So, bevor ich loslege, kurz zur Info für die, die's interessiert

:
JA, ich wollte kein JS mehr
lesen und hab mich auch bis auf wenige Ausnahmen dran gehalten.
JA, ich wollte auch keine JS-Heftchen mehr
kaufen, um Sinclair 2.0 demonstrativ nicht mehr zu unterstützen, was bis vor kurzem auch noch so war.
JA, ich hab gemerkt, dass ich mir und meiner Sammlung damit schade … also hab ich mir die fehlenden Romane doch noch besorgt, sie ungelesen ins Regal geparkt und gedenke, dies auch bis Band 2500 zu tun, wo für mich dann definitiv Feierabend ist. Ich brauch wohl nen "runden Abschluss" als Schlussstrich, damit Sinclair mich nicht mehr so penetrant verfolgt, wie es derzeit noch der Fall ist ... auch wenn ich das mit dem Verfolgen gar nicht will, aber ist halt so.
JA, ich
müsste die Romane nicht lesen … was ich auch weitestgehend einhalte, weils Sinclair-Feeling total weg ist. Allerdings hab ich mittlerweile wie von selbst - oder "dank" der Zeit, die ich bis Mitte letzten Jahres noch gelesen habe - so viel Abstand von meiner ehemaligen Lieblingsserie bekommen, dass ich die "bösen Wendepunkte", die für mich Sinclair 2.0 einläuteten und es sogar schafften, meine Leseleidenschaft völlig auszumerzen, sowie auch noch JD rausdrängten oder zum Rückzug zwangen, verfolgen will … bis zum bitteren Ende! Damit ICH ein Ende habe (der Rummel blockiert mich nämlich leider Gottes bei so einigen anderen Dingen. Passiert halt, wenn man zu lange Fan war. Daher … besser kein großer Fan von von irgendwas werden, die Enttäuschung über zwanghafte Veränderungen - NICHT Entwicklungen <-- kleiner aber feiner Unterschied - kann echt riesig und sehr mies ausfallen)!
NEIN, ich werde deshalb
nicht unfair bewerten oder jemandem absichtlich ans Bein pinkeln! Da ich – wie gesagt – bei Sinclair 2.0 keinerlei "Gefühlsausbrüche" mehr hatte oder verspüre - außer ab und an noch etwas Wut und pure Verzweiflung über gewisse Handhabungen - dass ich mir schon zutraue, die Sache nüchtern und objektiv anzugehen.
In diesem Sinne … die Raunacht-Saga soll ja wichtig und serienrelevant sein, also sind die vier Hefte schon mal Gegenstand dieser nüchternen, objektiven Betrachtung …
* * *
Denise will den Berserkergang machen, sehr zur Bestürzung ihrer beiden Freunde Ethan und Emma.
Und während ihr Morgana in Bezug auf Emma die Augen öffnet, bricht noch etwas anderes über sie herein … ein riesiger Koloss von Bär jagt in ihre Richtung, achtbeinige Wolfshunde und genauso vielbeinige Pferde mit Kriegern in einem Sturm …
Ok, der Berserkergang sei Denise gegönnt … aber naja … ich weiß nicht, wie ich dieses nächste Beziehungsgedöns jetzt finde. Alle reißen sich um Denise? Echt jetzt? Soll das mehr Drama reinbringen oder eine größere Bandbreite Leser anlocken? Sorry, aber das wirkt irgendwie gekünstelt. Auch unter "besten Freundinnen" kann Sorge entstehen und Wut darauf, dass eine von ihnen weggehen will, da muss es nicht gleich die große Liebe sein, die das verursacht. Das haben wir doch bei Ethan schon.
Dann war ich überrascht: die zu Nebenfiguren degradierten Conollys recht am Anfang?
Ok … vielleicht wurden sie schlichtweg möglichst früh "abgefrühstückt", damit man sich mit denen in den nächsten drei Teilen gar nicht mehr rumschlagen muss.
Aber nichtsdestotrotz – man soll ja ehrlich sein – hat mir das Familien-Freunde-Idyll im Hause Conolly ziemlich gut gefallen, denn es las sich auch so, idyllisch.
Doch kurz darauf erscheinen die ersten Anzeichen von einem nahenden Unheil:
Schnee. Zu viel davon. Meint Bill zumindest, während John es abtut und die Frauen sich raushalten.
Die "neue" Ausdrucksweise, die einigen Figuren in den Mund gelegt wird, ist zwar zeitgemäß, aber total ooc, bzw. sehr untypisch. Ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt oder das als "authentisch" bezeichnen würde.
