Handlung: Sir James ruft John an, der sich mit seinen Freunden noch in Osaka aufhält. Er teilt ihm mit, dass Asmodis in London Chris Ainsworth tötete. Weil die japanischen Behörden Suko, Shao und die Conollys noch nicht gehen lassen wollen, tritt John allein den Rückflug nach London an. Nach dem Umstieg in Shanghai steht plötzlich Asmodis vor John, der dafür den Körper eines Stewards benutzt, bevor er während ihres Gesprächs in den Körper eines chinesischen Geschäftsmannes wechselt. Asmodis versucht John über seinen Irrtum aufzuklären, was das wahre Verhältnis zwischen Lilith und Pandora betrifft und bietet ihm gleichzeitig einen Waffenstillstand und ein Bündnis an. John lehnt das Angebot aufgrund der zahlreichen Morde, für die er Asmodis verantwortlich macht, ab. Kaum am Flughafen Heathrow gelandet, nimmt sich John ein Taxi, weil Jane das Angebot ihn abzuholen, aufgrund ihres instabilen Gesundheitszustandes telefonisch widerruft. John wird im Taxi durch Gas außer Gefecht gesetzt. War Asmodis damit doch noch am Ziel seiner Intrige angekommen?
Meinung: Ein Roman von Ian Rolf Hill, in dem es um die Rachegelüste von Asmodis ging, nachdem es ihm gelang aus Pandoras Kristallgefängnis auszubrechen. Diese Konstellation sorgte bei mir bereits im vorfeld für eine ungute Vorahnung. Ich befürchtete, dass zumindest eine Person aus Johns direktem oder erweitertem Freundes – und Bekanntenkreis diesen Roman nicht überleben würde. Das Titelbild dazu erstellte einmal mehr Thomas Greiwe, mit KI – Software. Auffällig war, dass bei ihm der Teufel immer einen leichten Grünstich hat. Außerdem wirkte dieses Titelbild etwas obszön, weil es sicherlich ungewollt den Eindruck vermittelte, dass Asmodis John von hinten penetrieren würde. Es gab auf jeden Fall schon bessere Darstellungen von Thomas Greiwe.
Meine Befürchtung wurde dann schneller als erwartet zur Gewissheit. Gegen ihre eigene Überzeugung stimmte Jane zu, sich noch einmal mit Chris Ainsworth zu treffen. An einem scheinbar sicheren Ort. Ein Café in London am helllichten Tag. Doch Asmodis stellte ihnen eine perfekte Falle. In der Tarngestalt einer Kellnerin, tötete er Chris vor den Augen von Jane, die gerade im Begriff war das Café zu verlassen und schon in der Tür stand. Die ausgelöste Explosion tötete auch Unschuldige. Die Frage war nun, ob es im Verlauf des Romans noch weitere Todesfälle in Johns Umfeld geben, oder ob es bei Chris bleiben würde? Jane wollte mit ihrer Trennung von Chris, eigentlich dessen Leben retten. Dieser Schuss ging aber nach hinten los, oder die Entscheidung dafür kam einfach zu spät. Sie wurde von Chris ohnehin nicht akzeptiert.
Mir war es aber schleierhaft warum Ian Rolf Hill die Wände im Krankenhauszimmer von Jane wieder einmal als eierschalengelb bezeichnete. Diese Farbe und das Wort machten überhaupt keinen Sinn, weil es auch gar keine gelben Eierschalen gab.

Dass sich Asmodis derzeit in der Hölle nicht mehr blicken lassen konnte und quasi ausgestoßen wurde, machte es erforderlich, dass er auf der Erde immer wieder in wechselnden Tarngestalten auftrat und dabei neue Verbündete suchte. Nach der Abfuhr bei John versuchte er sein Glück beim Londoner Mafiaboss Frederick Beauchart, den er als Angelo di Samos aufsuchte. Dieser neue Status erinnerte ein wenig an die Zamorra – Serie.
Im Handlungsablauf gab es dann eine Stelle, die auf den ersten Blick unlogisch wirkte. Jane wollte bekanntlich John vom Flughafen abholen und sagte dann doch telefonisch wieder ab, worauf sich John das verhängnisvolle Taxi nahm. Im nächsten Kapitel fuhr Jane dann doch zum Flughafen und wunderte sich darüber, dass John fort war. War der Anruf nun ein Fake gewesen, oder hatte der Autor einen schwachen Moment gehabt und an dieser Stelle kurz den Überblick verloren? Vermutlich hatte aber Asmodis, um John in die Falle zu locken, die Stimme von Jane genauso imitiert, wir er es später mit der Stimme von Xenia machte.
Eine ganz besondere Nervensäge, über den ganzen Roman hinweg, war der CTC – Mann Grayson gewesen, der alles und jeden verdächtigte und überall nur Verschwörungen und Terroristen witterte. Genau wie seinem Vorgänger Costello wurden nun auch Frederick Beauchart beinahe die Dämonen zum Verhängnis. Sein Überleben war sehr knapp gewesen und hing am seidenen Faden. So viel Glück hatte seine, von Asmodis gehäutete, Anwältin Xenia Lamont nicht gehabt.
Glück hatte auch John, der es schaffte, auf eine nahezu unglaubliche Art, aus dem zugemauerten Verlies des Schlosses in Frankreich, dass einst Xenias Exmann gehörte, zu entkommen, ohne einen Pakt mit Asmodis eingehen zu müssen. Der Graf von Monte Christo ließ grüßen.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Dieses Sprichwort traf auf Asmodis bestens zu. Obwohl der Teufel dieses Mal nicht log, wollten John und Sir James ihm immer noch nicht glauben, dass Pandora und Lilith Verbündete waren. Johns Rekrutierung ging zwar schief, trotzdem suchte Asmodis weiterhin neue Verbündete. Sein Plan war mit einem Team in die Hölle vorzudringen und dort den Spuk zu befreien. Dafür war das überraschende erste Teammitglied genau die richtige Wahl. Ty Frazier, der letzte Überlebende des Teams, dass einst für den Spuk die Höllenscheibe eroberte. Dass war eine Entwicklung, die viel neue Spannung versprach und damit ein weiterer cleverer Schachzug von Ian Rolf Hill.
Für diesen Roman, der von Anfang bis Ende jede Menge Spannung, Überraschungen und gute Unterhaltung bot, entschied ich mich dafür, ihn auch mit der Note 2 = Gut zu bewerten. Dazu vergab ich 4 von 5 Kreuzen an Ian Rolf Hill. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
