Handlung: Zamorra erhält einen Anruf von Valentin Dejeune, dem Chef des Pharmakonzerns Santé aus Paris. Dejeune war im Rahmen einer Expedition auf eine Statue gestoßen, die einen Dämon aus der Inka-Mythologie darstellte. Zamorra soll nun vor Ort in der peruanischen Stadt Iquitos prüfen, ob von dieser eine Gefahr ausgeht. Zamorra stimmt zu und tritt den Flug an, den Dejeune bereits für ihn komplett organisierte und bezahlte. Nach seiner Ankunft in Iquitos testet Zamorra die Statue mit dem Amulett und kann, zur Freude von Dejeune, keine akute Gefahr feststellen. Zamorra beobachtet aber, dass der Anthropologe David LeCleur mit seinem Ergebnis nicht recht zufrieden ist und nimmt sich vor ihn später allein zu befragen. Als Zamorra nach einem Telefonat mit Nicole sein Hotelzimmer verlässt wird er Zeuge wie ein veränderter LeCleur den Pharmachef angreift. Zamorra kommt dem bedrohten Dejeune zu Hilfe. LeCleur wird dabei von einem Blitz aus Merlins Stern getroffen und löst sich in einer Rauchwolke auf. Verheimlichte Dejeune gegenüber Zamorra was es mit der Statue tatsächlich für eine Bewandtnis hatte und wer war noch an ihr interessiert?
Meinung: Ein Zamorra – Roman von Castor Pollux – Autor Michael Schauer, mit einer interessanten Thematik. Es ging um die Aufspürung eines versteckten indigenen Volkes im peruanischen Amazonas-Regenwald. Das Volk der Mashco Solitaro sammelte eine schwarze Flüssigkeit aus einer Götzenfigur, die womöglich den natürlichen Alterungsprozess aufhalten konnte. Dazu gab es einen umstrittenen Professor der die Expedition zu den Mashco Solitaro wagte, aber nicht wieder aus dem Dschungel zurückkehrte. Das letzte Lebenszeichen war ein etwa zwei Monate alter Brief, den sein Freund in Paris erhielt. Der wiederum organisierte über den vermögenden Pharmachef Dejeune eine Rettungsmission. Dieser war mehr an der verjüngenden Flüssigkeit interessiert, als an der eigentlichen Suche nach dem Professor. Das waren schon einmal die vielversprechenden Zutaten für einen geheimnisvollen und spannenden Roman.
Durch den verhängnisvollen Diebstahl der Statue drohte ein hunderte Jahre altes Volk auszusterben, was eine Gruppe von Umweltaktivisten mit allen Mittel zu verhindern suchte. Ihre Anführerin Suzanne hatte einen entsprechenden Auftrag vom, mit ihr befreundeten, Schamanen des Stammes erhalten. Sie schreckten auch vor einem mutwillig herbeigeführten Flugzeugabsturz oder einer versuchten Entführung nicht zurück, um ihr Ziel zu erreichen. Suzanne Valmont ging am Ende sogar noch weiter und legte auch die letzten Hemmungen ab, bis hin zum Mord.
Besonders Serien relevant war dieser Roman allerdings nicht. Er fiel eher unter die Kategorie „Monster der Woche“ und wäre mit kleinen Änderungen auch für nahezu jede andere Gruselserie verwendbar gewesen. Aber dafür war es, auch aus dieser Einstufung heraus, ein jederzeit spannender und sehr unterhaltsamer Roman gewesen, zu dessen Stärke auch der sehr gute Schreibstil von Michael erheblich beitrug. Auf der Seite 43, rechte Spalte unten, fehlte im Text aber ein entscheidendes Wort. Dort stand nämlich nur: „Der Anblick erinnerte ihn an prähistorische....“. Das letzte Wort fehlte. Meiner Schätzung nach fehlte an dieser Stelle das Wort „Vögel“. Ein kleiner Wermutstropfen im ansonsten nahezu sauberen Text.
Das Titelbild zum Roman, mit zwei monströsen Wesen darauf, stammte von der Agentur Shutterstock und gehörte eher zur Dutzendware. Insgesamt betrachtet blieb bei mir aber von diesem Roman ein durchweg guter Eindruck zurück. Daher bewertete ich ihn ebenso und vergab die Note 2 = Gut und dazu passend 4 von 5 Amuletten an Michael Schauer. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
