Offenbar hat der Seelenfetzen von Iovan Raduc nicht nur Johns Körper übernommen, er verändert ihn auch. Wird der Geisterjäger jetzt zum Vampir?
Das erste Drittel des Romans nimmt aber erstmal ein Vergangenheitsrückblick ein, weil der erste Teil so viele Fragen aufwarf und so viele Erinnerungslücken hatte. Hier werden die Ereignisse der letzten Tage aus Sicht der antagonistischen Nebenfigur Danny Bradshaw geschildert.
Eben diesen Danny Bradshaw soll Iovan Raduc nun für den Aibon-Exorzisten töten, um zu testen, wie viel Kontrolle er über John hat. Der Vampir hat aber eigene Pläne und lässt sich von niemandem Anweisungen geben. Also bietet er John einen Deal an. Wenn er ihm hilft, den Exorzisten zu killen, verlässt Raduc seinen Körper und sucht sich einen anderen Wirt. Moralisch fragwürdig, aber rein praktisch kann John das nicht ausschlagen. Auch Danny Bradshaw will Raduc für seine Sache gewinnen und so statten sie ihm einen Besuch ab.
Indes macht sich Suko Sorgen um John und trackt dessen Wagen. Er platzt mitten in die Verhandlungen zwischen Raduc und Bradshaw. John erzählt ihm die ganze Geschichte (zumindest die Teile, an die er sich erinnern kann) und kann ihn überzeugen, sich ihnen gegen den Exorzisten anzuschließen. Einen anderen Weg gibt es ja leider nicht, um Raducs Seelenfetzen loszuwerden. So geht es für die Truppe über die Megalithen ins Druidenreich.
Der Eiserne Vampir Krul hat indes ein Bündnis mit dem Exorzisten geschlossen. Und er ahnt schon, dass Raduc seinen Auftrag nicht einfach so ausführen wird. Als die Helden in den Tempel des Exorzisten eindringen, ist Krul daher wenig überrascht und stellt sich ihnen mit seinen Blutsaugern entgegen. Es gelingt ihnen Danny Bradshaw zu töten, der ist ja auch nur Kanonenfutter. Die Geisterjäger sind nicht so einfach kleinzukriegen.
So kümmert sich Suko weiter um Krul, während John sich dem Exorzisten stellt. Krul flieht, John köpft den Exorzisten mit dem Bumerang. Davor entzieht und zerstört der Exorzist sogar Johns Körper die Seele von Iovan Raduc, um den Vampir für seinen Verrat zu bestrafen. Damit hätte sich das Problem auch erledigt. Diesmal für immer? Oder eher, bis Rafael Marques den nochmal hervorzaubert? Ich hoffe das Beste, bleibe aber skeptisch.
Oh, da wird es im Epilog ja schon geklärt. Raducs Seele hat sich einfach an den nächsten geheftet. Scheiße. Damit spielt nicht nur eine inzwischen nervige Figur weiter mit, mir wird auch eine sympathische Figur kaputt gemacht. Den verschrobenen Sammler Zigana hatte ich in den zwei Bänden als kleinen Sidekick ins Herz geschlossen. Nun steht er durch Raduc also auch auf der bösen Seite.
Es folgt noch Ian Rolf Hills Wrestling-Seite, muss ja. Auch wenn der entsprechende Roman ganze 4 Monate und 11 Hefte her ist. Das ist offenbar ein Privileg des neuen Haupt-Autors. Glückwunsch!
Na bitte, geht doch. Ohne die ganzen Spielchen mit den Erinnerungslücken, Zeitsprüngen und Rückblicken macht der Roman gleich viel mehr Spaß und lässt sich viel entspannter lesen. Dass Iovan Raduc doch noch lebt, muss man leider akzeptieren. Offenbar wird er auch noch eine Weile dabei sein, jetzt wurde er schon wieder nicht vernichtet, obwohl es ganz danach aussah. Hat wohl jeder Autor so seine Lieblingsfiguren, die er auf Zwang in der Serie drin behält. Auch gefällt mir nicht wirklich, dass um diesen mysteriösen Hauch von Aibon erst so ein Theater gemacht wurde und es sich dann „nur“ als Dämonenseele entpuppt, die in John steckt. Ich hätte mehr erwartet. Aibon ist so ein exotischer Schauplatz, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Direkt mit dem Zweiteiler hat sich das Thema dann auch erledigt und der Serienheld ist den Hauch wieder los.
Für mich ein ordentlicher Aibon-Roman. Solider erster Teil, guter zweiter Teil. Zumindest die Handlung. Durch meine Affinätät zu Aibon und dem Stil des Autors gibt es Bonuspunkte. Hier macht das dann SEHR Gute

(7 von 10 Kreuzen).
Ich bin immer noch ein bisschen sauer wegen Zigana. Da mag ich mal eine humoristisch angehauchte Figur und dann wird sie direkt böse.