Handlung: Während Zamorra am Steuer seiner Göttin sitzt, träumt Nicole davon, dass sich Teri Rheken in eine Dämonin oder einen schwarzen Schwan verwandelte. Um Nicole auf andere Gedanken zu bringen, wechselt Zamorra auf die Beifahrerseite und überlässt ihr das Steuer seines geliebten Autos. Nach einer teilweise sehr halsbrecherischen Fahrt erreichen sie doch noch heil das Château. Aufgrund ihres beunruhigenden Traums will Nicole endlich die Suche nach Tophoas forcieren, dem Engel der womöglich Teri helfen kann. Sie wendet sich zunächst an Sara Moon, die aber keine wirkliche Soforthilfe ist. Hilfreicher sind da schon die hauseigenen Bibliothekare. Pascal und Faolan konnten Videos zu Engelserscheinungen sammeln. Zwei davon wirken besonders authentisch und glaubwürdig. Sowohl aus Island als auch in Peru wurden kranke Frauen durch einen Engel geheilt. Die Dämonenjäger entschließen sich dazu getrennt vorzugehen. Zamorra fliegt nach Island und Nicole nach Peru, mit dem gemeinsamen Ziel mehr über die Identität des jeweiligen Engels heraus zu finden. Werden sie bei ihrer Suche Erfolg haben und damit Teri Rheken doch noch retten können?
Meinung: Mit diesem Roman steuerte Thilo Schwichtenberg langsam aber sicher auf das Finale seines aktuellen Zyklus zu. Laut der Vorankündigung, sollte dieses Ende einige gravierende Änderungen in der Serie mit sich bringen. Zunächst gab es aber mal wieder einen „Schwanengesang“. Dieser Titel war leider keineswegs neu. Er war absolut identisch mit dem Titel von PZ Band 899. Dass war für mich schon einmal sehr ärgerlich gewesen. Die Schwäne sangen in der Serie für meinen Geschmack etwas zu oft. Damit also nun zum „Schwanengesang 2.0“ Wie wäre es mit diesem Titel gewesen, oder als Alternative dazu einfach „Schicksalsmelodie ?“
Das Titelbild der Agentur Shutterstock sagte mir dieses Mal nicht besonders zu. Es sollte wohl die, von Nicole geträumte Begegnung mit Teri Rheken darstellen, wirkte aber auf mich trotzdem wie bedeutungslose Massenware. Selbst wenn man die entartete Teri mit der Darstellung noch akzeptierte, war aber die zweite Person im Schatten des Baumes auf gar keinen Fall Nicole.
Nach dem kleinen Ärger über den doppelten Titel konnte mich Thilos Roman im ersten Drittel, im Gegensatz zu meiner eigenen Erwartung, nicht wie gewohnt fesseln und überzeugen. Die Begründung dafür war schwierig zu finden gewesen und nicht ganz leicht zu erklären. Es spielten dabei wohl mehrere Faktoren eine Rolle. Zunächst einmal kam mir der Schreibstil von Thilo ungewohnt holperig vor. Die Szene mit dem plötzlichen Auftauchen von Sara Moon las sich irgendwie schwierig. Ich benötigte drei Ansätze um sie richtig zu verstehen. Das Engelsthema an sich packte mich auch noch nicht so recht. Wobei Tophoas auch kein gebräuchlicher Engelsname war. Vielleicht würde es dazu noch eine Erklärung geben. Das Kapitel mit Luzifers Rückkehr nach Avalon war auch noch kein Durchbruch gewesen, weil es erst einmal wie ein Fremdkörper im Roman wirkte.
Wirklich gefallen konnten mir zunächst nur die Kapitel aus der Hölle, in denen Stygia nun vor das Tribunal der Hölle geladen wurde, aufgrund ihres seltsamen Verhaltens in der jüngsten Vergangenheit. Vorgeworfen und zur Last gelegt wurde ihr besonders der aktuelle Nichtangriffspakt mit Zamorra. Dass sie die Kräfte der Hölle bündeln musste, weil Luzifer von ihr den Angriff auf die himmlischen Sphären verlangte, durfte sie niemandem verraten. Dieses brachte Stygia nun in ernsthafte persönliche Schwierigkeiten, die besonders von Belial ausgingen. Nach und nach kam ich dann, über diese Handlung, auch besser in den Rest des Romans hinein, was dazu betrug das sich mein Eindruck insgesamt verbesserte, dazu gehörte auch der Schreibstil. Die Engelsthematik war halt mitunter recht schwere Kost. Dies war es auch für Zamorra und Nicole, bis sie endlich mit Tophoas Kontakt aufnehmen konnten.
Nachdem sie durch die Blume der Verdammnis still gelegt wurden, hatte ich eigentlich erwartet, dass die Namenlosen Alten, mit denen ich nie besonders viel anfangen konnte, endgültig Geschichte waren. Nun erweckte Luzifer diejenigen unter ihnen, die auch als Blutgötzen von Atlantis bekannt waren. Obwohl diese Luzifer immer noch nicht mochten und ihn sogar eher verhöhnten. Ausgerechnet sie hatte der Höllenkaiser nun für eine besondere Aufgabe auserwählt. Welche absonderliche Logik seinerseits ihn auch immer dazu trieb. Für mich waren diese Namenlosen Alten immer schon eine billige Kopie der Großen Alten aus der Sinclair - Serie gewesen und deshalb durchaus verzichtbar. Besonders schlimm empfand ich die nahezu unaussprechlichen Namen dieser Dämonen, obwohl sie eigentlich namenlos sein sollten. Ein weiterer Widerspruch an sich.
Luzifers wahnsinniger erster Plan sah nun vor, dass die Blutgötzen mit ihrer Energie die Zeiten-Fähre Avalon / Hölle quasi umpolen sollten. Sie sollte ihre Richtung ändern, gegen die Erde prallen und dadurch Erde und Hölle, sowie Avalon, vernichten. Für Zamorra und Nicole hieß es Abschied von Teri zunehmen, bevor Tophoas sie mit sich nahm. Für die vage Chance einer Genesung benötigte Tophoas nichts geringeres als die Seele eines Erzdämons. Rätsel gab auch weiterhin das kosmische Wesen auf, dass sich Bill Fleming nannte und sich in Zamorra reinigen wollte. Zu beiden Sachen könnte man sagen: „Wenn es mehr nicht ist.“
Viel wurde in diesem Roman also nicht endgültig aufgeklärt. Es wurden aber die letzten Vorbereitungen für ein womöglich denkwürdiges Finale getroffen, auf das ich nun sehr gespannt war. Nachdem für mich nicht so ganz überzeugenden Beginn, wurde der Roman hinten heraus aber stetig besser. Ich entschied mich daher am Ende dafür, diesen Roman mit der Note 3 = Befriedigend zu bewerten und demzufolge 3 von 5 Amuletten an Thilo zu vergeben. So war es dann doch noch ein zufriedenstellender Abschluss geworden. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Gut ab.