Dafür war die Schneeschaufelnummer, der hässliche Weihnachtpulli, die Latschen und der meisterhaft geworfene Schneeballtorpedoangriff auf den Weihnachtspulli wieder umso "heimeliger", was sich positiv nach "altem Sinclair-Flair für meckernde Altleser" anfühlte. Nee, ehrlich jetzt, ich hatte beim Lesen wirklich ein kurz aufflammendes Feeling, das fast dem alten Sinclair-Feeling gleichkam. Aber nee, da ich nicht mehr vorhabe, mich wieder täuschen zu lassen, wars genau das: der Versuch, es Altlesern rechtzumachen. Wie dem auch sei … kann ja jeder sehen, wie er will …
Als John und Glenda jedenfalls wieder zum Yard fahren, werden sie Zeugen des nächsten unglaublichen Ereignisses: prügelnde Menschen, Polizisten und Suko, der dann aber den Männern eines Krankenwagens Geleit gibt, damit die sicher mit ihrer Trage und der darauf liegenden Person am Wagen ankommen: Kara.
Warum?
Auch bei den flaming stones tat sich Schnee auf, was für sich schon sehr ungewöhnlich ist, da dort magischerweise immer Frühling herrscht. Daher kamen Kara und Myxin auch zu dem einzigen Schluss, der logisch war: die Magie der Steine war erloschen. Sogar noch schlimmer, denn die flaming stones haben sich gegen sie gewandt und saugten Kara Lebensenergie ab. Nur mit List und Tücke kann Myxin sie mehr tot als lebendig aus diesem Martyrium rausholen.
Aber nicht nur in Alaska, London und bei den Flammenden Steinen wird’s seltsam, auch ihn Deutschland passieren merkwürdige Dinge …
Dumbledore … neee, Gandalf … ach was … Augenklappe herrjeeee … Odin latscht da in Hieroglyphen sprechend und im Schlepptau mit ein paar Rabenviechern nem Räumfahrzeug vor den Pflug, dessen Fahrer die Polizei ruft.
Jau, wer auch immer wen in der wilden Jagd jagt, zwei Götter sind schon mal gelandet … und sogar mit so einigen tierischen Abnormitätenviecher-Aufgebot. Mal sehen, welche da noch so auftauchen, ein paar hätte sogar ich als halbwegs informierte Marvel-Guckerin noch auf der Pfanne … und die
jüngere Edda hatte da schließlich auch so einiges so erzählen …
Kurz gesagt, in diesem ersten Teil häufen sich überall merkwürdige Ereignisse, Erscheinungen und eben auch aggressive Handlungen unter den Menschen.
Zusammengefasst:
Commissioner Dick bespricht sich mit Myxin, Sir James, John, Suko und Glenda.
John und Myxin wollen und sollen bei den flaming stones die Wurzel allen Übels suchen. Eine autogroße Rotte Spanferkel jagt aus einer Sturmfront aus dem Wald auf sie zu, über sie hinweg und die beiden Männer können noch gerade so eben und kurz vor Ohnmacht und von achtbeinigen Wolfshunden überrannt zu werden mit aktiviertem Kreuz und bewusst ausgerichtetem Schwert die Kurve kratzen.
Shao, Sheila, Marisa, Emma und Cathy sind im Harrods und dort prügelt sich die friedliebende Emma mit ner frechen Vettel, die Marisa beleidigt hat. Shao und Sheila zeigen der Dame beherzt den Ausgang und alle wollen und sollen nach nem Telefonat mit Suko dann auf Grund der Vorkommnisse wieder zurück zum conollyschen Bungalow.
Dort streiten Johnny und Bill gerade über die Standhaftigkeit des aufgestellten Baumes, als sie von Xorron bedroht werden und das auch noch Suko telefonisch mitteilen können, bevor die Verbindung tot ist.
In der Werwolfkolonie informieren Lykke und Asbirg Mary, Ethan und Emma, dass es sich bei dem Verletzten um niemand geringeren als Thor handelt … der wie im Wahn von Brüderchen Loki faselt, als sie erörtern, wer für
die Wilde Jagd verantwortlich sein könnte. Aufpasser Hildur wurde von Thor kurzer Hand ausgeknockt.
Lykke macht sich dann auf den Weg zu Yggdrasil und muss schockiert feststellen, dass die Weltenesche im Sterben liegt.
Der Gott der List und Lüge wiederum scheint Denise gefunden zu haben (auch wenn Loki für mich keene roten Haare hat; aber ja, in der ursprünglichen Sage hat er die und sieht da leider nicht aus wie Tom Hiddleston

), die nach dem Sturm im Berserkerlager in einem Baum gelandet ist und den schneller verlassen hat, als ihr lieb war. Er bringt sie zur Hütte und will Brüderchen Thor sehen.
Nur von Morgana fehlt noch jede Spur.
Harry und Dagmar sind in Hannover angekommen und machen Bekanntschaft mit dem alten Schneepflug-Zausel. Und der ist niemand Geringerer als Papi! Seines Zeichens Göttervater Odin … oder kurz: Augenklappen-Odin.
