Handlung: Abe Douglas bittet Scotland Yard um Amtshilfe. Zu Erklärung schickt er Videos von den Bodycams zweier Polizisten und das Video eines Augenzeugen aus Denver. Die Videos zeigten Hel, die auf der Suche nach Denise Curtis war. Dabei geriet sie in eine Polizeikontrolle und tötete die Polizisten, die sie kontrollierten, letztendlich. Tatsächlich lässt sich Comissioner Dick davon überzeugen, dass es nötig ist John und Suko gemeinsam nach Denver fliegen zu lassen. Was wollte Hel von Denise und wer würde Denise zuerst finden?
Meinung: Der Roman von Ian Rolf Hill wurde erneut mit einem tollen Titelbild von Timo Wuerz begleitet, dass eine Szene aus dem Roman zeigte. Es handelte sich dabei um die letzte Szene in diesem Roman. Ich war bei diesem Roman davon ausgegangen, den ersten Teil einer neuen Trilogie in der Hand zu halten. Seltsamerweise war der Roman aber weder am Anfang, noch am Ende entsprechend gekennzeichnet worden.
Der Auftritt des mutigen Mädchens Katta , dass im Lager der Berserker unerschrocken gegen Hel und ihren Höllenhund vorging war herzerfrischend. Ian Rolf Hill setzte mit diesem Roman die Geschichte um Denise Curtis, die sich einmal mehr gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wehren musste, und ihrem Schicksal fort. Dazu gaben sich Hel, Lilith und die Berserker von Anfang an ein unterhaltsames Stelldichein.
Denises schmieriger Vermieter Hank Rosenberg schien seinen Verstand komplett versoffen zu haben. Wer sonst ließ wohl eine Frau in seine Wohnung, die zwar nackt, aber zur Hälfte verwest war, dazu noch eine Sense trug und einen Sarg hinter sich herzog? Mir fiel besonders Hanks Nachname Rosenberg auf. Hatte dieser eine tiefere Bedeutung? War es möglicherweise ein Gruß an die Sängerin Marianne Rosenberg, die ebenfalls ein bekennender Sinclair-Fan ist? Oder war alles nur Zufall, ganz nach dem Motto „Nomen est Omen?“
Hel wurde wieder köstlich beschrieben. Trotz ihrer gefährlichen Kaltblütigkeit, mit der sie zum Beispiel kurzerhand in Denver die Polizisten tötete, waren ihre Auftritte stets auch unfreiwillig komisch und immer ein wenig schräg. Ein Höhepunkt war Hels vergeblicher Versuch mit dem Auto der Polizisten zu fahren. Den Sarg auf dem Dach und die Sense im Innenraum verstaut. Was John, der die Aufnahme im Zeugenvideo sah, nicht nur ans das Horror-Taxi von New York erinnerte, sondern ihn auch zu der Bemerkung veranlasste, dass der Spuk zweifellos der bessere Fahrer wäre.
Welches Motiv Hel nun dazu bewog ihr gewohntes Helheim zu verlassen und sich persönlich auf die Suche nach Denise zu machen und warum sie sogar ausgerechnet Lykke um Unterstützung bat, verbarg Ian Rolf Hill geschickt. Das Gespräch zwischen Hel und Lykke fand unter Ausschluss der Leser und Leserinnen statt. Es musste aber irgend ein Plan von Lilith dahinter stecken.
Es schien wohl Denises Schicksal zu sein, grundsätzlich nur den Weg von notgeilen, zwielichtigen und über griffigen Männern zu kreuzen, die ihr ständig an die Wäsche wollten, wie sie es selber ausdrückte. Mit David schien sie endlich jemanden getroffen zu haben, der es ehrlich und scheinbar ohne Hintergedanken mit ihr meinte. Oder war es nur der Beginn einer neuen Täuschung und Enttäuschung? Eine neue Katastrophe ließ nicht lange auf sich warten. Denise zu kontrollieren war wohl genauso unmöglich, wie mit ihr zusammen zu leben. Sie war wohl doch mehr Bestie als Mensch, eben ein nicht heilbarer Fluch der Herkunft, aus dem Denise sich nicht wirklich befreien konnte.
Morgana Layton trat John und Suko gegenüber sehr aggressiv auf, obwohl sie schon nach Morganas Vernichtung und Wiedergeburt gemeinsam gegen Lykaon kämpften, schien sie plötzlich wieder sehr nachtragend zu sein, weil der beeinflusste John sie damals tötete. Sie sorgte sogar dafür, dass die Geisterjäger durch eine Hundemeute ausgeschaltet wurden, damit sie allein mit Abe Douglas Hel stellen konnte. Eine fatale Fehlentscheidung, die Abe zu büßen hatte. Die Sache mit Morganas Hunden war gleichzeitig ein Brückenschlag zurück zu Morganas erstem Auftritt in Band 291 „Killer-Hunde“.
Am Ende wurde es eindeutig. Es war wirklich der erste Teil einer neuen Trilogie. Das Wort „Ende“ war fehl am Platz und irreführend für Gelegenheitsleser. Es war auch kein indirekter Mehrteiler. Daher war es für mich vollkommen unverständlich, warum die Hefte erneut nicht entsprechend gekennzeichnet wurden. Eine Trilogie musste doch nicht versteckt werden.
Insgesamt war es jederzeit ein guter Roman von Ian Rolf Hill. Er verstand es kurzweilig und spannend zu unterhalten. Einzig die große Zahl an sexuellen Übergriffen wirkte etwas übertrieben. Das Ende machte großen Appetit auf die Fortsetzung, das galt besonders für Abes ungeklärtes Schicksal. Der Einstufung entsprechend gab ich 4 von 5 Kreuzen. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich mit
Sehr gut ab.
:thumbup: :buch: