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Damona King Nr. 29 - Dem Satan verfallen

Verfasst: So Mär 14, 2010 1:37 pm
von iceman76

[FONT=comic sans ms]Dem Satan verfallen[/FONT]

Klappentext:

"Es ist unfair", sagte das schwarzhaarige Mädchen energisch. "Einfach unfair, verstehst du?" Sie standen etwas abseits der Gesellschaft hochwohlgeborener Ladies und Gentlemen. Damona King strich sich eine Strähne ihres schulterlangen, rabenschwarzen Haares aus der Stirn und nahm in der gleichen Bewegung die rote Reiterkappe ab. Ihre dunklen Augen unter den geschwungenen Brauen schienen Funken zu sprühen. Sie sieht reizend aus, wenn sie wütend ist, dachte Mike Hunter. Einfach zum Anbeißen!
"Das Tier hat doch gar keine Chance," ereiferte sich das Mädchen weiter. "Man sollte den Fuchs auch auf ein Pferd setzen und ihm eine Hundemeute zur Seite geben, die ihrerseits die Jäger aufspürt und hetzt."

*Autor: Mike Shadow*

Cover:

Re: Damona King Nr. 29 - Dem Satan verfallen

Verfasst: Mi Jan 21, 2026 1:48 am
von Gucky67
wie viel vom Autor steckt in seinen Figuren? "Damona verabscheute diese Art zu jagen. Ein Haufen Reiter, eine wilde Hundemeute, die den Fuchs aufstöberte, oder mehrere Füchse, sofern es in dieser Gegend überhaupt noch welche gab. das war das, was die Briten unter Jagd-Sport verstanden. der Fuchs war ihnen hoffnungslos ausgeliefert..."

die Geschichte (Spoiler - evtl. runterhüpfen)

Damona und Mike sind also zur Parforce-Jagd eingeladen, unter Schloßbesitzern gehört sich das so. obschon, "hätten die Clans gewusst, dass Damona eine Hexe ist, hätten sie King Castle in Schutt und Asche gelegt". auch in der Jagdgesellschaft: Lord Bryont Saris von Llewellyn Castle, den kennen wir schon aus Band 12 "Das Druiden-Schloß (und natürlich von Prof Zamorra, WKG macht gerne mal Crossover).

in der Verfolgung eines plötzlich auftauchen Fuchs stürzt Damonas Pferd und wirft seine Reiterin ab, sie fällt sprichwrtlich auf den Kopf und verliert das Bewusstsein. zum Glück hat Mike als leitender Angestellter des King-Konzerns sein Dienst-Handy, ähm ein leistungsstarkes Funkgerät dabei, und fordert einen Arzt an. aus Reading kommt mit seinem als halben Krankenwagen eingerichteten Land Rover ein Dr. Morton. nein, nicht Glenn, unser Doc heißt William, und er bringt die Verletzte ins Hospital.

die verarztete Damona erwacht, aber sie hat eine Wandlung durchgemacht - sie war dem Bösen verfallen! sie lässt Blitze aus ihren Fingern zucken und lähmt solcherart sowohl Mike als auch eine Krankenschwester mit einem Hexenbann. bevor sie das Spital verlässt, nimmt sie noch Rache dafür, dass Dr. W. Morton es wagte, sich an ihr zu vergreifen:
Sie strich mit den Händen über seinen Stuhl und die Schreibtischplatte, zeichnete unsichtbare Linien und vollführte magische Gesten. Dabei murmelte sie unablässig Zaubersprüche, von denen sie selbst nicht gewußt hatte, daß sie sie beherrschte. Der Arbeitsplatz Doc Mortons stand jetzt unter einem furchtbaren Bannzauber.
Mike kommt nach einer kurzen Weile wieder zu sich, und bespricht sich mit Dr. Morton, wobei ihm dieser eröffnet, auch seine eigene Schwester, Lynn, seine eine Hexe. dann wird er ans Telefon gerufen, Damonas Fluchzauber greift, Doc Morton erstarrt zu Stein. Mike sieht nur eine Hoffnung, er muss Inspektor Kerr vom Scotland Yard rufen, der ihnen schon in Band 8 "Talkshow mit dem Tod" zur Seite stand.

Damona sendet einen Psi-Ruf an ihr schwarzen Schwestern aus, und wird von Marceya Kovanlinca erhört. die bereitet gerade in Stonehenge einen black sabbath vor, und sie plant, dem Höllenfürst Asmodis die abtrünnige Hexe Damona zu opfern. tatsächlich sind es keine 50 Meilen oder 80 Kilometer nach Reading. Damona sitzt ebenda am Bahnhof und wird von einem halben Dutzend Rocker angemacht, unser böses Hexlein lässt den Anführer durch die Luft wirbeln und auf den Boden plumpsen, er verbleibt wohl querschnittgelähmt. Damona und Marceya stoßen aufeinander und bekämpfen sich erstmal, wobei unser Hexlein die Oberhand behält, und ihre schwarze Schwester überzeugt, auch sie wolle nun den Höllenschwur ablegen. sie fahren gemeinsam in das Haus einer weiteren Hexe Ruvenya, Asmodis meldet sich und bürgt höchstselbst für Damona.

Inspector Kerr, der Sohn eines Druiden vom Silbermond und einer Menschenfrau, trifft gemeinsam mit Babs, seiner Sekretärin und Geliebten, in Reading ein. während sich Mike zum Haus von Lynn Morton, der Hexe, begibt, versucht Kerr ihren Bruder, Doc Morton, wieder zu "entsteinern", das mißlingt, Mike wird von den Hexen überwältigt, Damona befreit sich von ihrem Hexenstein:
Damona hatte Schaum vor dem Mund. In ihrem Kopf hämmerte ein gewaltiger Schmerz, der sie innerlich auszuhöhlen drohte. Und plötzlich spürte sie noch etwas anderes, Quälendes. Zwischen ihren Brüsten! Dort hing etwas, das in direkter Beziehung zu ihr und ihrer Mutter stand! Das als Verbindungsglied zwischen Diesseits und Jenseits fungierte… Der Hexenstein! Vanessas Erbe… Da wußte Damona, was sie tun mußte, um sich von der Stimme ihrer Mutter zu befreien. In einem letzten Aufbegehren fetzte sie ihre Bluse auseinander und griff dorthin, wo der Stein an einer dünnen Silberkette hing.
denn ja, Mutti Vanessa hat sich wieder eingeschaltet, und versucht das Töchterchen durch gutes Zureden wieder auf die richtige Bahn zu lenken. mangels Hexenstein wird ihr das verunmöglicht, zusätzlich stellen sich die drei Hexen mit aller Macht gegen sie und schleudern ihren Geist zurück. das Trio zischt ab Richtung Stonehenge, als neues Opfer soll nun Mike dienen.

Kerr und Babs kommen nun ebenfalls in das jetzt verlassene Hexenhaus, Babs findet dabei den Hexenstein und nimmt ihn an sich. zuhause beginnt Vanessa aus dem Stein zu Kerr zu reden und verrät ihm, dass in Stonehenge ein Hexensabbath ansteht. also ab zum nahen Monument, dort haben sich bereits die 13 Hexen der Mirceya-Loge versammelt. Mike liegt auf dem Altarstein, die splitternackte aber über und über mit schwarzmagischen Symbolen bemalte Damona soll ihm den Opferdolch ins Herz rammen. Asmodis schickt einen Feuerdämon, der (vor Begeisterung?) glühend die Zeremonie abnimmt. Kerr entfesselt seine Druidenkräfte und kann Mike mithilfe eines Zeitfelds befreien. Damona taumelt gegen den keltischen Kultstein und kann sich nicht mehr von ihm lösen. Kerr lenkt die frei werdenden Energien in den Hexenstein und drückt ihn Damona auf die Stirn, sie wird von seiner Energie innerlich geläutert, das Böse wird ihr förmlich ausgebrannt. die schwarzmagischen Energien vernichten sowohl den Dämon als auch alle Hexen.
Zwei Menschen warten darauf, daß sie ein Weißer Engel von dem erlöst, was ihnen ein Schwarzer Engel zugefügt hat«, erklärte Damona. Sie meinte Dr. Morton und den Rocker. "Das bin ich ihnen schuldig..."

👻 mein Senf 🧂



der Inhalt

wieder wird recht großzügig mit den Hexenkräften von Damona umgegangen. flugs heilt sie selbst ihre Kopfwunde, und lässt auch gleich das um die Wunde rasierte Haar nachwachsen. mittels bloßer Geisteskraft kann sie Materie umformen:
Unter den zwingenden Strömen ihres Geistes begann sich die bis dahin feste Struktur der Schaufensterscheibe zu verändern. Damona ordnete Atome und Molekülgruppen um, schuf neue Zusammensetzungen und brachte es schließlich zuwege, daß sich die solide Materie der Glasscheibe in ei gasförmiges Medium verwandelte, durch das Damonas Hände ohne Schwierigkeiten hindurchgreifen konnten.
die Autoren sprechen sich am Anfang dieser Serie offenbar nicht wirklich ab, im Vorgänger-Roman kann unser Hexlein teleportieren, beherrscht Telekinese und sogar Telepathie, hier wieder wird am Anfang der Geschichte erklärt, sie könne ihre Para-Energien nicht auf Abruf aktivieren, sosehr sie das auch trainiert. nach dem Unfall ist alles wieder ganz anders, siehe oben, und sie kann sich auch noch unsichtbar machen.

sorry, aber das ist mir too much, Hexenmagie gerne, aber das ganze Teledingsbums, inkl. Materiawandler, unsichtbar wie im SERUN, ja bin ich denn bei Perry Rhodan?

auch die anderen Hexen verfügen scheint's ganz grundsätzlich über solche Superkräfte, Marceya liest die Gedanken des Taxifahrers, Ruvenya lässt Mikes bewusstlosen Körper schweben.

obgleich, Hexen sind auch nur Menschen; so spürt die alte Marceya,
daß ihr Meister seine lebensverlängernden Ströme, die ihr die ganze Zeit frische Kräfte und Tatendrang gespendet hatten, drosselte. Wenn der Zerfallsprozeß ihres Zellgewebes im gleichen Maße wie bisher weiterschritt, würde das Ende in etwa zwei, drei irdischen Jahren zu erwarten sein. Dann galt es, den Tribut zu zahlen - die Seele! Und obwohl Marceya stets eine treue Dienerin ihres Herrn und Meisters gewesen war und auch zukünftig sein würde, empfand sie doch eine namenlose, mit nichts zu vergleichende Angst vor diesem Augenblick...
neben Mirceya und natürlic Damona gibt es noch eine dritte Hexe, aber ist das nun Ruvenya oder die Schwester des Arztes, Lynn Morton? da haben wahrscheinlich die Herren Weinland und Giesa nicht aufgepasst.

Hexensabbath in Stonehenge?
Unweit von Marceya ragte der 'Fersenstein' https://www.stonesofstonehenge.org.uk/2 ... ne-96.html in die sternklare Nacht. Jener fast fünf Meter hohe Naturfindling, auf den die ganze Anlage von Stonehenge ausgerichtet war. Seinen Namen hatte er wegen eines sagenhaften, bis heute nicht einmal annähernd identifizierten Fußabdruckes, der unauslöschlich in den Kreidestein geprägt war. Neben dem 'Fersenstein' gab es noch den 'Lichtstein' https://www.stonesofstonehenge.org.uk/s ... ar%20Stone, ein wie ein riesenhafter Altar geformtes Felsgebilde. Grauschwarz war seine Farbe, aber trotz seiner Schwärze ging ein seltsamer Glanz von ihm aus, ein Glimmen, als sei er mit statischen Energien aufgeladen.
es gibt viele Theorien zu dieser faszinierenden Stätte, heute wird ihr ursprünglicher Zweck mit Brandbestattungen vermutet, Druiden kamen Jahrhunderte später, und man bringt auch keine (Menschen)opfer mehr in Verbindung mit Stonehenge. aber gut, wir lesen eine Heftroman aus 1980, der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.

und schließlich noch Höllenhierarchie. Asmodis wird als Höllenfürst bezeichnet, als rechte Hand des Kaisers Luzifer. auch in diesem Roman kommt der alte Assi wieder nicht besonders dolle rüber. so bürgt er bei Marceya für Damona - warum? dann kommt er doch nicht persönlich zum Sabbath, sondern schickt einen Stellvertreter. warum war Asmodis verhindert, hatte er da gerade Schwimmtraining?

auf Seiten der Guten haben wir den Halbdruiden Kerr, der hier aber offenbar über große Macht verfügt im Kampf gegen die Hexen. von wegen, er hat die Fähigkeiten seines Vaters geerbt, setzt sie aber nur sehr selten ein, da er in einer technisch orientierten Welt besser ohne diese unheimlichen Fähigkeiten zurecht kommt.

Kerr und Babs, die Konfiguration ist dieselbe wie bei Zamorra und Nicole, nur dass Babs keine Kämpferin ist. aber sie ist ähnlich sexy wie Nicole, trägt zB eine "transparente Bluse, die verrät, dass ihre Oberweite auch ohne BH sehenswert ist", oder Kerr "starrt sekundenlang auf ihre langen schlanken Beine, denn im Moment trug sie außer der Bluse nur ein knappes Spitzenhöschen", dann tauschen die beiden einen Versöhnungskuss, "der Mike veranlasst, bis 50 zu zählen, dann war auch das überstanden." also ähnlich wie unsere Loire-Franzosen ist auch diese Pärchen hier, nun ja, sehr … aktiv. mehr zu dieser Figur, die ohnehin ins Zammyversum wechselte, gibt's hier von Rudi Bading https://www.zauberspiegel-online.de/ind ... ektor-kerr.

Kerr sitzt hier übrigens im Yard, und bevor er selbst nach Reading fährt, ruft er in einer anderen Abteilung an und checkt mal eben, ob denn ein gewisser Oberinspektor Sinclair verfügbar sei... aber der ist gerade unterwegs.

der wichtigste Hacker aber? warum wurde Damona überhaupt böse - bloß weil sie auf den Kopf fällt?


der Stil

die Autoren arbeiten mit comichafter Lautmalerei, das müsste nicht sein:
Die alte Vettel hatte noch immer den Arm ausgestreckt, aber ihre Hand stieß plötzlich auf ein Hindernis besonderer Art. 'Aaaarrrggghhh...!' Instinktiv versuchte Marceya, die Hand zurückzuziehen. Aber es war bereits zu spät.
"'Kraaah! Kraaah! Kraaah!' Mike fuhr zusammen. Über ihm kreisten Raben am Himmel.
Dämonen brüllen, Hexen kreischen, grundsätzlich.

der mit Hexenmagie geführte Kampf zwischen Damona und Marceya ist interessant geschildert, die Alte hat das Empfinden, Damona hätte ihren Arm in einer von ihr errichteten anders-dimensionierten Barriere gefangen, sie vermeint, Weltraumkälte zu verspüren. tatsächlich hat ihr Damona bloß einen ordentlichen Illusionszauber aufgebrummt.

immer wieder kommen Einlassungen, die wohl die Autoren auch abseits des literarischen Schaffens verwenden:
Die Tageswende war längst überschritten. Der Normalbürger hielt sich in seinen vier Wänden auf und träumte brav vor sich hin, ohne sich noch besondere Gedanken über das Wohl der Welt zu machen.
Mike war ein Freund schneller Autos, aber die Vernunft hatte bei ihm stets Vorrang vor dem Gashebel.
der Showdown hat was schön Trashiges, wie da zunächst die Hexen dem Wahnsinn verfallen, bevor sie getötet werden.

hat mich besser unterhalten als die kosmischen Potenzen von Herrn Dombrowski, war auch gut geschrieben und nicht unspannend, teilweise trashig, und das meine ich auch nicht negativ. ich kann nur vermuten, welche Stellen von Herrn Giesa, welche von Herrn Weinland sind. ich schwanke zwischen drei und vier Punkten.

das Titelbild

metal heads, die auch die Band Cathedral hören, kennen eventuell das Titelbild vom Cover der EP "Statik Majik" https://www.ninehertz.co.uk/viewitem/3194. hier wird ein Dave Patchett als Schöpfer angeführt, der hat tatsächlich einige Cover für diese Band gemalt. ich habe sogar extra mit einem Besitzer einer CD Kontakt aufgenommen, der hat mir bestätigt, dass im Booklet Patchett angeführt wird! Google Lens bringt als Ergebnis Nikolai Lutohin https://www.zauberspiegel-online.de/ind ... ai-lutohin, das würde insofern passen, als der viele Heftroman-Tibis gezeichnet hat. aber auch Carlos Victor Ochagavia wird mir angeboten, der war ebenfalls u.a. Titelbildzeichner für SF-Taschenbücher. dann will mir die KI noch Benjamin Stahl andrehen, https://en.wikipedia.org/wiki/Ben_Stahl_(artist) weil der ein Tibi für Grants Oxrun Dead gezeichnet hat - aber das war eine andere Ausgabe.