Sophie Bennett hat eine aufwändige Farbschnitt-Variante des Romantasy Bestsellers Dragonblood von der Starautorin Mia Grave ergattert. Das Buch führt offenbar ein Eigenleben und beeinflusst die junge Frau. Und das ziemlich schnell. Sie muss nur das Wort „TÖTE“ lesen, schon schnappt sie sich eine Axt und schleudert sie auf ihren Verlobten David. Sie verfehlt ihn, doch statt nochmal nachzulegen, stürzt sie sich aus dem Fenster.
Weil Sophie bei ihrem Anfall ein dämonisches Höllenfeuer in den Augen hatte, gelangt die Sache schließlich an die Geisterjäger. Sie befragen David und untersuchen Sophies Lesezimmer, wo sie das teuflische Buch finden. Beim obligatorischen Kreuztest geht es in Flammen auf.
Sophie Bennet hat ihren Suizidversuch überlebt. Also will John sie im Krankenhaus besuchen und ebenfalls zu dem Buch befragen. Doch er kommt zu spät, die Gegenseite hat einen Ghoul geschickt, der die Zeugin entsorgt.
Suko und Glenda sind da mit ihren Recherchen schon erfolgreicher. Nicht nur gab es in der Vergangenheit bereits ähnliche Vorfälle mit amoklaufenden Buchliebhaberinnen, auch sind die allgemeinen Veröffentlichungsumstände von „Dragonblood“ sehr mysteriös. Und sie finden heraus, wo Sophie das Buch erworben hat.
Also statten John und Glenda dem kleinen Buchladen zur Heftmitte undercover einen Besuch ab. Eine Ausgabe von „Dragonblood“ bekommen sie zwar nicht mehr, aber sie erfahren von einem Event, wo die Autorin die Fortsetzung des Buches vorstellt. Vom zwielichtigen Buchhändler Kovec persönlich organisiert. John hat da direkt ein ganz doofes Bauchgefühl.
Er, Suko und Glenda sind bei der Buchvorstellung auf einem noblen Anwesen dann natürlich mit dabei. Die drei trennen sich, das ist immer eine ganz tolle Idee. Glenda wird darauf aufmerksam, dass Kovec drei hübsche junge Leserinnen zu einem spontanen Meet and Greet mit Mia Grave führt und folgt ihnen. Natürlich wird sie dabei von Kovec ertappt.
John und Suko belauschen indes zufällig den Ehemann der Autorin, der dem Verlagsleiter die Wahrheit über den Erfolg seiner Frau erzählt. Von der magischen Schreibfeder, dem Deal mit einem Dämon und dem Opferritual, das heute stattfindet, um ihr wieder Erfolg und auch ein jüngeres Aussehen zu geben. Das ist mir an der Stelle entschieden zu viel Heftromanzufall. Der Roman hat davon an einigen Stellen welchen zu bieten, aber da ging es noch.
So machen sich die Geisterjäger auf den Weg zum Ritualplatz, um die Opferung zu verhindern. Die Situation wird brenzlig, da Kovec Glenda in seiner Gewalt hat, aber als eingespieltes Team verstehen die Drei sich auch ohne Worte und überrumpeln Kovec, damit Suko ihn mit der Dämonenpeitsche vernichten kann. Bleibt Mia Grave. Und der Dämon Scriborath. Eine Kreuzformel später ist der vernichtet und Mia Grave musste leider auch dran glauben, da das Ritual verhindert wurde. Hauptsache, die drei Frauen haben überlebt.
Mhh, ok. Eigentlich kann ich nicht meckern. Wenn man das nicht als typischen JS sieht, sondern unter der Prämisse „Ein Heft für neugierige Neuleser und irgendwas mit Romantasy muss auch mit rein“ ist der ganz ordentlich geworden. Ich bin aber grundsätzlich auch ein Freund von Stephen Krugers Schreibe.
Es gibt zwar so einige Passagen, die ich nur schnell weg gelesen habe, weil der Fokus stark auf dem Romantasy-Fandom und begeisterten jungen Leserinnen lag, aber die Absätze mit den Helden sind spannend und die Handlung ist völlig in Ordnung. Nichts Besonderes, sehr einfach gestrickt und mit so einigen Heftromanzufällen versehen, aber auch kein komplett unlogischer Blödsinn.
Kurz gesagt: Für mich ist das Heft ein guter Kompromiss zwischen einem JS-Abenteuer und einem Werbe-Experiment für Neuleser(innen) geworden.
GUTe

(knappe 7 von 10 Kreuzen). War für mich mehr JS als der letzte Corvin Hades Roman von Marlene Klein.