Handlung: Frantisek und Marie Marek versuchen dem, mittlerweile zum Vampir gewordenen, Abt Gabor zu entlocken, wo das sogenannte Blut-Manifest von Vater Marin versteckt wurde. Sie hoffen damit ihren Sohn Alexandru noch retten zu können. Nach einer Folter mit Weißdorn erfährt Marek von Gabor was er wissen will. Vater Marin soll das Blut-Manifest nach Sighisoara, in deutsch Schäßburg, gebracht haben. Frantisek und Marie brechen unverzüglich dorthin auf. Die Mönche von Tirgoviste stellen ihnen für die Fahrt ihren Kleintransporter zur Verfügung. Gabor, der ehemalige Abt, wird auf der extra gesicherten Ladefläche mitgenommen. Wird es den Mareks gelingen das Blut-Manifest zu finden, mit dem ihr Sohn Alexandru womöglich gerettet werden kann, bevor ihre Verfolger von der Securitate zuschlagen?
Meinung: Auch zum vierten Band der Miniserie von Ian Rolf Hill erstellte Thomas Greiwe, mit KI – Software, wieder ein düsteres und passendes Titelbild. Für die, von Marek, auf der Insel vor Snagov, zurückgelassene Seraphina sah es nicht allzu gut aus. Aufgrund der Wetterlage konnten ihr die beauftragten Dorfbewohner immer noch nicht helfen. Nun tauchte im Dorf auch noch eine zehnköpfige Einheit der Securitate auf, der berüchtigten Geheimpolizei der Diktatur. Sie waren auf der Suche nach Marek und Seraphina. Daher wollten sie sich auch persönlich um die, auf der Insel zurückgelassenen, Frau kümmern. Ihre Anführer schienen zunächst Vampire zu sein. Es waren aber andere dämonische Wesen. Veruca war eine Hexe und gleichzeitig eine Vampir-Schlange und ihr Vertrauter Juri war irgendwie eine Mischung zwischen Vampir und Ghoul, wenn sie ihre menschlichen Tarngestalten ablegten.
Einen überraschenden, von mir nicht erwarteten und im wahrsten Sinn feurigen Kurzauftritt, hatte der Schwarze Tod. Er war nicht nur der Meister von Bredica, und Lidia gewesen. Auch Veruca die Direktorin und Anführerin der Securitate-Einheit war ihm hörig. Weil der Schwarze Tod das Chaos wollte, stand er hinter dem Plan, dass Dracula wieder Rumänien beherrschen sollte.
Auf den Seiten 70,71 und 86 sorgte Ian Rolf Hill dieses Mal für Verwirrung, als angeblich die, in Tirgoviste, getötete Bredica plötzlich auf der Insel vor Snagov wieder auftauchte. Dieses war natürlich ein krasser Textfehler. Es hätte Veruca heißen müssen, mit der die Handlung dann auf der Seite 72 auch fortgesetzt wurde. Mich ärgern solche Fehler immer sehr. Allerdings erfolgte gegen Ende des Romans doch noch eine Erklärung dazu. Wie schon zuvor Bredica und Lidia, sahen sich auch Veruca und Bredica ähnlich wie Zwillingsschwestern. Es konnte also durchaus zu Verwechslungen kommen.
Eine andere Überraschung war dagegen, dass Seraphina und Juri von der Securitate Geschwister waren. Mit Seraphina selber war Mitleid angesagt. Sie war eine toughe und unermüdliche Kämpferin. Obwohl ihre Lungenentzündung noch nicht abgeklungen war, musste sie mit ihren Klamotten schon wieder ins eiskalte Wasser. Ich konnte mir bestens vorstellen wie schmerzhaft, dass wohl für sie gewesen war. Dass tat schon fast beim Lesen weh. Sie hatte aber auch eine perfekte Idee dazu, wie sie sich von ihrem mutierten Bruder befreien und ihr eigenes Leben einmal mehr retten konnte. So hatte wenigstens eine Falle Draculas am Ende doch noch einem guten Zweck gedient.
Der Roman bot gute Unterhaltung und war durchweg spannend geschrieben worden, auch wenn die Handlung insgesamt erneut nur ein kleines Stück voran kam. Die Lesereise durch Rumänien führte weiterhin an Orte, die für Dracula einst von besonderer Bedeutung waren. Dieses Mal stand mit Sighisoara, dem ehemaligen Schäßburg, Draculas Geburtsstadt im Mittelpunkt der Handlung. Eine Perle Siebenbürgens mit einer Altstadt, die zum Weltkulturerbe zählte.
Am Ende gelang es Marie zwar, mit der Hilfe des Geistes von Vater Marin, das Blut-Manifest zu finden und an sich zu bringen. Doch die Freude darüber währte nicht lange, weil sie und Frantisek in die Fänge eines Agenten der Securitate gerieten. Der folgende Epilog versprach bereits weitere Spannung in Petrila. Veruca, ihre Getreuen und der gefangene Alexandru landeten dort mit einem Hubschrauber auf dem Marktplatz.
Insgesamt entschied ich mich dafür, diesen vierten Teil der Mini-Serie mit der Note 2 = Gut und dementsprechend mit 4 von 5 Eichenpflöcken zu bewerten. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
