Handlung: John wird durch einen Anruf des Dienstleisters Rakk unsanft aus einem schönen Urlaubstraum gerissen. Rakk war Brandon Reddick nach Norwegen gefolgt. In der Nähe von Bremnes stieß er auf eine unüberschaubare Anzahl an Werwölfen, die alle einem besonderen Ruf zu einer Insel im Nebel folgten. John sagt Rakk seine Unterstützung zu. Sir James organisiert den Mitflug in einem Militärflugzeug zum Flughafen Bremnes. John staunt nicht schlecht, als er dort nicht von Rakk sondern von Justine Cavallo abgeholt wird. Rakk erwartet sie im kleinen Hafen, wo er einen Kutter auslieh. Das ungleiche Trio beginnt sogleich die Suche nach der versteckten Insel, deren genaue Lage auch Rakk nicht kennt. Werden sie die Insel finden können und sie gleichzeitig auch rechtzeitig erreichen, um dem von Rachegefühlen getriebenen Brandon Reddick gegen die Übermacht an Feinden helfen zu können?
Meinung: Mit diesem Roman schrieb Rafael Marques den dritten Teil seiner besonderen Werwolf-Geschichte um das „Projekt Wolf“ und das tragische Schicksal des Brandon Reddick. Dazu passend gab es ein gutes und stimmungsvolles Cover. Reddick versuchte verzweifelt einem vorherbestimmten Schicksal zu entkommen, wurde aber immer wieder von von den Geistern seiner Vergangenheit aufgestöbert und auf brutale Weise eingeholt, egal wo auf der Welt er sich auch versuchte zu verstecken. Nun ging es zurück nach Norwegen, zum Ursprungsort der Wolfssippe die Hatis Magie in sich trug und diesem huldigte. Dieser Ort war aber nicht mit dem Ausbildungscamp im Norden Norwegens identisch, aus dem Reddick einst entkam.
Mittendrin im Geschehen agierte er erneut der Dienstleister Rakk, der sich immer noch Brandon Reddick verpflichtet fühlte.Dabei trat er in seiner Urgestalt auf. Es war schon ein Bild für die Götter, als die vorübergehend von ihm gerettete Elfie in seine Arme sank.
Obwohl Rafael insgesamt den Text sprachlich gut und sehr sauber schrieb, unterlief ihm doch auf der Seite 10 unten, linke Spalte, ein Namensfehler. An der entsprechenden Stelle im Text hätte es eigentlich Rakk heißen müssen und nicht Brandon, wie es falsch dort stand.
Emotional sehr berührend war das Kapitel, indem Brandon noch einmal die letzten Minuten im Kreis seiner Familie erlebte, bevor diese brutal ermordet wurde. Ebenso gelang es Rafael hervorragend die wildromantische norwegische Landschaft zu beschreiben und den Lesern und Leserinnen näher zu bringen.
Für die humorige Note zwischendurch sorgte Johns Urlaubstraum mit Glenda an einem einsamen Südseestrand. Leider waren Träume auch dieses Mal nur Schäume. Die Realität brachte ihn mit Justine Cavallo zusammen. Deren Mitwirken war für mich auch eine große Überraschung mit der ich in keinster Weise rechnete. Ich hatte Justine genauso wenig auf der Rechnung gehabt wie John, obwohl Justine bereits mit Rakk zusammen das Vampir-Amulett suchte und fand. Nun wollte sie ihm noch einmal aus alter Verbundenheit beistehen. Rakk hatte sogar per Gedankenverschmelzung Justines tiefste Geheimnisse erfahren dürfen, gab diese aber nicht preis.
Beim spannenden Finale zeigten sich nicht nur die zahlreichen Möglichkeiten der nordischen Götterwelt. Die durch Hatis Magie verstärkten Werwölfe waren auch nicht mehr einfach so mit einer Silberkugel zu vernichten im Gegensatz zu ihren gewöhnlich Artgenossen. Brandon Reddick wurden dagegen seine Wolfskräfte wieder entzogen. Er sollte als gewöhnlicher Mensch Hati geopfert werden.
Auch darüber hinaus hatte der Roman am Schluss noch einige überraschende Wendungen zu bieten. Allein wie Rakk, in einer scheinbar sicheren Situation, plötzlich aus dem Nichts von einem Speer getroffen wurde, der mit einer Eismagie präpariert war, war erschreckend genug gewesen. War das Opfer erst einmal damit in Kontakt geraten, ließ sich der Vereisungsvorgang weder aufhalten noch rückgängig machen. Es schien so als ob der Dienstleister nun vernichtet war, wenn da nicht noch der geheimnisvolle Würfel und Johnnys Zweifel im Epilog gewesen wären. Es war ganz schön gemein von Rafael, dass er das Gespräch zwischen Johnny und John einfach abbrach, als Johnny mehr über die Funktion des Artefaktes erzählen wollte. Ich hätte gern noch umgehend mehr über diesen Würfel erfahren. Nebenbei fiel mir auf dass Rakks Manteltaschen mindestens genauso tief und unergründlich waren, wie die von Myxin. Hatten beide ihren Mantel beim gleichen Hersteller bezogen?
Ich fand es ebenfalls sehr verwunderlich, dass der Göterwolf Hati scheinbar so schnell vernichtet wurde. Auch in diesem Fall konnte ich mir aber vorstellen, dass das aus dem Körper ausgetretene Fluidum möglicherweise noch eine Wende herbeiführen könnte. Ob der gerettet Brando Reddick nun tatsächlich, in seiner zurückgewonnenen Menschengestalt, sein Glück noch finden würde? In der Zukunft erhoffte ich mir auch eine Antwort auf diese Frage.
Alles in allem war es in jeder Hinsicht ein sehr guter Roman von Rafael gewesen, dem es an nichts fehlte und der mich jederzeit fesselte und bestens unterhielt. Also war es eine klare Sache, dass ich diesen Roman mit der Note 1 = Sehr gut und demzufolge mit 5 von 5 Kreuzen bewertete. Nach der im Forum üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Top ab.
:thumbup: :buch: