Handlung: Bill Conollys alter Freund Dimitry Kobalshev lädt ihn zum Besuch einer Ausstellung mit heidnischen Artefakten in die Oblast Kaliningrad ein. Trotz der angespannten politische Lage kann Dimitry für Bill eine Einreisegenehmigung erwirken. Am Tag seiner Anreise erhält Bill von seinem Freund den beunruhigenden Anruf, dass er nicht mehr leben wird, wenn Bill eintrifft. Tatsächlich findet Bill seinen Freund , in dessen Haus in Baltijsk brutal ermordet vor. Die Polizei ist vor Ort und ermittel bereits, weil es bereits mehrere Morde an Personen gab, die mit der Ausstellung zu tun hatten.Der zuständige Ermittler Major Dushew bietet Bill an ihn zu begleiten. Der nächste Weg führt Dushew und Bill ins Museum zum Kurator Anton Solnik. Solnik zeigt ihnen das Prunkstück seiner Ausstellung. Vier Särge aus Spitzbergen, mit unbekanntem Inhalt, die 9000 Jahre alt sein sollen, gesichert mit goldenen Ketten und unheimlichen Siegeln. Solnik beschuldigt eine mysteriöse Frau namens Mariyana der Morde, weil er ihrer Forderung die Särge zurück nach Spitzbergen zu bringen, nicht nachkam.
Weil Dushew eine weitere Sondergenehmigung für John verweigert, ruft Bill seinen Freund in London an und berichtet ihm von den Ereignissen. John erinnert sich daran, dass er vor ein paar Jahren, bei einem Fall in Spitzbergen, den Namen Mariyana hörte. Sie sollte eine Schamanin sein, die mit den Monstern einer uralten untergegangenen Kultur in Verbindung stand, die eine Söldnertruppe in einem Bergwerk erwecken wollten. Um mehr über die Herkunft der Särge zu erfahren, suchen Dushew und Bill das Haus des zwielichtigen Händlers Murasov auf, der Solnik die Särge lieferte. In dessen Haus finden sie nicht nur weitere Tote, sondern im Keller auch drei Särge, die identisch mit denen im Museum, aber geöffnet sind. Von Murasov finden Bill und Dushew keine Spur werden aber kurz darauf von einer dämonischen Vogelmutation angegriffen. Bill rettet dem Major das Leben, aber kann er auch den rätselhaften Fall überhaupt aufklären und zur Beendigung der Mordserie beitragen, obwohl er seine besonderen Waffen in London zurücklassen musste und dadurch auf Improvisation angewiesen ist?
Meinung: Als ich den Titel dieses Romans von Rafael Marques las, dachte ich eigentlich, dass er irgendwo auf dem amerikanischen Kontinent spielen würde. Doch damit lag ich komplett falsch. Die Spur dieses alten Volkes begann in der russischen Exklave Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg an der Ostsee und führte weiter nach Spitzbergen. Es stellte sich heraus, dass dieser Roman an die Ereignisse aus Band 2130 „Todesfalle Spitzbergen“ von Rafael anknüpfte. Damals ging es auch um ein geheimnisvolles uraltes Volk, dass besondere Monster schuf, mit denen die rätselhafte Schamanin Mariyana zu tun hatte. Es sollte nicht zu lange dauern bis Mariyana auch in Baltijsk erschien.
Bislang waren die in der Serie noch nie erwähnten Freunde , die plötzlich wieder auftauchten eine Spezialität der Zamorra-Serie gewesen. Nun hielten sie auch in die Sinclair-Serie Einzug. Es war Bill Conolly, der nun mit einem alten Freund und Kollegen an der Reihe war, der bislang in der langen Sinclair-Seriengeschichte noch nie erwähnt wurde.
Für Bill Conolly wurde es ein Solofall unter besonderen Umständen. Er hatte im fremden Russland keine seiner Spezialwaffen zur Verfügung, was den Spannungsfaktor noch einmal erhöhte. Für den Jubilar John Sinclair blieb erneut nur eine kleine Nebenrolle mit beratender Funktion übrig. Es war das zweite mal in Folge das John keine wirkliche Hauptperson war.
Irritiert war ich über den Namen des Majors. Er stellte sich Bill, auf Seite 7, als Major Dushew vor, hieß aber ab Seite 13 plötzlich Drusew. Was war denn nun richtig? In meiner Rezi habe ich jedenfalls die erste Version weiter genutzt. Auch wenn sich der Name Drusew im Roman wohl durchsetzte. Als ich mich langsam an ihn gewöhnte, hieß der Major auf der Seite 59 plötzlich noch einmal Dushew.
Wenn der Major sich irgendwann entschieden hat, wie er nun tatsächlich heiß,t kann er in einem späteren Roman gerne wieder auftauchen. Er hat jetzt ja, mit dem Dolch, auch eine Waffe gegen schwarz magische Geschöpfe.
Sehr interessant und aufschlussreich war Mariyanas Geschichte gewesen. Sie nahm im Jahr 7000 v. Chr. mit ihrem Geliebten, ihrem Volk und der Unterstützung eines Schwarzen Priesters aus Atlantis, Spitzbergen in Besitz, wo sie eigene Kreaturen schufen. Es ging alles gut, bis ihr Geliebter Margus größenwahnsinnig wurde und Asmodis herausforderte. Danach herrschte Klarheit über den Inhalt der Särge. Asmodis sperrte Margus und seine Gefährten, aus Strafe für den Frevel, lebendig dort hinein und sicherte sie magisch ab.
Weil es scheinbar keine andere Lösung gab, hatte ich die aktuelle Mordserie auch Mariyana zugeschrieben. Bis die Schergen des Teufels auftauchten, die ein schwer durchschaubares Spiel spielten. Maryanas zweiter Auftritt sollte auch ihr letzter werden. Der Kampf gegen den Höllen-Engel wurde ihr zum Verhängnis. Mariyanas letzter Wunsch wurde erfüllt, indem wenigstens die drei letzten Särge nach Spitzbergen heim gebracht und dort in der Kohlengrube wieder bestattet wurden. Dieses Vorgehen war nur logisch gewesen. Nur so konnten sie wieder ihre letzte Ruhe erhalten, ohne von Asmodis vernichtet zu werden. Selbst durch eine Flucht mit seiner Yacht nach Finnland , konnte nämlich auch Wlado Murasov der Rache von Asmodis nicht entgehen.
Das Titelbild sah zwar gruselig aus passte aber nicht zum Inhalt des Romans. Ein zusätzlicher Lesegenuss waren Rafaels intensive und realistische Beschreibungen der Örtlichkeiten von Kaliningrad an der Ostsee. Man sah das Meer im Geist vor sich. Insgesamt war es für mich ein guter und unterhaltsamer Roman, den ich mit 4 von 5 Kreuzen auch ebenso bewertete. Nach der üblichen Wertung im Forum stimmte ich mit
Sehr gut ab.
:thumbup: :buch: