Handlung: Zurück im Hotel in El Paso greift Lilith John, unter der Dusche, an, indem sie ihm eine Eisdusche verpasst, die John schließlich das Bewusstsein raubt. Als er wieder erwacht blickt er in die sorgenvollen Augen von Abe Douglas. Zusammen stellen sie fest, dass Lilith Johns Brust mit der Adresse eines Bootcamps, zur Resozialisierung für straffällig gewordene Frauen in Wisconsin, zeichnete. Grund genug für John und Abe umgehend dort hin zu fahren. Als sie im Bootcamp, nahe der Kleinstadt Berlin ankommen, staunt John nicht schlecht, dass sie ausgerechnet von der totgeglaubten Chandra empfangen werden. John und Abe erfahren dass das Bootcamp als Ausbildungslager für Liliths Vollstreckerinnen genutzt wird, unter Chandras Leitung. Chandra befiehlt John und Abe wegzusperren, doch dann beginnt der Angriff auf das Camp.
Meinung: Der Titel des zweiten Teils der Trilogie von Ian Rolf Hill passte wieder einmal hervorragend zur Tradition und dem Stil der Serie. Jason Dark hatte sich bereits einige ähnliche Titel ausgedacht. Auf der Leser-Seite präsentierte Ian Rolf Hill eine sehr gute Zusammenfassung des bisherigen Werdegangs und der Lebensgeschichte von Denise Curtis. Es machte mir wirklich Spaß die wichtigsten Szenen ihrer Geschichte noch einmal kompakt lesen zu können.
Ebenfalls zu Tradition geworden ist, dass die wichtigen Romane und Mehrteiler von Timo Wuerz mit passenden und stilvollen Titelbildern ausgestattet werden. So war es keine Frage, dass Timo auch für diesen Roman das sehr gute Titelbild gestaltete, das erneut eine Szene aus dem Roman im Bild zeigte. Dieses Mal den Kampf zwischen Naema und Denise.
Der zweite Teil der Trilogie begann mit einer denkwürdigen und spektakulären Auseinandersetzung zwischen Asmodis und Lilith. Einigkeit sah anders aus und war hier nicht wirklich gegeben. Zur Freude von Pandora und dem Spuk? Denn wenn zwei sich streiten triumphiert oft der Dritte.
Denise, die sich als Neuling auf der Frauen-Farm einquartierte, fand gleich Gefallen daran den achtjährigen Julian zu ärgern. Egal ob sie ihm als Belohnung für eine Auskunft einen Kaugummi versprach und ihm ihren aus gekauten auf die Stirn heftete, oder bei der Essensausgabe behauptete seine zweite Frikadelle an geleckt zu haben, bevor sie am Esstisch behauptete sie hätte nur in den Kartoffelbrei gespuckt. Das war alles typisch Denise und wurde unterhaltsam geschildert. Eine Spionin Pandoras auf der Frauen-Farm der Lilith.
Was meine Annahme aus dem ersten Teil betraf, hatte ich mich getäuscht. In der Scheune befand sich zwar etwas Grauenhaftes, aber nicht das unbekannte Wesen, das Luzifer durch das Dimensionstor auf die Erde schickte. Das Wesen kam erst noch und das in Gestalt eines riesigen meist zweidimensionalen Schattens, dem kaum beizukommen war und der das Ausbildungslager der Vollstreckerinnen zunächst angriff.
Ich hatte mich außerdem in einem anderen Punkt irritieren lassen. Ich dachte zunächst dass es sich beim Bootcamp und der Frauen-Farm um ein und dieselbe Anlage handeln würde. Das diese Annahme quatsch war, wurde mir spätestens am Ende des Romans endgültig bewusst. Zumal der Standort der Frauen-Farm etwa 80 Meilen von Wichita entfernt in Kansas lag und das Bootcamp hinter der Kleinstadt Berlin in Wisconsin. Manchmal sah man bekanntlich den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Für das Schmunzeln zwischendurch sorgten die Namen der Dobermänner, die allesamt bekannten Zeichentrickserien entnommen wurden. Da gab es Tom, Jerry, Sylvester und Tweety. Zumindest Tweety klang für einen Hund recht ungeeignet.
Einen bizarren Anblick bot Abe Douglas, beim Finale des zweiten Teils, als Lilith kurzzeitig seinen Körper übernahm. Die Rede kam noch einmal auf die nicht entschlüsselten Zeichen auf Johns Kreuz. Es war für mich keine große Überraschung mehr, als bestätigt wurde, dass diese ein Schlüssel für Lilith waren, damit sie auf das Kreuz zugreifen konnte. Hatten sie aber auch etwas mit dem sogenannten göttlichen Funken zu tun, den Lilith stahl? Genauere Angaben zur Kreatur aus der Hölle ließ sich Lilith dagegen nicht entlocken.
Ansonsten herrschte gewissermaßen eine Ruhe vor dem Sturm. Ian Rolf Hill hatte seine Charaktere wie Schachfiguren vor dem großen Finale postiert. Denise leckte ihre Wunden aus dem Kampf mit Naema. Dazu stellte sich die Frage, wie die mit Naema vereinigte Amanda den Feuerball von Denise vertrug, der zumindest ihr Antlitz verbrannte.
Auf die Fortsetzung und das Finale der Trilogie war ich sehr gespannt. Bei der Gesamtbewertung für diesen Roman, orientierte ich mich am vorausgegangenen Roman und entschied mich erneut für die Note 2 = Gut und damit für 4 von 5 Kreuzen. Nach der im Forum üblichen Wertung stimmte ich erneut mit Sehr gut ab.
:thumbup: :buch: