Immer diese Verknüpfungen. Da kennen die Jugendlichen aus dem aktuellen Band zufällig Ryan Talbot aus der 2024.
Aber das ist erstmal egal. Eigentlich geht es um das klassische Monster der Woche, das durch Eindringlinge aus seinem Bann oder Schlummer geweckt wurde und auf Mordtour geht. Schön tötet es die Eltern des ersten Jugendlichen. Ist dann aber als es erwischt wird so langsam, dass Tom noch in seine Schuhe schlüpfen und sich eine Jacke überwerfen kann, bevor der abhaut. Das klassische Schlurfmonster?
Als die übel zugerichteten Leichen gefunden werden, werden natürlich Harry und Dagmar als Verstärkung angefordert. Die örtliche Polizei stellt sich bei ihren Ermittlungen so unfähig an, dass die wichtigen Hinweise von den beiden gefunden werden können. Beziehungsweise, ihnen kommt der Heftromanzufall zuhilfe. Da klemmt eine Schublade beim Zuschieben doof. Das muss doch ein doppelter Boden sein! So finden sie die Fotos, die auf das Lost Places Hobby der Jugendlichen hindeuten. Direkt danach erspähen sie eine weitere Schlüsselfigur. Den obligatorischen alten Mann, der als einer der wenigen noch die alte Geschichte kennt.
Tom ist also verschwunden. Aha. Aber es ist klar, dass er ein wichtiger Zeuge oder sogar der Mörder seiner Eltern ist. Ist es so schwer, die üblichen Schritte einzuleiten, die man auf jedem Billigtatort kennt, um nach ihm fahnden zu lassen oder so? Zumal Tom sich sehr berechenbar verhält und als erstes mit dem Bus zu seiner Freundin Jana fährt. Diese Dorfpolizisten sind echt unfähig. Oder der Roman spielt in einer Zeit, als es noch kein Social Media gab, das Ermittlungen bei solchen Sachen enorm vereinfacht hat.
Als Tom das Elternhaus seiner Freundin erreicht, erwischt er sie gerade dabei, wie sie ebenfalls zum Monstrum mutiert ist und ihre Mutter zerfleischt. Außerdem hat er plötzlich eine Vision oder so und der ganze Ort liegt von Nebelschwaden umgeben in Trümmern.
Das ist mir schon wieder zu viel. Es reicht doch, dass das uralte Monster der Woche befreit wurde. Wieso kann es jetzt eine Art Keim verbreiten und andere zu ähnlichen Kreaturen machen. Und warum diese apokalyptischen Visionen?
Harry und Dagmar suchen indes die Eltern von Nick auf. Dessen Schwester Jenny ist plötzlich auch verschwunden. Und Dagmar entdeckt eine Zeichung von ihr mit einem unheimlichen Vogelmonster darauf. Stimmt, die gibt es ja extra noch. Puh, es brennt gerade an allen Ecken. Die Helden folgen erstmal der einen Spur, um zu verhindern, dass es Jenny auch erwischt. Da sie ein kleines zehnjähriges Mädchen ist, wird ihr schon nichts passieren. Die wird Marques nicht über die Klinge springen lassen. Die beiden geraten dann auch in diese „andere Welt“ mit düsteren Visionen oder so. Dann werden sie von einem der Vogelmonster angegriffen. Dagmar vernichtet es mit einem Strahl aus ihrem Dritten Auge. Es ist schön, dass die Psychonautin mal wieder ihre Kräfte auspacken darf. Das wird viel zu selten genutzt, weil diese mysteriöse Magie sehr interessant ist und interessante Möglichkeiten bietet. Wenn es dann aber nur für destruktive Angriffszwecke eingesetzt wird, ist das auch lahm. Das tolle an den Psychonautenkräften ist doch, dass sie auch eher passiv eingesetzt werden können und nicht wie die meisten Waffen und Zauber der Serie auf direkte Dämonenvernichtung begrenzt sind. Im passenden Heftromantiming kommen sie gerade rechtzeitig an, als Nick seine Schwester töten will.
Er musste handeln, denn der veränderte Jugendliche setzte bereits zum Biss an. Rettung in allerletzter Sekunde, puh.
