske manifestiert sich die böse Präsenz auf grausame Weise. dunkle Wolken ziehen auf im Raum, eine Gewittersturm bricht los, Blitze werden geschleudert. der Notar unterbricht den magischen Ring - man hält einander ja reihum an den Händen - und fordert das Böse heraus, sich zu zeigen, was nicht geschieht. am Ende sieht es aus wie nach einem Bombeneinschlag, und acht Manteaus wurden von den magischen Blitzentladungen förmlich gegrillt, Sanja verliert das Bewusstsein und erwacht in den Kellergewölben des Horrorhauses. dort findet sie die Leichname von offenbar ehemals Gefangenen, aber auch eine Axt, mit der sie das Schloss der Kellertüre aufbrechen kann. sie schleicht sich zurück zum Konferenzraum, und hört dort den Notar vor den Überlebenden der Familie prahlen. der Verstorbene Sebastian Manteau hatte wohl schon seit vielen Jahren ein magisches Artefakt in seinem Besitz, wusste aber nichts Sinnvolles damit anzustellen. Sebastian und er selbst befassten sich intensiv mit Okkultismus und Magie, und der Notar will jetzt dieses Artefakt an sich nehmen und aktivieren, doch nur wer sich würdig erweist, kann seine Kraft entfesseln. Sanja erkennt, dass sie und die Manteaus vom Notar missbraucht wurden, um die bösartige Präsenz überhaupt erst zu erwecken.

Notar Roux kann die Kontrolle über den überlebenden Paul Manteau zurückgewinnen und zwingt ihn, seine Frau Daphne und seinen Neffen Henri im Obergeschoss einzusperren. Henri versucht sich durch einen Sprung aus dem Fenster hin zu einem nahen Baum zu befreien, und stürzt dabei zu Tode. Daphne wiederum stöbert im Kleiderschrank und findet einen Zweitschlüssel, mit dem sie sich befreien kann. indes hat Roux das Artefakt gefunden, es ist ein handtellergroßer Diskus aus Silber, mit einem Pentagramm in der Mitte, die zwölf Tierkreiszeichen im Kreis darum, und erhabenen Hieroglyphen am Rande... na sowas!

Roux spürt, wie er vom Amulett gescannt und offenbar in seiner Bosheit für würdig befunden wird. der Zauberstern tritt in geistigen Kontakt mit ihm und eröffnet ihm, wie er den Stern handhaben kann. Daphne stößt zu der Szene, statt zu fliehen wird auch sie von der Ausstrahlung des Amulett gefangen genommen, sie will ihm seinen "Schatz" abnehmen. sie stürzt sich auf den überraschten Roux und entreißt ihm tatsächlich das Amulett, doch der Notar "ruft" es zurück und lässt Daphne mit Blitzen zu Asche verbrennen.

Sanja flieht aus dem Haus und stößt auf die eben eingelangten Dämonenjäger, die auch schon den zerschmetterten Henri gefunden hatten. Roux taucht auf, er ist erstaunt über Zamorras Erscheinen, vor allem aber, dass auch er ein Amulett hat. es kommt zum Duell, Paul Manteau schaltet sich auch nochmal ein, als er erfährt, dass seine Frau Daphne tot ist. auch er wird von Roux gegrillt. bevor Nicole und der Professor den Notar festsetzen können, baut der mit dem Amulett ein Weltentor und verabschiedet sich durch selbiges. zurück bleiben unsere ratlosen Helden, die Schlimmes für die Zukunft fürchten - wenn alle 999 Amulette ähnlich skrupellose Besitzer wie Kylian Roux fanden, dann stand der Welt eine Katastrophe unermesslichen Ausmaßes ins Haus...

👻 mein Senf 🧂

der Autor begrüßt uns in klassischer Gruselatmosphäre, und setzt recht rasch einen ersten Schockmoment, wenn dem Totenbeschwörer gleich zu Beginn der Séance im wahrsten Sinne des Wortes der Kopf platzt, LOL. obschon der body count für einen klassischen Grusler eindeutig zu hoch ist - immerhin muss ein gutes Dutzend Menschen dran glauben, die gesamte Familie Manteau wird vom bösen Amulett verbrutzelt, nur einer kommt durch Fenstersturz zu Tode.

langsam führt uns Herr Breuer an die große Enthüllung des Romans heran, stückchenweise wird klar, worum es sich bei diesem Artefakt wohl handelt - nichts anderes als eines der entfesselten 999 Amulette:
- erst erwähnt der Notar ein magisches Artefakt, dass sich seinen würdigen Besitzer selbst erwählt
- Sanja erinnern die silberfarbenen Blitze während der Séance an jene aus Zamorras Amulett
- dann findet der Notar das Artefakt, und der Autor beschreibt schließlich Zamorras Stern, dessen Kopie dieses böse Amulett ja auch ist

wir sind bereits in der Mitte des Romans, als unser Lieblingsfranzosen endlich in Aktion treten, sprich: am Totenhaus anlangen. das fällt mir bei Zamorra-Romanen öfter mal auf, dass sich die Geschichte zunächst mal ohne die Schlossbewohner entwickelt und diese relativ spät ins Geschehen eingreifen.

als Daphne Manteau und Kylian Roux sich um das Amulett balgen, baut der Autor eine Referenz auf die Fantasy-Geschichte schlechthin ein, und er lässt Daphne "mein Schatz!" murmeln...

der Stil ist teilweise fast schon umgangssprachlich. Nicole drückt auf die Tube, die Familie Manteau macht den Eindruck, einen gebechert zu haben, der Notar hat nicht alle Tassen im Schrank, Sanja könnte ein ganzes Schwein verspachteln, Zamorra trudelt rechtzeitig ein, um sie rauszuhauen, usw. usf.

der Autor bezeichnet Zammy und Nici häufig als Dämonenjäger(pärchen), er verwendet den Begriff fast so oft (28 mal) wie "Parapsychologe" (33 mal). jaja, ein eBook ist für solche Statistiken recht praktisch ;-P

warum der französische Notar gleich zwei Medien aus Deutschland und nicht Frankreich holt? naja, wie sonst soll denn der Einsatz der bereits im Zammyversum etablierte Figur der Sanja La Motte gerechtfertigt werden...

auch der running gag darf nicht fehlen: "Der dunkelblonde Dämonenjäger wandte den Kopf. Seine Lebens- und Kampfgefährtin räkelte sich immer noch in den Laken." tja, der Schluck aus der Quelle des Lebens dürfte sich auch positiv auf die Libido unserer Dämonenjäger ausgewirkt haben. oder, wie Sanja, sagen würde: die Franzosen mal wieder...

der Bösewicht heißt hier Kylian, das ist sehr nahe an Kelan, dem Namen des Haupt-Bösewichts in diesem Zyklus - Zufall?

die Geschichte war vom Stil her so ganz anders als die Romane von Herrn Weinland, über einige doch sehr glückliche Zufälle (Zweitschlüssel in Kleiderschrank) sehe ich gerne hinweg, Herr Breuer hat mich gut unterhalten, die Geschichte war gut aufgebaut und wurde Zamorra-typisch mit einem offenen Ende eben nicht abgeschlossen. glatte 4 von 6 möglichen Punkten!

das Tibi ist von Razvan Ionut Dragomirescu, und wird vielfach verwendet, u.a. für Spiele. der Grafikdesigner hat eine eigene Shutterstock-Seite https://www.shutterstock.com/g/razvandragomirescu. durchaus atmosphärisch und passend zu dem als unheimlich beschriebenem Haus.

P.S.: das Heft bringt auf der Leserseite eine Vorstellung des Autoren, den grundsympathischen und unprätentiösen Michael muss ich hier wohl nicht vorstellen, ich selbst durfte mit zuletzt auf dem OJSFC Fan-Treffen bei Kiel persönlich und ganz zwanglos schnacken.

P.P.S.: ich dachte ja zunächst, dass alle Romane aus dem Amulette-Zyklus von Manfred Weinland alias Adrian Doyle stammen, dem ist aber nicht so, daher schiebe ich diese Geschichte hier nach, und schaue mir vielleicht auch noch den Band 1161 "Dunkle Geliebte" von Christian Schwarz an, da soll es auch um ein anderes Amulett als Zamorras Stern gehen. für weitere zweckdienliche Hinweise bin ich offen und dankbar!
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