Handlung: Im Kloster von Snagov trifft Marek endlich Alexandru wieder. Für Alexandru ein schicksalhafter Ort, an dem vor sechsundzwanzig Jahren, nach einem nicht hundertprozentig gelungenen Ritual, der Geist Draculas in seinen Körper gelangte. Gemeinsam mit Seraphina konnten die beiden Mareks aber trotzdem, die von Bredica geschaffenen Hyänen vernichten. Die Vampir-Hexe selber konnte erneut entkommen. Für Frantisek und Alexandru gibt es ein neues Ziel. Das Kloster von Tirgoviste. Dort hatte Alexandru, Frantiseks Frau Marie untergebracht, in der trügerischen Hoffnung, dass sie dort in Sicherheit wäre. Allerdings stecken Frantisek , Alexandru und Seraphina erst einmal im Kloster Snagov, auf der Insel im See, fest. Die Boote wurden zerstört und es gibt weder Strom noch Telefon um mit dem Festland in Kontakt zu treten. Während Marek versucht eine Spur zum Buch mit dem Namen Blut-Manifest zu finden, wird Alexandru von Albträumen und der Stimme Draculas in seinem Kopf gequält. Er kann allerdings die schlafwandelnde Seraphina vor einem schrecklichen Tod bewahren. Zu allem Überfluss schnappt sich Alexandru auch noch Mareks Pfahl, um außerhalb des Kloster mit Bredica abzurechnen. Doch Bredica entreißt ihm den Pfahl und entführt Alexandru erneut, vor den Augen von Sreaphina und Frantisek. Beim Versuch den Pfahl zurückzuholen bricht Seraphina ,auf dem gefrorenen See, ins Eis ein. Marek holt sie erfolgreich aus dem Loch im Eis heraus und bringt sie zurück ins Kloster. Dort versorgt Frantisek sie, so gut er kann, bevor er sich allein auf den Weg nach Tirgoviste macht, um Marie und möglicherweise auch Alexandru beizustehen. Sofern er die Stadt überhaupt noch rechtzeitig erreicht.
Meinung: Auch den 3. Teil der Mini-Serie von Ian Rolf Hill zierte ein eindrucksvolles und auch sehr gutes Titelbild. Für dieses war erneut Thomas Greiwe verantwortlich, der es mit KI – Software erstellte. Es zeigte Dracula, der in diesem Augenblick Alexandrus Körper beherrschte, und, auf seinen Armen liegend, Seraphina, mit der er Schreckliches vorhatte. Am Anfang schilderte Ian Rolf Hill zunächst die Ereignisse im Kloster Tirgoviste, die zur Wiedererweckung eines alten Vampirs führten. Marie wurde dabei gleich zur unfreiwilligen Zeugin und später auch zum gejagten Opfer.
Was ich befürchtet hatte, trat dann auch sehr schnell ein. Auch wenn Draculas Geist bislang seinen Körper noch nicht vollständig übernehmen konnte, quälte er Alexandru immer mehr und beeinflusste zumindest zeitweise auch sein Handeln. Albträume in denen Alexandru Episoden aus Draculas Leben noch einmal miterleben konnte, gehörten auch dazu. Um das damalige Ritual zu vollenden, oder auch um es aufzuheben, wurde ein besonderes Buch benötigt, das Blut-Manifest. Dieses Buch war vor sechsundzwanzig Jahren zusammen mit Vater Marin verschwunden. In diesem Buch sollte auch verzeichnet worden sein, wo Draculas Diener begraben wurden.
Überhaupt gab es, egal ob in Snagov oder Tirgoviste, ständig immer wieder Spuren oder Orte, die für den brutalen Woiwoden-Fürsten Dracula im Leben und im Tod wichtig waren und die er der Nachwelt hinterließ. Es war im Roman immer wieder spannend zu lesen wie Marie oder Frantisek entsprechende Spuren fanden oder die geschichtsträchtigen Orte aufsuchten. Dazu gab es auch viele interessante Informationen von Ian Rolf Hill zur teilweise wahren Vorgeschichte des Fürsten Dracula, dessen korrekter Name Vlad Tepes lautete. Seinen Beinamen „der Pfähler“ verdiente er sich auf grausamste Art und Weise.
Weil sein Geld für ein Leihauto nicht reichte, ritt Frantisek per Pferd von Snagov nach Tirgoviste. Die Überbrückung der Entfernung von etwa 60 km vollzog er so nach der Art der Cowboys. So kannte ich den Pfähler bislang auch noch nicht. Er gab aber auch im Sattel, trotz seines Alters, noch eine gute Figur ab.
Wie konnte es anders sein? Der im Kloster bei Tirgoviste erweckte Vampir war kein geringerer als Vlad II. Dracul gewesen, der Vater von Dracula. Es blieb also in der Familie und war gleichzeitig eine besondere Art der Familienzusammenführung.
Auch in diesem Roman gab es, besonders im letzten Teil, überraschende Wendungen. Erneut wurde ein Verbündeter, den man als verlässlich einstufte, zum Gegner, der Marek kurzerhand nicht nur überraschte, sondern auch noch lebendig begrub. Ein Schicksal, dass er nun mit John teilte, der auch diese zweifelhafte Erfahrung bereits machte. Sehr neu war für mich aber die Aussage im Text gewesen, dass Eisen auf Vampire genauso abschreckend wie Silber wirken sollte.
Ian Rolf Hill gönnte sich ansonsten erneut keine Schwäche und bot auch mit dem 3. Band dieser Mini-Serie atemlose Spannung und dazu beste Unterhaltung vom Anfang bis zum Ende. Dieses machte mir die Entscheidung über die Bewertung leicht. Ich vergab auch für diesen Roman die Note 1 = Sehr Gut und dazu passend 5 von 5 Eichenpflöcken. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich wieder mit
Top ab.
