Normalerweise haben Figuren anweisende Visionen von Castor Pollux. Diesmal ist es anders herum und Castor hatte eine warnende Vision seines Vaters. In Germanien gehen gefährliche Dinge vor sich und der Legionär Pulpigus wird ihnen in Vetera mehr erzählen. Deshalb ist er jetzt mit seinem Sidekick Kimon dort.
Außerdem laufen einige offenen Fäden der letzten Romane zusammen. Oberfiesling Ballurat schickt Cassia aus, eine bekannte Gegenspielerin. Die erweckt Merle aus ihrem magischen Koma. Offenbar steckt der Geist der bösen Hexe aus dem Britannien-Abenteuer immer noch in ihr und kontrolliert sie. Cassia befreit zunächst den Dämon Noros aus seinem magischen Bann. Er soll ihnen ein Tor in die Dimension der Finsteren öffnen. Dafür brauchen sie Menschenopfer und so schickt Noros seine Ghouldiener aus.
Castor und Kimon haben von Pulpigus erfahren, wo Noros gebannt wurde. Begleiten will er sie jedoch nicht und so irren sie herum, ohne die genaue Stelle zu finden. Bis Merle Kimon im Schlaf besucht und ihm den genauen Ort zeigt.
Aber die Gegenseite nutzt ihren Vorsprung. Zur Heftmitte haben sie das Tor schon geöffnet. Ich dachte, das wird eher zum Finale geschehen oder verhindert werden. Jetzt bin ich gespannt, was die Helden überhaupt noch bewirken können.
Tja, es kommt sogar noch schlimmer. Als Castor das Tor erreicht, wird er entwaffnet und hineingezogen. Kimon kann sich sowohl den magischen Gladius als auch die besessene Merle schnappen und abhauen, aber wie weit wird er kommen?
Offenbar verfolgen seine Feinde Kimon nicht, damit der Plot passieren kann. Und weil die böse Hexe geschwächt ist, hat gerade Merles Bewusstsein die Kontrolle über ihren Körper. Weil Merle trotzdem auf die Hexenkräfte zugreifen kann, schmieden die beiden einen Plan und kehren zum Tor zurück. Das ist mir für diese aussichtlose Lage alles zu simpel, aber so ist das halt bei CP.
Der Plan basiert dann auf ziemlich viel Spekulationen und Heftromanzufall. Mhh, irgendwie hat mir die erste Hefthälfte viel besser gefallen. Das wird mir an der Stelle zu comichaft. Zack, Bumm, Peng. Feinde ausgeknockt und Kimon kann mit Castors Schwert durch das Tor treten, um im perfekten Heftromanzeitpunkt einzutreffen. Castor wurde von seinen Feinden erwischt und soll jetzt gerade sterben. Natürlich schön langsam, damit Kimon genug Zeit hat, zu agieren. Er befreit Castor und zusammen kämpfen sie sich bis zum Tor durch, um wieder in die Höhle zu landen.
Wieder in der perfekten Heftromansekunde, denn gerade will ein Ghoul Merle töten, die hier zurückgeblieben ist. Kimon kann das verhindern, der kommt in diesem Abenteuer auch gar nicht zur Ruhe. Merle dankt den Helden ihre Rettung, indem sie wieder die Hexenkräfte aktiviert und das Tor durchschreitet, um es zu schließen. Was sie vermutlich tötet, aber ein „vermutlich“ kann im Heftroman viel bedeuten. Da seine eine Perle nicht mehr ist, kann sich Simon immerhin in Rom ganz um seine zweite Flamme Zoe kümmern. Man muss in allem das Positive sehen.
Das ist der erste Roman von CP, wo ich einen klaren Seriencharakter erkennen kann. Und viel Potential. Die erste Hälfte war dann auch überraschend gut und „untrashig“. Bis zur Heftmitte hätte ich wohl Sehr Gute 7 oder 8 Punkte geben, keine Frage. Aber Michale Schauer war die Handlung dann wohl zu unspektakulär. Ich hätte vermutet, dass zum Finale verhindert wird, dass das Tor in die Dimension der Finsteren geöffnet wird. Aber nein, das Tor wird eben zur Heftmitte geöffnet und Castor in die Welt seiner Gegner geschleudert. Die ihren neuen Erzfeind dann auch zu fassen bekommen und töten wollen. Aber wozu das schnell erledigen, um auf Nummer sicher zu gehen? Wir sind hier schließlich im Heftroman. Da muss alles ganz langsam hinausgezögert werden, damit Castor gerettet werden kann.
Was dann auf einer Vielzahl von Heftromanzufällen, perfekten Timings und eigentlich unplanbaren Umständen zurückzuführen ist. Und natürlich dämlichem Verhalten der Gegner. Da sind dann Castor und Kimon in der Welt der Finsteren von einer Armee aus Dämonen umzingelt, aber sie trauen sich nicht anzugreifen, weil sie Angst vor dem magischen Gladuis haben. Nur ein paar einzelne tun es tollpatschig nacheinander und werden natürlich gemetzelt. Die Helden sind hier als ziemliche Frischlinge in der Dimension ihrer Feinde gelandet, die sollten die Chance einer Schneeflocke in der Hölle haben, wie es Altmeister Dark immer so schön bei JS geschrieben hat. Nur da war es logischer, dass die Helden überlebt haben, weil es besser geschrieben war. Ohne direkte Konfrontation mit haufenweise ihrer Gegner oder weil sie einen wirklich schauen Plan hatten.
Und das ist nur eine von vielen Szenen in der zweiten Hefthälfte, die mich gestört haben. Das wurde dann echt schlimmer Trash.
Es gibt noch ein knappes GUT

(6 von 10 Totenköpfen) von mir. Aber nur, wenn ich CP wieder als Trash-Serie sehe und nicht mit anderen Gruselreihen vergleiche. 8 Punkte für die erste Hefthälfte, 4 Punkte für die zweite Hefthälfte.
Knollo hat geschrieben: Mi Aug 23, 2023 5:26 pm
Nachdem ich mit Begeisterung den Bonusband gelesen hatte, kam nun der reguläre Castor Pollux wieder zum Zuge... ei, ei, ei...
Bonusband? Habe ich da was verpasst?
