Die zweite Kooperation zwischen Michaela Froelian und Uwe Voehl. Während ich die 'Meister der Geister' nicht bewertet und nicht rezensiert habe, werde ich dem vorliegenden Roman beides zuteil werden lassen
Angefangen beim Titel, der für mich unverständlicherweise auf Englisch ist und einer falschen Übersetzung Tür und Tor öffnet (bloody hat bekanntermaßen mehrere Bedeutungen, die zwar auch hier zutreffen könnten, aber im Roman steht später blutige Weihnachten). Warum der Titel jetzt Englisch sein musste, bleibt wohl Bastei Geheimnis. Ich finde ihn jedenfalls unglücklich.
Ebenfalls unglücklich sind krude Wortschöpfungen und Begrifflichkeiten, die wohl eine Wortwiederholung vermeiden sollen. Da wird Suko zum
Briten chinesischer Herkunft, Glendas Arbeitsplatz zum
Arbeitsrefugium und es gibt charakteristische Geräusche einer
akuten Magenentleerung. Zu allem Überfluss wird Han Solo von John zitiert. Alles in allem ziemlich unpassend und wirkt (für mich) deplatziert.
Kommen wir zum Inhalt:
Die Idee, dem Sinclair-Team im Namen der Team-Mitglieder Geschenke zu machen, die sich als böse entpuppen, fand ich echt genial (erinnerte ein wenig an
Needful things von Stephen King) und hätte viel Potential geboten. Das war leider schon das Highlight für mich.
Leider haben sich in diesem Roman so viele Fehler eingeschlichen, dass ich zu keiner positiven Wertung kommen kann.
Sir James will Mettbrötchen seinem Team ausgeben und ist vom penetranten Geruch der frischen Zwiebeln beinahe schon angeekelt. So weit, so gut. Nur sind wir Deutschen wohl so ziemlich die einzigen, die rohes Fleisch auf diese Weise verzehren (Mettbrötchen sind Klasse, keine Frage

). Selbst ein Sir James, der wohl selbst nicht mal Wasser gekocht hat, würde rohes Fleisch, welches zum Verzehr vorgesehen ist, nicht stundenlang offen liegen lassen.
Eine Polizeibeamtin, zudem Vorgesetzte, bezeichnet ihren Untergebenen als Dickerchen und schikaniert ihn. Nein, einfach nein! Das wäre das Karriereende der guten Dame.
Das gleiche gilt für Commissioner Dick. Abgesehen davon, dass ich es für unwahrscheinlich halte, dass eine Frau in ihrer Position Pumps anzieht (aber Frauen machen die merkwürdigsten Sachen, wenn es um Attraktivität geht

), diese kleine Ebenzer Scrooge Szene fand ich ganz gut, aber dann die Bemerkung danach wieder deplatziert. Commissioner Dick taucht dann auch gar nicht mehr im Roman auf.
Ich bin zugegebenermaßen nicht auf dem neuesten Stand was Jane und Chris Ainsworth angeht, dachte jedoch, dass letzterer verschollen war/ist? Egal. Die Szene war ja auch wohl eher der Vollständigkeit im Roman, inhaltlich war sie nicht relevant.
Das Glenda John ein vollständiges Frühstück an sein Bett bringt, fand ich auch bemerkenswert, weiß doch der geneigte Fan, dass das einzige, was John in seinem Kühlschrank hat, Licht ist

aber sei's drum

er durfte dann ja von der Frucht names Glenda naschen
Dämonenpeitsche:
Traf die Peitsche einen Dämon oder Untoten, zerfiel dieser zu Staub oder wurde in eine andere Dimension geschleudert. S. 44
Das stimmt schlichtweg nicht. Wie oft standen die Gegner in Flammen, etc.?
Wäre das ein Einsteiger Roman eines Neulings, könnte ich darüber hinweg sehen. Aber hier waren zwei Profis am Werk. Ein Hardcore-Fan, die Dämonenpeitsche rückwärts und auf altaramäisch schreiben und sprechen kann und ein gestandener Sinclair Autor. Dazu kommt noch ein Lektor. Oder eben nicht.
Hat schon Meister der Geister nicht in den John Sinclair Kanon gepasst. Dieser passt leider auch nicht rein. Mich hat er leider enttäuscht. Zu wenig Sinclair Flair. Schade.
Ich habe für schlecht gestimmt. Sorry Sheila :heul:
Edit: mögen manche/viele für Erbsenzählerei halten. Solche Sachen schmälern eben mein Sinclair Erlebnis. Ist nicht böse gemeint. Ich liebe euch alle... na ja, fast alle... zumindest ein paar... ach egal
