Und weiter geht’s. Ich frage mich, ob ich bis zur 2500 nur noch Mittlere Wertungen vergebe, oder endlich mal wieder eine richtig gute Wertung dabei ist. Von IRH bin ich es ja gewohnt, aber meine Lieblinge Rafael Marques und Henry Cardell haben mit ihren letzten Romanen einfach enttäuscht.
Im Anschluss an den letzten Band versuchen die Geisterjäger mehr über Gabriel Hannigan und seine mysteriöse Gabe herauszufinden. Bill soll das verlassene Waisenhaus untersuchen, wo der Mann aufgewachsen ist. Überraschend trifft er auf Seamus Bloom, den Sohn der ehemaligen Heimleiterin. Der Kerl greift ihn direkt an, um irgendein Geheimnis zu schützen. Schon wieder so ein mystisches Heft mit mehr Fragen und Andeutungen als klaren Antworten? Bitte nicht! Seamus Bloom stellt sich als körperloser Geist heraus, der dann verschwindet. Bill ist überfordert und holt John hinzu.
Als die beiden zusammen zum Waisenhaus zurückkehren, fehlt von Seamus Bloom jede Spur. Dafür sehen sie den Astralkörper von Gabriel Hannigan. Er will durch Johns Kreuz endlich ins Jenseits fahren und Frieden finden. Im Gegenzug liefert er Antworten. John durchlebt selbst die Kindheit von Gabriel Hannigan im Waisenhaus und wie dem Jungen diese Lazarus-Verbindung eingepflanzt wurde. Das große Warum wird aber weiterhin nicht beantwortet.
Wie jetzt weiter? Gute Frage! Im Ritualraum im Keller des Hauses aktiviert John die Kreuzformel, die bewirkt ja meistens irgendwas und hilft den Helden weiter. Das geht in dem Fall nach hinten los und John wird von Waisenkinderseelen nach Lazarus gezogen.
Bill hat keine Ahnung, wo sein Freund ist und kann ihm nicht helfen. Damit er nicht tatenlos bleibt, fragt er bei der nahen Polizeiwache herum. Er erfährt, dass die Anstaltsleiterin Ellen Bloom und ihr Sohn noch leben. Ein richtiger Geist kann der Kerl dann also nicht sein. Zusammen mit einem Constable fährt Suko zu ihnen und befragt sie, worauf die Gegenseite nur gewartet hat. Seamus Bloom sticht den Polizisten ab und seine Mutter ruft die Geisterkinder, damit sie Suko töten.
In Lazarus wird John von einem besessenen Engel angegriffen und von seinem alten Freund Zigana gerettet. Offenbar befindet er sich nicht im lebendigen Lazarus, sondern in der untergegangenen Stadt. Sie stoßen unter anderem auf die Skelette der Kinder und befreien sie von ihrem Bann. Auf der Erde wenden sie sich deswegen im perfekten Timing gegen Ellen Bloom und töten sie, statt wie geplant Suko. Seamus Bloom gibt jedoch nicht so einfach auf und ruft seinen Traum-Astralkörper. Suko muss den Mann erschießen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.
In Lazarus greifen weitere besessene Engel an, die John an den Kragen wollen. Zigana drängt ihn dazu, schnell auf die Erde zurückzukehren. Nur wie? Kein Problem, die erlösten Geisterkinder helfen ihm gerne dabei.
Damit ist der Fall für Bill und John auch beendet. Sie haben das Rätsel des Waisenhauses gelüftet, die Geister der Kinder erlöst und die böse Heimleiterin und ihr Sohn sind erledigt. Viele neue Erkenntnisse über Lazarus gibt es nicht, aber das ist man von dem Plot ja gewohnt.
Immerhin hat mir das Heft besser gefallen als sein Vorgänger mit den Lazarus-Ghouls. Die Ermittlungen um das Waisenhaus sind schön „oldschoolig“ geschrieben und einfacher stimmiger Grusel, den Rafael Marques so gut kann.
Ausgerechnet das Hauptthema Lazarus interessiert mich da eindeutig weniger. Aber mit dem verschrobenen Zigana kann man nichts falsch machen. Ich bin mir sicher, der stellt sich noch als ganz großes Ding heraus und John wird geschockt sein, wer oder was ihn da die ganze Zeit begleitet hat.
Trotzdem endlich mal wieder ein brauchbares GUT

(6,5 von 10 Kreuzen). Ironischer Weise hätte ich das Heft ohne Lazarus, nur mit dem Waisenhaus-Plot, besser bewertet und es wäre eine klare 7 oder 8 geworden.
PS. Im Anschluss folgt die IRH Leserseite. Nicht nur in einem Marques-Roman, der neue Hauptautor beantwortet auch einen Leserbrief zum Aibon-Thema, was eher zu Rafael Marques passen würde.
Phexcaer hat geschrieben: Di Feb 17, 2026 10:12 am
Warum ist die Stadt neutrales Gebiet für Licht und Schatten? Wer setzt das wie durch?Was ist so besonders an ihr, weil sie wirkt auf mich in den Beschreibungen einfach nur wie eine 08/15 Mittelalter/Fantasy Stadt.
Ja, das ist auch ein Teil meiner Kritik an dem Thema. Vor allem in der Architektur, aber auch in den Beschreibungen der Bewohner, ist Lazarus der typische High-Fantasy Mischmasch. Hätte eher zu Atlantis gepasst oder zu Avalon. Aibon hatte bei mir immer den keltischen oder druidischen oder irischen Einschlag. Jetzt wo das mit den 0815-Himmelsengeln verwoben wird, hat sich das wohl geändert.