Weiter geht es mit den Inugami ... aber auch, wenn die Geisterviecher ziemlich cool sind, es gab zudem noch so einiges andere, das hängenblieb ... besonders auf Feelings-Ebene.
Irgendwie war der Roman total vollgepackt, obwohl ich es aber auch überhaupt nicht überlaufen oder übertrieben fand. Es war einfach nur Spaß am Lesen mit viel Input und Action!!
Die Szene am Anfang mit dem von Todesangst gehetzten Philipp Preston fand ich schon ziemlich überzeugend und ich hätte nie damit gerechnet, dass er es tatsächlich bis zum Yard schaffen würde.
Tut er doch ... und dann kriegen sich John und Suko noch in die Haare.
Auch diese Szene fand ich in sofern gut, weil es die beiden menschlich macht. Wie du und ich.
Es wäre schon komisch, wenn es da zwei Kollegen gibt, die zusammenarbeiten und bei denen mal nie ne Unstimmigkeit wegen irgendwas aufkommt.
Bei Suko spielt ja noch was anderes mit, nämlich dass Shao und er sich für Chiko Yamamoto verantwortlich fühlen, weil sie sonst niemanden mehr in London hat.
Suko kam mir da vor, als glaube er Preston hauptsächlich aus dem Grund nicht, weil Chiko nicht als "Täterin" und "Böse" dastehen soll ... als wenn er da ein bisschen die Scheuklappen aufgesetzt hat.
Ich kann mich aber auch irren ...
Der Auftritt des Inugamis im Büro war Hammer!! Die Beschreibungen von Philipp Preston und auch von Glenda, wie sie das alles wahrnahmen ... brrrr ... sie spürten die Kälte, konnten sich nicht bewegen, die Angst ... und dann manifestiert sich das Vieh hinter Preston, stülpt ihm in aller Seelenruhe sein Maul über den Kopf und beißt zu. Wie fies und eklig und abartig muss so ein Erlebnis sein? Nicht nur, dass es logischerweise für Preston mit dem Tod endet, ich hätte mir an Glendas Stelle wohl augenblicklich ins Röckchen gemacht!
Dafür war Johns Agieren auch nicht von schlechten Eltern, mit Ninja-Krone und Kusanagi-no-tsurugi und vor allem mit der Schnelligkeit. Für Preston leider ein My zu spät ...
Und dann gings richtig zur Sache: Chikos Family tauchte in deren Wohnung auf, um sie zurückzuholen zu den Inugami mochi.
Onkel Kenshin und seine Söhne Ryuzaki und Saburo setzten erst Suko und dann auch John Schachmatt und nahmen Chiko mit, der sie dann auch so nebenbei sagten, dass Philipp tot ist.
Außerdem fielen den Dreien nun auch die wichtigen Waffen in die Hände.
Währenddessen musste Sir James sich mit Christina Dick rumschlagen. Die Szene hat mich gleichermaßen zur Weißglut gebracht, wie auch schmunzeln lassen.
Die Weißglut kam daher, weil die Dick so absolut ätzend ist. Sie tut so überheblich und gönnerhaft, kommandiert Sir James rum (und ganz nebenbei nennt die alte Spinatwachtel ihn auch noch immer James!! Für sie muss das Sir James, Sir Powell oder Mister Powell heißen! Boar, geht die mir auf die Nüsse!! Ich hoffe, sie ist ne KdF und wird dann irgendwann qualvoll geplättet!!), macht einen auf dicke Hose und hat eigentlich keine Ahnung. Origami ... auch wenn ich ihr das irgendwie nicht zutraue, aber das war echt witzig

Und Tanner mit seinem Hundedingsbums noch mehr. Der hätte die olle Hexe auch mal so anbrummeln sollen, wie er es sonst schon mal mit den Kollegen, etc. macht!!
Absolut cool fand ich dann, dass Sir James himself und höchstpersönlich mit nach John und Suko suchen will und sich zusammen mit Glenda und Shao auf den Weg zu Chikos Wohnung machte.
Da glänzte er dann auch noch mit nem automatischen Dietrich und ich hab Glendas überraschtes Gesicht buchstäblich vor mir sehen können!
Wie gefährlich und unheimlich die Inugamis sind, zeigte sich sogar mal wieder bestens nur durch bloße Worte (so ähnlich wie bei Lykaon, wenn er Abe Douglas ne Heidenangst einjagt!).