Lustig: Dagmar sagt, dass sie sich nur
hinlänglich in der nordischen Mythologie auskennen, weiß dann aber sogar die Namen von Odins Raben, den Götterboten Hugin und Munin, aufs Stichwort
So, schlussendlich sind Myxin und John wie befürchtet tatsächlich in Asgard gelandet, wo sie von ner fetten Eule, Ghouls und Hel erwartet werden. Erst hab ich gedacht, was die Rieseneule da soll, stammt sie doch eher aus der griechischen Mythologie, aber es könnte sich hier auch um Tutursel handeln, die wiederum mit der Unterwelt und den geisterhaften Kriegersilhouetten zu tun haben könnte.
Dann wird noch explizit erwähnt, dass Hels Fuß auf nem abgetrennten Kopf steht, den John aber nicht erkennen kann. Da alle anderen Charas grad irgendwo sind und so ihre Erlebnisse hatten und sogar Denise wieder zurück, bzw. auch noch Loki aufgetaucht ist, würde ich mal denken, dass es Morganas Kopf ist.
Ich hoffe aber, dass ich mich täusche, denn dann wäre wieder mal ne Figur von JD ausradiert worden.
Sogar zum zweiten Mal.
Die JD-Figuren-Auslöschung hatte ja so ca. mit dem Planetenfresser-Zweiteiler, der Hölle von Kasan und dem Kampf um die Hölle schon nen ordentlichen Rundumschlag begonnen!
* * *
Fazit:
Da ich mich aus Gründen immer mehr gegen die "neuen" Charas wie Hel, Denise und Co gelesen habe, die ich bis zu den, ums mal höflich zu formulieren,
Veränderungen eigentlich mal sehr mochte, gefielen mir die Geschehnisse in London am besten.
Ich würde sogar sagen, dass diese Szenen nen coolen Unterhaltungswert für mich hatten und auch Spaß machten. Kleine Sticheleien, gegenseitiges Informieren und auf den neusten Stand bringen, um Hilfe bitten, zusammenrotten und Lagebesprechung und das alles, das kam schon einem sentimentalen Feeling nahe, dass mich sehr an die Serien-Intention von früher erinnerte.
Dagegen steht dann allerdings, dass in diesem einen Roman bereits satte 27 Figuren auftreten (ohne Nebenfiguren, Viecher oder Charas, die nur gesehen wurden, wie z.B. Xorron! Nur sprechende oder handelnde Figuren sind inbegriffen)! Schon happig, denn dies ist ja erst der Anfang!
Irgendwie ist, bzw. wirkt das alles ne Nummer zu viel und zu abgedreht für Sinclair, die Göttersache und so. Wenn mal EIN Gott auftauchte, wars noch ok, John ist ja schon so einigen Individuen begegnet ... aber dass die jetzt alle auf die Erde spazieren und da auch samt Wilder Jagd für Krawall sorgen, das hat (für mich!!) so gar nix sinclair'sches an sich.
Ich würde diesem ersten Teil trotzdem ein
sehr gut verpassen. Schreibe war wie immer herausragend (und für die Fehler, die noch drin gelassen wurden, kann der Autor ja nix, dafür gibbet ja normalerweise Korrekturleser/Korrektorat/Lektorat/etc.)
Allerdings stimme ich jetzt noch nicht ab, sondern mache das erst, wenn ich alle vier Teile gelesen habe. Erfahrungsgemäß kann sich die Bewertung wegen des Verlaufs noch ändern … möglicherweise würde ich diesem hier dann sogar ein
top geben, in Anbetracht dessen, was in den anderen drei Teilen noch passiert/passieren könnte - nur so als Beispiel - daher wird erst
alles gelesen!
* * *
Das
Cover finde ich diesmal sogar recht gelungen. Es zeigt genau das, was draufsteht: die Wilde Jagd und ihre Geisterkrieger, begleitet von (wenn ich mich jetzt nicht sehr täusche) Tutursel, die auch Morgana verschleppt, Denise fallengelassen und John und Myxin angegriffen hat.
Die
LKS – ich verstehe immer noch nicht, warum nur EIN Co-Autor neben JD ne Leserseite kriegte, wo noch mindestens zwei andere dafür genauso prädestiniert gewesen wären – erzählt von nem Event in Hamburg, einer Lesung auf der Flussschifferkirche mit Ian Rolf Hill und Lara Möller zum Thema Gott und Religion im Horrorroman, bei der auch der Roman "Fighting with my Demons" eine Rolle spielte.
Die Lesung kam bei den Besuchern auch gut an, wie zwei Anwesende, u.a. unser beliebter Forums-"Gründer" (

) iceman76, berichten. War nett zu lesen, ich find Berichte von Fans für Fans immer cool!
