Zwei Fischer werden von Vögeln mit Totenköpfen angegriffen. Carlotta beobachtet das bei einem ihrer Ausflüge und benachrichtigt den Geisterjäger. Dass das Vogelmädchen im Zeitalter von Satellitenüberwachung und Handyfilmchen noch nicht erwischt wurde, ist mir ein Rätsel. Aber egal.
John macht sich jedenfalls keinen Stress. Er muss erstmal lecker Flammkuchen essen, damit die obligatorische Restaurantszene abgehakt ist. Dann geht es am nächsten Tag nach Dundee zu Maxime, wo es Schokokuchen gibt. Toll. Ach, einer der Totenkopfvögel sitzt draußen auf einem Ast und guckt dumm. Er fängt sich eine Silberkugel ein.
Auf einem Kreuzfahrtschiff wurde indes einem Matrosen die Kehle zerfetzt und John ist sich sicher, dass hier ebenfalls die Monstervögel dahinterstecken. Mit der Erlaubnis des Kapitäns kommt er an Bord. Carlotta will ihn nicht allein lassen und fliegt eigenmächtig zum Schiff, wo sie natürlich völlig ungesehen landet. Sie hat schon ein paar der Monstervögel am Himmel gesehen und ruft John an, um ihn zu warnen. Eines von den Viechern landet, ist aber so passiv wie das bei Maximes Haus. Es sitzt auf einem Tisch und lässt sich brav den Schädel mit Johns Pistole zertrümmern. Wie extrem furchtbar spannend!
Während John den Kapitän warnt, wird Carlotta von weiteren Vögeln attackiert. Einen kann sie greifen und zerreißen, dann rettet sie sich in Johns Kabine. Auf der Brücke fliegen andere Monstervögel gegen das dicke Glas einer Scheibe, ohne etwas zu erreichen.
Zur Hefthälfte wird es Zeit, dass die Vögel sich ein weiteres Opfer holen, damit sie halbwegs bedrohlich bleiben. Ein Barkeeper muss dran glauben. Dann fliegen sie zu den beiden Bordrestaurants, wo es aber nur einige Verletzte gibt, bis John sie verjagen kann. Darf ja nicht zu blutig für den dark’schen Wohlfühlgrusel werden.
Indes verlässt Carlotta kurz ihre Kabine und stolpert fast über Matthias. Er steckt also hinter allem! Sie informiert John. Matthias übernimmt währenddessen die Brücke, um das Schiff unter seine Kontrolle zu bringen. Hoffentlich kann der Geisterjäger ihn aufhalten. John gibt Carlotta seine Beretta, damit sie sich gegen die Killervögel wehren kann und stellt sich zum Finale Matthias, der keine wirkliche Bedrohung ist, obwohl er es sein sollte. Die Kreuzformel schwächt Matthias enorm und er stolpert nur doof herum. John könnte und sollte die Chance nutzen, einen seiner Erzfeinde zu erledigen. Da greift Carlotta ein. Nachdem sie einige der Vögel erledigt hat, greift sie sich Matthias, fliegt mit ihm in die Höhe und lässt ihn dann ins Meer plumpsen. Aha.
John ist tatsächlich leicht angepisst. Weil Matthias das sicher wieder irgendwie überleben wird und sie ihm die Chance genommen hat, den Bursche endgültig und mit Sicherheit zu vernichten? Nein. John nimmt Carlotta übel, dass sie Matthias vielleicht umgebracht hat und er jetzt ertrinken könnte. Er fordert sie sogar auf, ihn zu suchen und zu retten. Was zur Hölle? Zum Glück findet das Vogelmädchen Matthias in den Fluten nicht mehr. Er hätte kurzen Prozess mit ihr gemacht.
Und die restlichen Monstervögel? Die haben sich verstreut. Dann ist ja gut. Die werden schon kein Problem mehr sein.
Bevor ich zum Roman an sich komme, zwei Gedanken zu gewissen Figuren.
Warum Carlotta beim fröhlichen Herumfliegen und „Dinge erspähen, die sie John als Aufhänger für den Fall melden kann“ in all der Zeit noch nicht erwischt wurde, ist mir ein Rätsel. Sie ist zwar nicht mehr so nervig wie früher, finde ich, aber falls IRH die Stammbesetzung von JS etwas ausdünnen will, darf er sich das Vogelmädchen gerne schnappen. Ihr Tod wäre mir sogar lieber gewesen als der von Sedonia.
Und dann ist da Matthias, der irgendwie einen Platz auf einem Kreuzfahrtschiff buchen konnte, ohne dass irgendwo die Alarmleuchten angehen. Sollte nicht ein internationaler Haftbefehl gegen ihn laufen und zwar so richtig weit oben auf der Liste der Gesuchten? Der Typ ist brandgefährlich, mehr als jeder normale Serienkiller. Was ist eigentlich sein toller Plan? Er will das Kreuzfahrtschiff übernehmen und dann..haha, das wird John dann schon sehen! Danke für nichts, Jason Dark. Dem Altmeister ist wohl auch nichts Vernünftiges eingefallen.
Naja, wenigstens ist der Roman für einen Dark ganz solide. Was verglichen mit den Autorenkollegen leider nicht viel ist. Mehr Action als im letzten Heft des Altmeisters und ganz schlimme Logikfehler gibt es auch keine. Nur das Ende ist aus meiner Sicht total danebengegangen, keine Ahnung, welche tolle Idee den Autor da geritten ist. Reicht trotzdem noch für ein schwaches MITTEL

(4 von 10 Kreuzen), der typische Dark-Charme der Hefte verhindert oftmals eine noch schlechtere Wertung. Und irgendwie werde ich dieses besondere Feeling echt vermissen, das hat dem Altmeister niemand nachmachen können.