Handlung: Um zwei Uhr am frühen Morgen wird John von der Notrufzentrale geweckt. Ein gewisser Corvin Hades hatte Vampire auf dem nördlichen Weg im Regent´s Park gemeldet. John ist bei dem Namen sofort alarmiert und klingelt nebenan bei Suko, trotz der frühen Uhrzeit, Sturm. Die Tür öffnet aber Shao. Sie teilt John mit, dass Suko bereits fort ist, ohne das sie im Schlaf davon etwas mit bekam. Shao entschließt sich dazu den Geisterjäger zu begleiten. Im Regent` s Park geraten John und Shao tatsächlich in einen Hinterhalt und werden plötzlich von acht Vampiren gleichzeitig angegriffen. John und Shao drohen bereits der Übermacht zu unterliegen, als plötzlich Suko im letzten Moment auftaucht und eingreift. Suko benimmt sich nach dem Kampf seltsam, kalt und herrisch, weil er sich, dadurch dass der Mondstein ihn führt, allen anderen gegenüber überlegen fühlt. Selbst dass Joycelin, die mit Suko im Wagen saß, spurlos verschwand stört ihn nicht. Obwohl er sie erst kurz vorher in ihrer Wohnung vor Vampiren retten musste. Während Suko seine Freundin nach Hause bringt, entschließt sich John dazu, zumindest eine Polizeistreife zum Haus von Ryan Pollack zu schicken und dort nach dem Rechten sehen zu lassen. Auch Ryan könnte genau wie Joycelyn ein Ziel der Rache von Corvin Hades sein. John fragt sich, ob das dauerhafte Mitführen des Mondsteins negative Auswirkungen auf Sukos Psyche haben wird und befürchtet nicht Gutes. Gleichzeitig sucht er nach Anhaltspunkten um eine Spur zu Corvin Hades zu finden. Würde der gerissene Vampir am Ende erneut triumphieren, während sich John und Suko gegenseitig bekämpfen?
Meinung: Ein weiterer Roman von Marlene Klein, in dem die Autorin die Handlung um den Möchtegern Supervampir Corvin Hades fortsetzte. Zumindest eine gehörige Portion Raffinesse musste diesem, nach seinem ersten Auftritt, aber doch zugesprochen werden. Hatte er doch keine Geringere als Justine Cavallo persönlich überlistet und zum Narren gehalten. Das Titelbild zum Roman erstellte der Bastei-Verlag mit KI – Software. Im Vergleich zu vorherigen Titelbildern wirkt Suko darauf aber ungewöhnlich weich. Er ähnelt zudem sehr stark dem chinesischen Schauspieler Aaron Le aus der WDR – Vorabendserie „Rentnercops“. Die Leuchtkugel in Sukos Hand sah aber gar nicht wie der Mondstein aus.
Es mutete zunächst erst einmal seltsam an, dass sich der Mondstein in einer Schachtel unter Sukos Bett befand. Obwohl sich Suko sicher war, diesen im Tresor im Yard eingeschlossen zu haben, wo sie auch andere Artefakte oder besondere Waffen aufbewahrten. Eine zufriedenstellende Erklärung für diese Unstimmigkeit lieferte Marlene zunächst nicht. Litt Suko etwa unter einer beginnenden Demenz?
Corvin Hades hatte sich mittlerweile in einer leerstehenden und bislang unverkäuflichen Stadtvilla in Mayfair eingenistet und sich dazu eine kleine Armee an Dienern geschaffen, die ihm gehorchten und ihn unterstützten. Bislang war über Corvin Hades nur bekannt gewesen, dass er als Student seinem Mentor diese verhängnisvolle Dissertation vorlegte. Aber daran, dass er auch Leadsänger einer Rockband gewesen sein sollte, konnte ich mich gar nicht erinnern. Vermutlich fiel dieses auch Marlene erst nachträglich ein, um eine künftige Fortsetzung damit zu untermauern, die sie aber erst plante nachdem sie den Zweiteiler schrieb. Nicht ganz idea,l konnte man aber so machen, weil manchmal eben auch nicht alle Aspekte eines Charakters zugleich offen gelegt wurden. Auf der Seite 23 unterlief Marlene, in der linken Spalte ganz oben, aber ein Namensfehler im ansonsten bis dahin gut geschriebenen Roman. An dieser Stelle hätte es Shao und nicht Suko heißen müssen.
