Nach seiner Niederlage in Schottland beim Hort des Wissens ist Kormak nach Amerika zurückgekehrt. Dort hat er ja auch noch eine Handlanger-Basis. New York, Washington, Louisville, sein Ziel Fort Knox. Eine beschwerliche Reise. Gerade als er die Gegend um das Fort erreicht, gibt es dort einen neuen Weltentausch. Der Pflanzenwall beginnt zu wachsen und Kormak schafft es in allerallerletzter Sekunde darüber hinweg, während es sein Gefährt erwischt.
Na toll. Ich wollte einen anderen Kormak in diesem Parallelweltareal der Woche, stattdessen habe ich den alten Arschlochkormak bekommen. Ich weiß nicht wieso, aber der ahnt irgendwie, dass die Soldaten ihn respektieren und benimmt sich auf gut Glück wie ihr Kommandant, der der Parallelwelt- Kormak auch wirklich ist. Das ist ja schlimmer als jedes JS-Bauchgefühl! Ich hatte mich wirklich auf den Roman gefreut, habe nach dem ersten Drittel aber schon wieder keinen Bock mehr.
Auf der anderen Seite scheint es tatsächlich alles, wie von mir erhofft. Hier ist alles anders. Parallelwelt-Kormak ist auch knallhart, steht mit seinen Truppen aber auf der guten Seite, während Parallelwelt-Miki ein Terrorist ist. Matt und Worrex in menschlicher Tarngestalt kommen schon im Gleiter angeflogen und werden mit allen Ehren empfangen. Zum Glück gehört er hier nicht den Terroristen an, sondern steht als General Drax mit Kormak auf einer Seite. Na geht doch, es muss nicht immer alles dramatisch und von Anfang an brenzlig sein.
Wenn da nur nicht Arschloch-Kormak wäre. Er gelangt in Fort Knox, ohne mit Matt oder seinem Parallelwelt-Pendant zusammenzustoßen. Oder anderen Soldaten, denen auffällt, dass es hier plötzlich zwei Kormaks gibt. Sogar zu den Quartieren des anderen Kormak gelangt er, die sind natürlich nicht abgeschlossen und natürlich findet er sofort die wichtigen Tagebücher, um sich einige Insiderinfos des anderen Kormak reinzuziehen. Wie alles perfekt passt.
So spazieren die beiden Gruppen durch Fort Knox, ohne dass der doppelte Kormak irgendjemandem auffällt. Ja, klar. Sehr wahrscheinlich.
Mir gefällt hier einiges nicht. Da die Eskalation der Woche wohl von Arschloch-Kormak herrühren wird, gibt es keinen Grund für anderweitigen Stress. Im Parallelwelt-Knox akzeptiert man Matts Geschichte von dem Weltentausch und der postapokalyptischen Welt, wo alles anders ist, zu schnell und gelassen. Sogar der Schock, dass Matt mit dem „Terroristen“ Miki befreundet ist, währt nicht lange.
Matt, Worrex und Parallelwelt-Kormak verlassen schließlich für längere Zeit das Areal, um Deserteure zu verfolgen. Erst am nächsten Tag kommen sie wieder. Natürlich gelingt es Arschloch-Kormak, sich solange in den Quartieren zu verstecken. Als sich Parallelwelt-Kormak für ein Schläfchen dorthin zurückkehrt, erwartet Arschloch-Kormak ihn bereits und killt ihn eiskalt, um seine Identität anzunehmen. Dieser Handlungsablauf dürfte nun wirklich niemanden überraschen und man kann sich schon denken, wie es weiter geht.
Weiterhin passt alles perfekt, um den gewünschten Plot zu verfolgen. Arschloch-Kormak übernimmt Fort Knox als Kommandeur und niemanden fällt irgendwas auf. Selbst seinen engsten Vertrauten nicht. Außerdem hat er alle wichtigen Infos, die er für diese Scharade braucht, auf dem Silbertablett serviert bekommen. Jetzt muss er nur noch Matt verabschieden, damit er in Ruhe neue Bösewicht-Pläne schmieden kann. Easy.
Ich bin gern offen für Hilleberg-Romane, die mich positiv überraschen. Wie die Taratzen in Paris. Dieser hier hält grundsätzlich, was er verspricht. Nämlich, was ich mir von „Kalte Krieger“ erhofft hatte. Matt muss sich in einem interessanten Weltentauschareal zurecht finden und seine Erfahrungen hinter sich lassen. Hier ist ein Erzfeind ein Freund und tatsächlich verstehen die beiden sich am Ende des Bandes sehr gut, bevor Parallelwelt-Kormak abgemurkst wird. Hillebergs Arschloch-Kormak hätte echt nicht sein müssen. Das hat mir die Geschichte gehörig vermiest, ich kann den Typen einfach nicht mehr sehen. Smythe, Kormak, Krieger des Lichts. Die Gegenspieler momentan sind alle nichts für mich. Zudem musste die Geschichte schon sehr passend geschrieben werden, damit Arschloch-Kormak mit der Scharade durchkommt und dauernd Heftromanglück hat. Es ist wie beim Psionik-Smythe-Daddy aus dem „Rausch der Sinne“. Da wird eine Variante eines aktuellen Erzfeindes eingeführt, mit der ich mich echt anfreunden könnte und dann direkt gekillt.
Naja, die Leselust sinkt immer weiter. Trotzdem noch GUTe

:baff: :baff: :baff: (knappe 7 von 10 Kometen)