Handlung: Zamorra und Nicole genießen im Dachgeschoss des Nordturms das seltene Glück einer kleinen Auszeit. Ihre ungewohnte Zeit der Gemütlichkeit ist jäh vorbei als plötzlich Sara Moon im Château erscheint. Merlins Tochter gibt ihnen den Auftrag den Engel Tophoas wieder zu erwecken, dessen Spur ins heutige Simbabwe führt. Tophoas gehört zur Gruppe der Engel, deren Anbetung nach dem päpstlichen Konzil von 745 verboten wurde. Sara hofft aber darauf, dass er in der Lage ist Teri zu heilen. Das erste Ziel von Zamorra und Nicole ist ein Hotel, in der Nähe der Ruinenstadt Great Zimbabwe. Dass ihr Vorhaben nicht einfach wird bekommen sie noch auf dem Hotelgelände zu spüren, als sie plötzlich und unerwartet in Lebensgefahr geraten.
Meinung: Ein neuer Roman von Thilo Schwichtenberg mit einem seltsam anmutenden und nahezu unaussprechlichen Titel. Das dazugehörige Titelbild der Agentur Shutterstock deutete möglicherweise auf ein außerirdische Wesen hin. Es stellte sich aber schnell heraus, dass Thilo nichts außerirdisches, wohl aber etwas überirdisches im Sinn hatte. Luzifer bereitete sich und seine Getreuen auf eine neue Auseinandersetzung mit seinem Bruder Michael vor. Witzig am Rande, aber nicht albern, war, wie menschlich doch auch Dämonen sein konnten. Egal ob es nun um Belials Training mit seiner Kraftmaschine oder Stygias großen Flachbildschirm ging.
Was den Titel betraf, machte ich mich bei Google schlau und füllte damit eine persönliche Wissenslücke. Mosi-oa-Tunya ist der Name eines Nationalparks im Süden von Sambia, an der Grenze von Simbabwe, der auch die berühmten Victoriafälle umfasst. Auch wenn Thilo im Roman nur das direkte Gebiet um die Victoriafälle herum als Mosi-oa Tunya bezeichnete, gilt der Name dennoch für den gesamten Nationalpark. Überhaupt schilderte Thilo sowohl die Ruinenstadt Great Zimbabwe , als auch die weiteren Sehenswürdigkeiten des Landes Simbabwe ganz hervorragend. In dieser Beziehung machte er seinem Beinamen „Weltenbummler“ wieder alle Ehre.
Um Teri Rheken und ihren zersplitterten Geist durfte weiterhin gebangt werden. Tatsächliche Genesungsfortschritte gab es noch nicht. Sara Moon gab ihr Bestes und träumte gleichzeitig von der Gründung der dritten Tafelrunde, obwohl ihre beiden Vorgänger bereits scheiterten. Mittlerweile war ebenfalls klar geworden, dass sich hinter der Maske des Bill Fleming ein weiteres Machtwesen versteckte, dass warum auch immer Gefallen an dieser Identität fand.
Ein besonderer Roman sollte es auch für Lukas Engelhardt sein, der beim Jubiläumspreisausschreiben eine Rolle in einem Zamorra – Roman gewann und nun in diesem Roman als reale Person mitwirken durfte. An dieser Stelle auch meinen herzlichen Glückwunsch an Lukas zum Gewinn des ersten Preises. Auch wenn es am Ende nur eine sehr kleine Rolle war.
Astaroth war ein Fan des aktuellen amerikanischen Präsidenten, weil er ein Vermögen durch Rüstungsaktien verdienen konnte. Eine gelungene Anspielung von Thilo auf das aktuelle Weltgeschehen. Derweil trieb Belial seinen Plan voran, Astaroth und Agares für ein Tribunal gegen die vermeintliche Verräterin Stygia zu gewinnen. Für einen Einzelroman bediente Thilo dieses Mal sehr viele Handlungsstränge. Nicht zu vergessen war auch noch Taran. Nach seinem Rausschmiss aus dem Amulett, hatte er sich nun, im unter dem Château schlummernden Amulett einquartiert. Man merkte es nahezu an jeder Stelle, dass Thilo mit diesem Roman zweifellos das Finale seines aktuellen Zyklus vorbereitete, dass wohl auch nicht jeder Charakter überleben wird.
Als sehr seltsam und auch überflüssig im umfangreichen Roman, empfand ich aber das Kapitel mit Maurice und den Gartenzwergen auf den Seiten 38 und 39. Dieses Kapitel schien sich nicht sinnvoll in die übrige Handlung einzuordnen und wirkte eher wie eine Pausenüberbrückung. Die Rolle des Doktoranden Willard Katsande wurde nach und nach merkwürdiger. Die Auflösung dazu war dann zwar überraschend, wirkte aber auch ein wenig konstruiert. Es blieben zumindest einige Fragen dazu offen. Wer und warum brachte das abgestreifte personifizierte Böse von Zamorra überhaupt nach Simbabwe? Da kam eigentlich nur Luzifer in Frage oder? Nur warum wandte es sich dann im entscheidenden Moment gegen Luzifer und half stattdessen Zamorra? Vielleicht wird das noch einmal ausführlicher erklärt werden. Falls nicht musste man es eben so hinnehmen ohne es weiter zu hinterfragen.
Insgesamt war es aber wieder von Thilo ein spannender, kurzweiliger und unterhaltsamer Roman gewesen, der vor allem die Neugier auf das, was noch kommen würde anheizte. Ich entschied mich final dafür, diesen Roman mit der Note 2 = Gut zu bewerten und dazu passend 4 von 5 Amuletten an Thilo zu vergeben. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr Gut ab.
