Handlung: Während Zamorra und Nicole im Arbeitszimmer gerade Nachrichten aus aller Welt sondieren, meldet Butler Thomas Bernard Faure an, einem Lehrer aus Saint – Cyriac, der Zamorras Hilfe sucht. Kurz bevor Bernard am Morgen zu seinen Schülern nach Feurs fahren wollte, tauchte die Bestatterin Madame Lukrezia vor seiner Tür auf, die unbedingt seine Frau Valérie sprechen wollte. Valérie schickte Bernard fort und bat Lukrezia ins Haus. Als Bernard mittags nach Hause kam, war das Haus leer. Er fand seine Frau aber inmitten einer mittelalterlichen Folterszene, auf einem frisch gemalten Bild wieder. Kurz zeigte sich ihm auch noch eine veränderte Lukrezia mit einem Folterinstrument in der Hand. Zamorra und Nicole begleiten Bernard zurück ins Dorf um dessen Haus unter die Lupe zu nehmen. Zamorra setzt die Zeitschau ein und entdeckt tatsächlich Spuren schwarzer Magie, die er aber nicht näher bestimmen kann. Kurz darauf verschwindet auch Madame Claire auf ähnliche Art aus ihrer Wohnung. Wieder wurde zuvor der seltsame Leichenwagen von Madame Lukrezia vor dem Haus gesehen. In Claires Wohnung übernimmt Nicole die kraftraubende Zeitschau und verschwindet plötzlich direkt vor Zamorras Augen. Zamorra bleibt ratlos zurück. Wer ist diese Lukrezia und was plant sie genau? Findet Zamorra einen Weg um den entführten Frauen zu helfen, Lukrezia zu stellen und weitere Entführungen zu verhindern, oder wird die Hexe triumphieren?
Meinung: Ein weiterer Roman von Veronique Wille. Auf dem mittelmäßigen Titelbild von Deniz Celen wirkte die Titelfigur wie eine Mumie. Schon beim 2. Kapitel, ab Seite 4, stand Veronique mit einigen Namen auf dem Kriegsfuß. Der Engel der Teri mit sich nahm hieß Tophoas und nicht Taphoas. Der Wirt aus der Dorfkneipe hatte auch nichts mit Mousse au Chocolat zu tun. Er hieß immer noch Mostache und nicht Moustache, wie es mehrfach im Text stand. Das hätte Werner Kurt sicherlich gewusst, der wieder im „Zum Teufel“ zu Gast war und einen kleinen, aber nachdenklich machenden Auftritt hatte.
Überhaupt machte der Schreibstil von Veronique, besonders in der ersten Romanhälfte, aufgrund zahlreicher vermeidbarer Textfehler einen unsauberen Eindruck. Auf der Seite 40, folgte ein weiterer unverständlicher Textfehler. Kyra war niemals ein höllischer Archivar gewesen und außerdem bei der Besprechung der Schlossbewohner im Archiv gar nicht anwesend. Dieses stand noch auf der Seite 39. Folglich konnte sie sich auch nicht zu Wort melden. Es hätte also in der rechten Spalte auf der genannten Seite eindeutig Faolan und nicht Kyra heißen müssen.
Diese ständigen Fehler nervten schon und verwischten den an sich guten Eindruck, den dieser gut aufgebaute klassische Hexenroman ansonsten hinterließ. Der Teufel Anachronus hatte sich im 17. Jahrhundert im noch namenlosen Dorf, das später Saint-Cyriac hieß, eingenistet und für seine Zwecke den Bauernhof von Lukrezias Eltern erwählt. Lukrezia wurde die Mätresse und Dienerin dieses Teufels und half ihm dabei, die Bewohner des Dorfes nach und nach mit den Thesen der Hölle zu vergiften. Bis es, wie es in solchen Fällen immer war, zur Eskalation kam. Aufrechte Dorfbewohner machten dem Treiben ein Ende und holten einen bekannten Inquisitor zur Hilfe. Der Rest war die Rache-Geschichte der geschundenen Lukrezia, die die Nachkommen dieser Dorfbewohner treffen sollte. Kein Wunder, das die bekannteste, weil einzige Dorfkneipe, immer noch den Namen „Zum Teufel“ trug. Damit war wohl nicht nur Asmodis gemeint. Ich verstand allerdings nicht, warum es hier wieder ein unbekannter Teufel sein musste, obwohl alle Attribute auch bestens zu Asmodis gepasst hätten. Veronique verwendete auch Originalzitate aus dem berüchtigten „Hexenhammer“, was besonders authentisch wirkte.
Zamorra konnte nach langer Zeit mal wieder die Zeitringe benutzen. Allerdings beging er dabei beinahe einen unverzeihlichen Fehler und handelte sich gleich eine Strafpredigt von Sara Moon ein. Zur Funktion des Dhyarra – Kristalls gab es aber leider einmal mehr eine falsche Darstellung. Nicole hätte durchaus Lukrezia dazu ermuntern können den Dhyarra zu benutzen. Dann wäre die Hexe aber zu früh erledigt gewesen. Final beendete Veronique diesen Roman dann auf eine eher ungewöhnliche aber überzeugende Art und Weise.
Unter Abwägung aller angesprochenen Eindrücke und Kriterien entschied ich mich letztendlich dafür, auch diesen Roman mit der Note 3 = Befriedigend zu bewerten und auch an Veronique 3 von 5 Amuletten zu vergeben. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Gut ab.