Suko und John gerieten erneut heftig aneinander. Eine derartige Handlung war mittlerweile aber nicht mehr neu und absolut ungewöhnlich. Ihre Freundschaft drohte erst vor gar nicht langer Zeit zu erbrechen, als sich John veränderte, nachdem er mehrfach die Engel der Unzucht und Hurerei anrief. Nun war es Suko, der zunehmend zur Belastung wurde, weil er sich zu sehr dem Mondstein hin gab, der sich negativ auf seine Psyche auswirkte. Marlene beanspruchte und erwartete für diese Konstellation aber keine Exklusivrechte, weil sie den Sachverhalt auch genauso im Roman wieder gab. Derweil besorgte sich Justine Cavallo ein neues asiatisches Schwert, dass einer Machete ähnelte. Sie testete dieses auch sogleich am arglosen Verkäufer, für den es der letzte Deal seines Lebens wurde.
Im letzten Romandrittel unterliefen Marlene dann aber gleich mehrere Fehler hintereinander. Auf der Seite 48 hatte John angeblich beide Hände mit Beretta und Kreuz voll. Letzteres stimmte aber nicht, weil aus dem vorherigen und nachfolgenden Text eindeutig hervor ging, dass das Kreuz offen über dem Hemd, an der Kette, um Johns Hals hing. Es war aber in Polizeikreisen durchaus üblich eine Pistole, für einen genaueren Schuss, mit beiden Händen festzuhalten. Auf der Seite 49 lag Ryan gefesselt auf dem Lattenrost des Bettes, ohne Matratze. Wo sollten denn da die Sprungfedern herkommen, die sich angeblich durch die Haut seines Rückens bohrten? Ein Lattenrost hatte keine Sprungfedern. Auf der Seite 56 schoss John mit der Beretta auf den Mondstein. War das Material so weich? Normal hätte das niemand so gemacht, weil ein Schuss auf einen Stein, in unmittelbarer Nähe, einen gefährlichen Querschläger hätte verursachen können, mit hoher Eigenverletzungsgefahr. Wesentlich sicherer wären daher Kreuz oder Dämonenpeitsche gewesen. Ebenso war es wohl schlecht möglich, dass Corvin als Vampir noch erschrocken keuchen konnte (S.58).
Es war mir auch nicht ganz verständlich, warum Suko nur mit seiner Beretta auf die zahlreichen Vampire schoss und nicht auch seine Dämonenpeitsche einsetzte, um Munition zu sparen. Wenn Justine nicht aus Eitelkeit zuerst Joycelyn geköpft hätte, wäre Corvin geliefert gewesen. Mit ihrem Vorhaben Corvin durch den Tod seiner Freundin zu schocken, gab sie ihm ungewollt die Gelegenheit zur Flucht. John und Suko agierten danach genauso dumm, wie zuvor Justine. Statt sie einfach anzugreifen und die Chance zu ihrer Vernichtung wahr zu nehmen, diskutierten sie mit Justine so lange, bis diese ebenfalls floh. Einmal mehr dumm gelaufen.
Sicherlich mochte ich Vampir-Romane immer besonders. Doch dieser Roman wies am Ende einfach zu viele Logikfehler und Ungereimtheiten auf. Da merkte man doch, dass Marlene mehr eine Hobby-Autorin, als eine gelernte Autorin war. Ich entschied mich insgesamt dieses Mal dafür, den Roman mit der Note 4 = Ausreichend zu bewerten und dazu passend 2 von 5 Kreuzen zu vergeben. Dieses hatte zufolge, dass es seit dem ersten Roman mit Corvin Hades leider stetig immer um eine Note abwärts ging. Es wurde Zeit für den Umkehrtrend. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Mittel ab.