John und Suko wurden von Kenshin und Co in nem Bunker festgehalten, wo der Japaner von ihnen was über ihre Waffen, den Bumerang, den Nagel, etc. erfahren wollte. Um den beiden Herren Inspektoren den nötigen Anreiz zu geben, sagt er kurz, dass es sicher nicht besonders angenehm wäre, wenn man zusehen müsste, wie der Partner vom Inugami zerfleischt wird. Johns Reaktion und Feeling darauf sprach Bände und sofort erschien wieder sehr bildlich die Szene mit Philipp Preston im Büro vorm geistigen Auge ...
Es ist unheimlich, wie sehr "simple" (im Sinne von
man liest es einfach "nur" und erlebt es ja nicht direkt mit) Beschreibungen von Geistern, Mythen, Sagen, etc. anderer Kulturkreise durch solche Geschichten tatsächlich Gänsepelle bei bestimmten Erwähnungen/Handlungsbeschreibungen hervorrufen können!
Ich fands jetzt auch nicht blöd, dass John und Suko erstmal ne Bestandsaufnahme machen, wie sie gefesselt sind, wo sie sind, was wer erlebt hat (könnte ja für ihre eventuelle Befreiung wichtig sein), gibt es Wachen oder sind sie allein, ist es kalt - schleicht da ein Inugami rum, welche Optionen haben sie überhaupt und was ist mit Chiko ... und natürlich auch, dass sie sich nach ihrem Zoff auch wieder vertragen, bzw. das eben kurz ansprechen. Immerhin stand das ja noch zwischen ihnen und egal, was dann dort noch passiert, man muss sich ja auf den anderen verlassen können. Und Groll im Bauch oder die Ungewissheit, ob der noch vorhanden ist, könnte vielleicht hinderlich sein. Zudem war ja auch nicht sicher, ob sie das beide überleben. Ein wenig Abbitte nach Streitigkeiten, gerade unter guten Freunden, fand ich da nicht unangebracht, zumal es für mich weder lang noch überzogen rüberkam.
Dann natürlich die Szene, als Saburo die Ninja-Krone aufsetzte ... und die ihn dann nicht für würdig befand. Haaaammeeeer!!!
Man könnte meinen, dass es genau das ist, was man in einem Gruselroman lesen will. Stimmt wohl auch ... aber das, was solche Szenen in all ihren grausigen Einzelheiten beschreiben und wie sehr es "wirkt", nicht nur auf den Leser, sondern besonders auf die mit anwesenden Figuren, find ich immer absolut genial. Worte und ihre Wirkungen ... mal ist es sehr intensiv, mal greift es überhaupt nicht ... ein Mysterium für sich.
Hier hat es allerdings, bei mir zumindest, die volle Wirkung entfaltet!
Saburo wird als unwürdiger Träger der Ninja-Krone von selbiger magisch in Stellung gehalten und von den helfenden Berührungen der anderen abgeschirmt, nur um dann sehr qualvoll den Vorgang des von oben nach unten, langsamen Zerquetschtwerdens zu erleiden ...
Und WIE das beschrieben ist ... so kann man das doch nur "gestalten", wenn man auch weiß, wo welcher Knochen sitzt, was beim Zerquetschen alles platzen kann ... und wie ... und was zuerst, was zuletzt und vor allem, wie das alles dann aussieht ... brrr ... sehr fies, sehr bildlich ... aber dadurch auch gut!! (.. und ich leide jetzt noch nicht völlig an Sadismus oder so, das nur mal am Rande

Ich meine dieses
gut im Sinne von, dass die Wirkung dieser Szene eben voll reingehauen hat, so mit Luft anhalten, Gesicht verziehen, auf der Unterlippe rumkauen ... und nachher alles ein paar Minuten sacken lassen müssen und tief durchatmen, bevor es weitegehen kann. So halt ...

).
Dann geht alles ziemlich rasant daher: Ryuzaki beschwört den Inugami zu Ende, Chiko beschwört ihren ... und die beiden kämpfen. Kenshin verletzt Chikos Inugami und während die beiden Viecher sich gegenseitig zerfleischen, machen sich die Yamamotos aus dem Staub.
Nachdem Ryuzaki-Inugami den Chiko-Inugami besiegt hat, will sich der Sieger auf die Frauen stürzen. Shao greift ein, doch das Vieh denkt mit und knockt sie quasi aus. Fand ich gut, denn so bekam auch Glenda noch ihren Moment: mit der Ninja-Krone. Da muss es fies gewesen sein, das Teil aus den Überresten des zerquetschten Saburo zu fingern und noch die Angst, ob man selbst denn für würdig befunden wird oder nicht ... aber dadurch konnte Shao den Inugami schließlich vernichten, nachdem Johns Kreuz ihnen nur kurz etwas Luft verschafft hatte.
Wie ich das finde, wenn Glenda mit loszieht, ne Waffe trägt und aktiv eingreift ... hmmm ... irgendwie mal so und mal so. Hier fand ich es ok, denn sie bekommt die Waffe vom Sör zur Verteidigung und um hoffentlich John und Suko zu retten. Schließlich kann Shao nicht alles alleine machen. Und mit den Inugami mochi ist nun mal ganz und gar nicht zu spaßen und erst recht nicht mit Streifenpolizisten beizukommen.
Würde Glenda jetzt per se ne Waffe tragen, fänd ich das auch nicht so prall. Das wäre nicht DIE Glenda ... Aber wenn sie wissentlich an einer Rettungsmission teilnimmt, finde ich das völlig legitim. Dadurch verändert sich ja nicht zwangsläufig ihr Charakter, dass sie zur Amazone wird oder so ... und würde sie ohne Knarre mitgehen, wäre sie Shao quasi mehr ein Klotz am Bein und von vornerein ein potenzielles Opfer. Außerdem muss man schon mit ner Waffe umgehen können, selbst wenn man nicht dauerhaft eine mit sich führt, wenn man Mitglied im Team Sinclair ist ... mitgefangen, mitgehangen eben ... das haben schon ganz andere Personen lernen müssen, die sich sonst immer vehement dagegen aussprachen ...
Die drei Yamamotos verziehen sich also samt letzem Schrein im Eifer des Gefechts, lassen aber Kusanagi-no-tsurugi zurück, weil es schlichtweg zu schwer und zu sperrig für die Flucht ist. Ganz zu schweigen von einer Gepäckaufgabe am Flughafen ... Fand ich ebenfalls logisch und deshalb völlig ok. Immerhin wurde vorher oft genug geschrieben, wie schwer das Teil ist und dass Kenshin das kaum bis nur mäßig handhaben konnte.
Sie schafften es dann bis zum Flughafen und wurden dort von John und Suko bereits erwartet. Doch Kenshin windet sich raus und sie können tatsächlich samt Chiko abfliegen.
Allerdings sagte Glenda einen Satz, der noch auf eine Art Überraschung hindeuten könnte ...
Dann gibt es da noch den Epilog und eine neue Gegnerin taucht auf.
Bzw. wird wohl auftauchen, da sie hier aufgebaut und erklärt wird: die Kunoichi Shizune, ihres Zeichens Kämpferin für ihren Herrn und Meister. Susanoo?! Wahrscheinlich ist er es auch, dessen Stimme sie hört, der sie losschickt und ihr das Schwert des Tokata überlässt, weil er es auf die Inugami mochi abgesehen hat ... insbesondere wohl auf Chiko und Ryuzaki, denn ihnen soll nichts geschehen, er will sie stattdessen auf seiner Seite wissen ...
Die Story war sehr rasant und flott zu lesen. Es passierte viel, es gab genug Opfer und persönlich wurde es auch, denn Shao und Suko "kümmern" sich indirekt um Chiko, die hier von ihrer Familie zur Rückkehr gezwungen wird. Sie soll ihren Cousin heiraten, als Gebärmaschine fungieren und den Erhalt der Inugami mochi sichern. Tolle Aussichten! Hoffentlich holen Shao, John und Suko sie da doch noch irgendwie raus.
Es gab sehr bild
gewaltige Szenen, nämlich als ein Inugami bei Glenda und Preston im Büro des Yard erscheint und dann, als Saburo im Bunker die Ninja-Krone aufsetzt. Danach musste man, in diesem Falle ich, erstmal kurz tief durchatmen.
War das ne fiese Sache ... beides!! Aber saugut geschrieben.
Wie eben auch der ganze Rest.
Bleibt noch abzuwarten, wie sie da jetzt weiter vorgehen wollen, um Chiko zu retten ... und auch, wie es dann mit den Inugami mochi weitergehen wird?!
Für diesen Roman gibt's auf jeden Fall schon mal ein
sehr gut + (die andere Hälfte vom + zum top hängt noch einem der freilaufenden Inugamis um den Hals, das dann hoffentlich bei Chikos Befreiung ebenfalls zurückerobert wird

:thumbup: )
Ach ja, die Denkweise von Kenshin und seinen Sprösslingen war auch sehr interessant. Erst geht er Chiko auf die Nüsse, zurückzukommen .... anschließend schüchtern sie Preston ein, Chiko zu verlassen.
Dann macht der Knabe das ... und trotzdem killen sie ihn.
