Klasse! Marc Freund hat hier - für mich - einen SEHR GUTen Roman abgeliefert.
Endlich geht es mit den "Rekruten des Spuks" weiter. Einer meiner Lieblings-Plots! Zuletzt gab es davon etwas in Band 2200 - "Wo das Böse sich erhebt", und der ist verdammt nochmal 3 Jahre her... Zwischendurch hat Ian Rolf Hill einen Fetzen aufgegriffen und die Höllenscheibe des Spuks in seine Geschichten mit eingesponnen. Das war Band 2329 - "Zu grausam für die Hölle".
In Band 2200 haben sich die Rekruten leider dezimiert und wie hier im Heft klar wird, sind es der Dämon in Menschengestalt Ty Frasier und die Hexe Anahid, die ihren Weg weitergehen dürfen. Ich mag die 2
Doch das ist nicht alles!
Anahids Fähigkeiten sind durch den Spuk verstärkt worden und so empfängt sie schwache Signale von dem totgeglaubten Wendigo. Die beiden wollen ihn wieder mit ins Boot ziehen und schauen, ob sie sich etwas aufbauen können um sich Asmodis & Co in den Weg zu stellen. Saucool! Der Wendigo hat dem Höllenfeuer getrotzt und sich von Asmodis also nur leicht ankokeln lassen - und somit die Aktion damals überlebt.
Doch der Wendigo ist geschwächt und unglücklicherweise einem fiesen Gangster in die Hände gefallen, der ihn für seine Arena-Kämpfe missbrauchen will. Werwölfe hat der Bösewicht schon in Petto, und so soll es zum absoluten Highlight werden den Wendigo gegen einen Werwolf kämpfen zu lassen.
John & Suko kommen durch eine andere Spur auf die Fährte des englischen Ganoven Sir Oliver Pattison. Bei einer Überwachungsaktion schleichen sich die beiden Geisterjäger ins Anwesen und werden Zeuge der Konfontation zwischen Werwolf und Wendigo - und dann tauchen auch noch Ty Frasier und Anahid auf!
Ich mag die ganze Geschichte und die Entwicklung der Figuren. Der Autor hat sich ne coole Story ausgedacht und das 3er-Team Frasier-Anahid-Wendigo wieder vereint. Ich bin mega gespannt wie es weiter geht! Lieber Marc Freund, lass die Leser nicht wieder 3 Jahre warten!

Auch der Background um die Gangster war klasse. Die Werwölfe wurden zwar relativ direkt ohne große Erklärung ins Abenteuer gezogen, aber da passte trotzdem alles für mich. Die klitzekleine Liebesgeschichte zwischen Gangstertochter und dem Werwolf in Menschenform war leicht überflüssig, aber versetzte dem Werwolf eine verletzliche Seite und machte klar, dass es sich hier um einen Fluch handelte, auf den der Typ keinen Bock hatte. Aber es wird erwähnt, dass er einem größeren Ruf folgen muss - vermutlich spielt Herr Freund hier auf den Plot "Projekt Wolf" von Rafael Marques an.
Marc Freund schreibt super. Es sind ein paar Kleinigkeiten die mich vom TOP (bis ca. Seite 40) zurückrudern ließen:
- John & Suko hätten ruhig mal Bescheid sagen können, dass sie illegal da eindringen. Ein kurzer Anruf bei Shao oder Glenda, vielleicht auch lieber Bill, hätte gereicht, damit jemand weiß wo die stecken und im Falle eines Falles ("...wenn wir uns in 2 Stunden nicht melden schick die Kavallerie...") könnte Verstärkung geschickt werden.
- Auf den letzten 20 Seiten häufen sich Fehler. Da könnte sicherlich ein Lektorat helfen. Insgesamt ist mir dann auch noch das Finale viel zu schnell abgehandelt und es wirkt in den letzten Sätzen wie "ich muss jetzt schnell fertig werden". Das hab ich jedenfalls so empfunden und hat das Ergebnis etwas gedämpft. Man merkt irgendwie Hektik in diesem eigentlich so coolen Finale und Zack, ist auf einmal alles vorbei.
- Der Wendigo hat in Band 2200 doch Benal, den Sohn von Kalifato getötet. Hier im Heft wird erwähnt, dass es der Sohn von Hemator war. Ein kleiner Verwechselungsfehler, aber Riesenspinne bleibt Riesenspinne
