Die beiden in Indien lebenden Engländer Kipling und Strickland laden über Silvester ihren Freund Fleete zu einer Kneipentour ein, damit er Land und Leute kennen lernt. Er betrinkt sich maßlos und schändet in diesem Zustand einen kleinen Tempel des Affengottes Hanuman. Dabei wird er auch von einem Aussätzigen gebissen, der offenbar zum Tempelinventar gehört. __________________
Schon in der selben Nacht nimmt eine unheilvolle Verwandlung bei Fleete ihren Lauf. Hat er sich mit irgendetwas angesteckt? Ein rasch herbeigerufener Arzt diagnostiziert unheilbare Tollwut, doch als der Aussätzige sich wieder zeigt und er offenbar eine Verbindung zu Fleete hat, ist für seine Freunde die Sache klar. Kurzerhand entführen sie den Kerl und drohen ihn zu foltern, wenn er Fleete nicht heilt. Was er umgehend tut und am nächsten Tag ist Fleete wieder auf den Beinen.
Das war es auch schon. Eine Geschichte die Nachts beginnt und anderthalb Tage später endet. Oder 43 Minuten später. Gut, die Vorlage ist auch eine Kurzgeschichte, mehr konnte man wohl nicht herausholen. Muss ja nicht jede Vertonung episch sein, diese hier ist eben Klein und Fein.
Von dieser soliden Vorlage abgesehen, habe ich aber noch zwei Kritikpunkte.
Die Musik und Soundeffekte sind wie immer sehr gut. Aber Claus Thull-Emden als „besessener“ Fleete hat sich anfangs zu sehr danach angehört, als ob er sich an einer Kinski-Parodie versucht. Die Betonung ist wirklich auffällig. Danach wechselt er kurz zu Gollum. Seine Schreie im letzten Stadium sind zwar durchaus grausig gelungen, aber ansonsten hat mich die Figur des Fleete eher genervt als gegruselt.
Und das mit dem Aussätzigen war eine seltsame Sache. Jemanden zu foltern, von dem man nicht einmal weiß, ob er Englisch spricht. Oder sprechen zufällig alle Inder die ehemalige Kolonialsprache? Und dass sie damit wirklich durchkommen hätte ich nicht erwartet. Da schändet ein Ungläubiger einen Heiligen Tempel und erhält dafür ein Todesurteil. Wenn der Aussätzige wirklich ein Werkzeug seines Gottes Hanuman ist, würde er doch eher qualvoll sterben als diese weißen Ketzer gewinnen zu lassen. Aber nein, ein paar Drohungen und leichte Schmerzen und er nimmt den Fluch von Fleete. Was sollen wir daraus lernen?
Trotzdem
(5 von 10 Punkten). Leider nichts besonderes, dabei stand das Gruselkabinett mal für das qualitativ Besondere. Ich erwarte mehr als sowas durchschnittliches!
Aktuelle Lesefavoriten:
1. Isaac Kane
2. Gespenster-Krimi Neuauflage
3. Die Vagabunden
4. Dämonenkiller