Es wird damit erklärt, dass, solange Philipp Preston lebt, Chiko nicht frei wäre ... stimmt ja im Grunde auch, denn Philipp liebt sie ja noch immer und sie ihn wohl auch, aber er hat panische Angst vor den Inugami. Deshalb erhofft er sich ja auch Hilfe von John und Suko. Zumindest erzählt er Glenda dann, was wirklich Sache ist. Weder John und erst recht nicht Suko wissen zu dem Zeitpunkt, dass Chiko nicht aus Rache einen Inugami beschworen hat, um Preston zu töten, sondern die liebe Familie (sonst wären sie in der Wohnung möglicherweise vorsichtiger gewesen, weil sie dann gewusst hätten, es nicht "nur" mit Chiko, sondern auch mit gestandenen, Inugami beschwörenden Kerlen zu tun zu bekommen).
Preston wird also getötet, weil Kenshin und Co sich dann sicher sein können, dass niemand mehr da ist, an dem Chiko etwas liegt und der oder die sie zum bleiben bewegen könnte. Man könnte meinen, sie bringen das Mädchen dadurch gegen sich auf, aber sie erreichen genau das, was sie wollen: Chiko gibt SICH und ihr Leben in London auf und sie weiß, dass sie gegen die Familie, deren Drohungen, Vorhaben, etc. allein eh nicht ankommt ... und so haben die Inugami mochi tatsächlich freie Bahn ...
Warum krallen sich denn die Bösen ab und an Leute aus dem Sinclair-Team? Weil die dann gute Druckmittel sind ... man kann mit ihnen den Rest anlocken, die emotionale Schiene eben, Freundschaft und so, menschliches Zeug eben ...
Zudem macht das Team durch die Sorge um die entführten Leute und durch mögliche voreilige (Kurzschluss-)Handlungen vielleicht Fehler ... kurzum: die Bösen bringen das Team zwar gegen sich auf, was ja auch durch ihre bloße Existenz eigentlich schon der Fall ist, aber es bringt eben auch gewisse "Vergünstigungen" und manchmal sogar Resignation, Angst, Sorge, etc. mit sich, was ihnen dann eben einen, hoffentlich nur vorübergehenden, Vorteil verschafft! Wie Kenshin das bei Chiko tut. Durch Prestons Tod resigniert sie und verhält sich ruhig ... was aber nicht gleichzeitig auch bedeutet, dass sie nicht doch noch Hoffnung erfahren kann. Und das bringt dann mögliche Wendungen aussichtsloser Situationen mit sich.
Ist doch gar nicht mal so dumm gedacht? Weder von den Bösen ... noch von den Autoren

:thumbup:
Das Cover geht leider gar nicht. Zumindest auf den Inhalt bezogen. Und so an sich finde ich es diesmal auch nicht besonders toll, erst recht nicht für einen Gruselroman.
Mir ist prinzipiell auch egal, ob ein Coverbild schon mal irgendwo benutzt wurde, aber wenigstens ein bisschen was mit der Story des Roman, den es ziert, sollte es dann schon zu tun haben ...
Sehr schade, weil der Roman echt toll war und auch ein cooles Cover verdient hätte!
Auf der LKS geht's mit der Dunklen Mutter weiter.
Ich kann's diesmal eigentlich sogar recht kurz machen, denn die Geschichte um die drei toten Zombieweisen aus dem Morgenland fand ich sehr kurzweilig und gut geschrieben. Sehr schön passend und ambientisch für die Weihnachtszeit

:thumbup: (aber auch jetzt noch genauso interessant zu lesen!!)
Zudem ging's somit ja auch mit der Dunklen Mutter weiter, was auf den ersten Blick, bzw. den ersten Seiten erstmal nicht so wirkte.
Die kleine Vorgeschichte mit den potenziellen "Komet-Opfern", dann deren Kampf mit den drei Zombies und dazu natürlich die Beschreibungen deren Insignien, sodass man, zusammen mit dem Titel, allmählich selbst drauf kam, um wen es sich bei den Dreien handeln könnte, bevor John das Vid gesehen hat. Fand ich sehr gelungen!
Die neckischen kleinen Sätze bezüglich der modernen Kommunikationstechnik fand ich ebenso nett. Sie lockerten das schaurige Ambiente zwischendurch auf, bevor es dann wieder gruselig ernst wurde.
Dass John dann zuletzt auf die Dunkle Mutter traf und sich in einer Falle wähnt, lässt natürlich nichts Gutes ahnen und ich bin jetzt gespannt, was da noch kommt!!