Jana kämpft inzwischen erfolgreich gegen den Keim des Bösen in sich an und wird wieder normal. Weil sie Tom liebt? Ah, die kitschige Kraft der Liebe. Dann taucht Toms Onkel auf, der irgendwie in die Ereignisse in der Vergangenheit eingeweiht ist und damit zu tun hatte und zwingt sie mit vorgehaltener Pistole, wieder in die Villa zu gehen. Als sie weg sind treffen dann auch Harry und Dagmar dort ein. Leider zu spät, tja. Da man wohl allein nicht zu Potte kommt, muss wieder mal der Geisterjäger eingeschaltet werden. Schade.
Über Toms Onkel erfahren wir endlich mehr. Es ist nichts überraschendes. Bereits damals hat das Grauen gewütet und er hat sich als Polizist in seinen Anfangsjahren darum gekümmert. Nun hat er sich gerade mit einem Kollegen darüber unterhalten, ob man die alte Villa nicht besser niederbrennen sollte, bevor irgendjemand darüber stolpert und das Böse wiederkehrt. Was von den Jugendlichen zufällig mitgehört wurde. Natürlich nicht der Teil mit dem Grauen, sondern nur mit der super coolen Gruselvilla, von der eigentlich keiner mehr weiß. Extrem konstruiert, aber es hat auch diesen Oldschool-Charme. Jetzt soll alles bereinigt werden. Doch das Böse nimmt wieder Besitz von Jana und killt den Mann. Natürlich nicht sofort, er hat noch ein par Minuten.
Tom würde sterben. Jetzt galt es nur noch, zu verhindern, dass weitere Menschen dem Fluch der Kemter-Villa zum Opfer fielen. Deshalb zog er mit zitternden Fingern sein Handy aus seiner Jacke hervor, wählte die Nummer eines sehr alten Freundes und sank stöhnend auf den Rücken. Wenigstens hat er nicht mit seinem Blut eine Botschaft geschrieben.
Dann wird im Roman endlich mal ein Zufall – oder Schicksal – klar benannt und dann finde ich den gar nicht mal so aufregend. John ist halt gerade am Flughafen, als ihn der Anruf erreicht und er kann direkt nach Deutschland düsen. Ja, schön. Da finde ich das Timing schlimmer, dass die Ermittler gerade auf der Polizeiwache angekommen sind, als sich schon Johns Kreuz erwärmt. Jenny wurde zwar gerettet, aber auch schwarzmagisch beeinflusst und das bricht wohl zufällig gerade jetzt aus ihr heraus, wo John anwesend ist und eingreifen kann.
Dann musste ich das Heft erstmal aus Motivationsgründen weglegen. Daraus wurde dann wohl irgendwie über eine Woche Lesepause. Man hat ja auch noch genug andere Dinge zu tun und fesseln könnte mich die Geschichte leider nicht. So ein Einstieg im letzten Viertel der Handlung ist nicht leicht. Ich glaube, richtig rein komme ich eh nicht mehr.
Jetzt hat mal wieder eine Aktion genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie sollte. Der Fluch sollte mit dem Verbrennen des Buches ein Ende gemacht werden. Jetzt hat die Gegenseite es in ihrem Besitz und will es nutzen, um den Fluch wieder aufleben zu lassen.
Die Geisterjäger erfahren indes endlich die ganze Geschichte. Es geht zum Haus, um die Sache ein für alle mal zu regeln. Die Kreuzformel vernichtet dann die dunkle Präsenz im Haus und alle Übeltäter.
Und weil noch Platz ist, gibt es am Ende eine kleine Szene mit Nathaniel Dekker, der sich irgendwie das Buch krallt.
So, was habe ich mir noch notiert? Ach ja, am Anfang ist Tom noch 17, dann plötzlich 18. War mir aufgefallen und die Probleme der Jugendlichen haben mich nicht interessiert. Hat nichts mit dem Roman zu tun und sowas kenne ich von Hilleberg schon genug. Eines der dinge, dir mich rausgerissen haben.
Ich mache es jetzt mal kurz. Eine richtig gute Begründung für meine Wertung bekomme ich eh nicht mehr zusammen. Im Eindruck auf jeden Fall ein GUTer Roman, so viel kann ich sagen. Mehr für mich leider nicht. Bei den Punkten wirs es wegen der langen Unterbrechung schwer.

:baff: :baff: :baff: :baff: (6,5 von 10 Kreuzen)
Aber der Autor weiß ja, dass ich sehr streng bin.
