Komisch, erst meinte ich, wegen der Thematik nur wenig schreiben zu können und dann plötzlich sprudelte es nur so heraus^^
Momo ... wer hat nicht von dieser gruseligen Whatsapp-Sache gehört (okay, außer John vielleicht^^).
Wobei die Geschichte eher mit einem Kettenbrief anfing, den auch meine Tochter kriegte und deswegen nachts schon ein ungutes Gefühl hatte.
"Ich stehe nachts in deinem Zimmer und beobachte dich beim Schlafen. Verschicke diese Nachricht an 15 Freunde, sonst tauche ich aus einer dunklen Ecke deines Zimmers auf und werde dich töten."
Im Anschluss daran gab es dann mehrere "Tatsachenberichte", in denen geschrieben stand, was mit den Kids passierte, die diese Nachricht nicht weiterschickten.
Danach erst tauchte das Momo-Bild auf und es ging um Prüfungen/Tests, bis zur letzten Aufgabe, dem Selbstmord.
Da meine Tochter durch den fiesen Kettenbrief schon "abgehärtet" war, hielt es sich mit einer Momo-Panik in Grenzen.
Was ich damit sagen will: in diesem Roman wird zwar auch mit Momo verglichen, aber es war trotzdem noch etwas anderes, das für sich stand. Und das fand ich sehr gelungen.
Zwar hab ich's jetzt auch nicht sooo mit der japanischen Mythologie, aber ich lasse mich dahingehend auch gerne überraschen, was daraus in Bezug auf JS gemacht wurde.

Außerdem finde ich die verschiedenen Yokai/Yurei und ihre Geschichten oft genug doch ziemlich gruselig und wenn sie dazu gut erzählt werden, dann kann ich mich auch mal drauf einlassen
Irgendwie lag über der ganzen Story während des Lesens noch eine Art von nachdenklicher Beklemmung, denn ich finde, dass gerade die Gruselgestalten der japanischen Mythologie oft genug viel zu "echt" erzählt und beschrieben werden und dadurch, dass man eigentlich so wenig von ihnen weiß, wenn man sich nicht explizit mit ihnen beschäftigt, auch irgendwie "echter/möglicher" wirken, als beispielsweise ein Krampus oder Rübezahl, etc.
Da gibt's so viele Yokai/Yurei für bestimmte Begebenheiten, dass man manchmal, sobald zu viel darüber gelesen wird, doch ins Grübeln kommt, ob in so mancher Geschichte nicht doch ein Fitzelchen Wahrheit steckt. Aber die kann man sich wahrscheinlich bei etlichen Sagen der verschiedenen Mythologien einbilden ... je nach dem, wie gut sie erzählt wurden/werden
Hier haben wir es also mit dem Ubumetori zu tun, der Krähenfrau.
Sie starb bei der Geburt ihrer Tochter und laut der Mythologie über Yurei(s) hat sie dann als Ubume, bzw. Ubumetori ein besonderes Auge auf ihr Kind und ist um das Wohlergehen ihres Kindes bemüht. Allerdings frage ich mich dann auch, wo sie war, als Noriko gehänselt wurde. Hätte sie nicht da schon einschreiten können oder müssen, zumindest in Punkto Sorge und Wohlergehen? Oder schreiten diese Geister generell erst ein, wenn es bereits zu spät ist, bzw. der "Schützling" zu Tode gekommen ist, um sich dann an den Verantwortlichen zu rächen?!
Die anderen Dinge, die ein Ubume so tut, treffen ja ebenfalls auf den Ubumetori zu: giftiges Blut verspritzen, die blutigen Bettlaken, ...
Aber möglicherweise ist es ja auch die
Mischung, die da den feinen entscheidenden Unterschied macht, nämlich das "tori" im Namen der Gruselgestalt. Könnte ja sein, dass man dann schon wieder einen anders agierenden Geist/Dämon erhält, dessen "Krähen-Anteil" höher ist, als der Anteil des "fürsorglichen" Mutter-Geistes ...
Jedenfalls wurde Nomi von einer Gruppe von Jugendlichen gehänselt und quasi in den Tod getrieben. Doch sie war nicht tot, sondern ist von selbigen Jugendlichen "versehentlich" lebendig begraben worden und starb dadurch qualvoll, woher auch die unheimlichen Geräusche der Whatsapp-Nachricht rührten.
Ein Grund mehr für den Ubumetori, einen bösen Rachefeldzug zu starten.
Das Ziel war, den Kids genauso viel Angst und Unwohlsein zu bescheren, wie die es mit ihrer Tochter getan haben ... um sie damit in einen komatösen Zustand zu versetzen und sobald sie beerdigt wurden, ihre Seelen in die im Sarg gefangenen Körper zurückzuschicken. Sie sollten dasselbe Schicksal erleiden, wie NOriko MIzuki, ihre Tochter.
Auch die Wahl des Namens
Nomi fand ich sehr gelungen, denn das hatte ja eine Aussage und war damit begründet.
Nicht ganz klar war: wussten die Jugendlichen anhand dieses Namens, dass es sich um ihre Mitschülerin handelte, deren Tod sie ja verschuldet hatten? Kelly meinte ja direkt, dass "sie", Nomi, es gewesen wäre ... aber brachten sie Nomi eben auch gleich mit Noriko in Verbindung?
Zumindest Jay bagatellisiert es ja eher mit einem Vergleich zum "Momo-Phänomen" und sie sprachen auch nur von
einem Geist, der hinter Nomi stecken könnte ...
Beim
blutigen Halloween z.B. unterhalten sich die Kids zeitweise über die tote Angela und über das, was damals passierte, dass sie "versehentlich" den Tod des Mädchens verschuldet hatten, etc. ...
In diesem Roman hier ist mir das nicht so ins Auge gestochen. Kann aber auch sein, dass ich das im Eifer des Gefechts eventuell überlesen habe ...
Diese Geschichten ... lebendig begraben werden, scheintot sein, in einer Kiste in völliger Dunkelheit aufzuwachen und sich die Fingernägel am Sargdeckel blutig kratzend, sobald man auch nur ahnt, was einem da passiert ist ... die find ich ja sowas von fies! Allein die Vorstellung, sich in so einer Situation zu befinden, ist schon beklemmend.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass man es sich gut vorstellen kann oder auch viele Filme/Bücher/Hörspiele/etc. von diesem Thema handeln. Irgendwie wurde man schon mal damit konfrontiert oder man hat eine gute Vorstellungskraft ... was auch immer es ist, zumindest machte es das Ganze noch einen Ticken gruseliger.
Wenn eine Situation so richtig gruselig ist, dann auf jeden Fall diese! *brrr* (oder halb verwest aussehende, in dunklen Ecken stehende Nonnen, die sind auch gruselig!^^)
Daher fand ich die "Heulerei", besonders eben die von Kelly und Jay, auch nicht übertrieben oder nervig. Hier (bei mir) traf dann sogar eher das Gegenteil zu.
Diese Hysterie der Kids, das Geheule und Gejammer ... all das hat die Panik noch unterstrichen, die sie vor dieser Whatsapp-Geschichte und Nomi hatten. Immer wenn sie sich einredeten, dass es ein Zufall sei, ein übler Scherz, was auch immer, brachte die nächste Nachricht noch mehr Angst. Sei es durch persönliche schriftliche Drohungen, jemanden zu kriegen oder durch das Foto einer toten Person oder auch durch die unheimlichen Geräusche.
Und allein deswegen, weil sei einen Geist dahinter vermuteten und vielleicht auch insgeheim ahnten, wer genau dahinter steckte, gab es für die Kids ja noch mehr Grund zur Panik. Und die brauchte ein Ventil, wenn man sich niemandem sonst, auf Grund der Umstände, anvertrauen kann. Angst, Panik, Heulerei, sich verschanzen, in allem und jedem eine Gefahr sehen ...
Und genau diese Situation fand ich super beschrieben.
Kelly hatte den Raben, der sie auch noch anstarrte, in einem sensiblen Moment gesehen. Sie hatte da ja schon panische Angst. Dann die Stimme, die ihr deutlich sagte, dass sie sie kriegen würde und sie ihr nicht entkommen könnte. Kelly schaute sich immer wieder um, achtete nicht auf den Weg, wo sie am Bahnsteig hintrat. Sie wurde durch ihre Angst in den Tod getrieben ... und Nomi hat es genutzt.
Die Leute kreischten ja schon, bevor der Leser wusste, dass sie auf den Gleisen landete. Jemand versuchte noch, sie zurückzuziehen, doch es war bereits
zu spät.
Dem Raben/der Krähe konnte das nur recht sein. Zwar hatte der Ubumetori anderes vor, aber das Foto von diesem "Ereignis" konnte ja noch weiter zur Angstverbreitung genutzt werden, in dem Nomi es an Jay schickte.
Dass Tanner dabei war, fand ich auch sehr genial. Genauso die Erwähnung, warum er "die Vogelscheuche nicht gleich an ihrem dürren Hals packte", als er es mit Fiona Stanton, der dicken Luft im Haus und dem Geschrei zu tun bekam.
Schließlich hatte John Tanners Frau Kate vor dem umgedrehten Prediger Jackson gerettet.
Die Sache damals hatte es ja für den armen Tanner auch echt in sich. Ich hab da immer noch vor Augen, wie Kate auf dem Holzbrett hoch oben entlang laufen und dann in die Tiefe stürzen sollte ... oder so ungefähr jedenfalls. Dass diese Rettungssache Tanner ein wenig "handzahmer" gegenüber John und Co gemacht hat, kann ich da durchaus nachvollziehen

(auch wenn er zwischen gerne nochmal ab und zu ein bisschen "grumpy" sein darf^^

)
Umso unheimlicher war dann die Situation, die er im Hause Stanton vorfindet: das Mädchen liegt da seit zwei Tagen im Bett und keiner hat ihren komatösen Zustand überhaupt bemerkt.
Das Handy ist seit der Zeit an und geht schließlich aus, als Pam entdeckt und die Nachricht gelesen wurde. Allein die Tatsache, dass die Mutter so eine Gleichgültigkeit gegenüber ihrer Tochter und den ganzen häuslichen Gegebenheiten an den Tag legt, was ja leider im realen Leben auch nicht unmöglich ist und leider schon oft genug so vorkommt, macht einen schon irgendwie betroffen.
Tanner drückt das ziemlich gut und deutlich aus.
Zum Glück gab es neben all diesen beklemmenden und teilweise nur allzu real nachzuempfindenden Umständen auch "nette" Kleinigkeiten, wie z.B. - ich möchte es mal als "running gag" bezeichnen - dass jeder Momo kannte, nur John nicht ... wegen den ungelesenen Memos^^
Tja John, öfter mal die Hausaufgaben machen, wenn man sie schon bis an den Schreibtisch kriegt
Den Schluss fand ich dann ja doch irgendwie heftig, aber passend. Ist ja immerhin ein Gruselroman!
John gerät durch seine Whatsapp an Nomi in denselben komatösen Zustand, wie die Kids im Krankenhaus. Die Beschreibungen fand ich da auch klasse. Dass er ja eigentlich so nix spürt, aber noch da ist und eben Dinge sieht und erlebt. Sehr passend zusammengefasst mit "Ich denke, also bin ich!"
So kann er jedenfalls die Seelen/Geister der Kids finden, die schon am Rande der Verzweiflung stehen.
An Nomis Grab finden dann auch beide Showdowns statt: einmal sind es Suko, Shao und Jay, die es dort im Wald bei Nomis Grab mit den Krähen/Raben zu tun bekommen und auf der "Geisterebene" werden John und die Kids vom Ubumetori, sowie von Nomi selbst attackiert. Chris und Molly überleben den Angriff nicht und so werden auch ihre Körper im Krankenhaus ziemlich offensichtlich getötet.
Schließlich gab es noch die Raben/Krähen, die zur titelgebenden Krähenfrau gehörten. Die Angriffe und
Beobachtungsposten mit dem bösen Krächtz-Gelächter waren auch gut.
Jedes Mal, sobald man auch nur den kleinsten Schritt näher an die Lösung oder an Erklärungen heran kam, griffen sie an, z.B. als Mollys Bruder Richard sich John und Suko mitteilen wollte.
Dann sind sie ständig in der Nähe, wenn wieder ein Tod der Teenies festgestellt wird ... z.B. als Suko vor'm Haus der Conroys steht und von Kellys Tod erfährt, während Tanner bei den Stantons feststellt, dass Pamela schon tot ist. Dann gab es noch den Raben, der Kelly verfolgte ... als wollte der Ubumetori immer schön dabei sein, um die Früchte seines und Nomi's Tun zu ernten, live dabei sein und sich schlichtweg an der Genugtuung/der Rache ergötzen.
Der Tod der Jugendlichen geht John an die Nieren ... mir auch ... aber es war trotzdem gut! Hätten alle überlebt, bis auf Kelly natürlich, da war dann ja leider gar nix mehr zu machen, hätte es auch zu "seicht" oder konstruiert wirken können.
Aber es muss schon hart für John sein, weil er ja, wenn man es genau nimmt, unwissentlich für den spontanen Angriff des Ubumentori auf die Kinderseelen verantwortlich ist. Immerhin hat er der Krähenfrau ja sehr deutlich gesagt, dass sie eh um ihre Rache betrogen wird, in dem die Kids nicht beerdigt werden und dann auch nicht qualvoll im Sarg sterben könnten.
Auch wenn seine Absicht eine andere war, das Krähenvieh reagiert leider anders und dabei auch besonders tödlich.
Shaos Mitwirken fand ich cool und ohne sie hätten Suko und Jay wohl ziemlich alt ausgesehen!
Und bestimmt hat sie noch ein Hühnchen mit Suko zu rupfen, weil er nix gesagt hatte ... Zumindest deutet ihre Stirnfalte sowas an, wie auch der
gequetschte Satz "muss er wohl vergessen haben"

Ebenso gut eingebracht fand ich Dr. Peterson. Ich find's generell toll, wenn auch einige Nebencharaktere aus vorangegangen Stories wieder auftauchen, die damit den "Verbündeten-Status" inne habe. Denn wäre Dr. Peterson nicht gewesen, wäre die Rache der Krähenfrau wohl ziemlich flott und unkompliziert gelungen
Außerdem fand ich die Stelle, als Chris sich im Gestrüpp des Sees versteckt, ziemlich atmosphärisch beschrieben. Zudem ist es wohl auch genau die Szene, die man auf dem Cover sehen kann.
Er versteckt sich und dann spürt er die Anwesenheit der Krähenfrau. Doch es ist nicht sie, die sich da aus dem Gewässer herausschiebt, sondern Nomi ... und kaum hatte er diese Erkenntnis erlangt, erwischte ihn auch schon die Krähenfrau, die ihn quasi einen Kopf kürzer machte.
Die Sache mit dem Hackbraten, gerade in Bezug auf Kellys Tod, fand ich auch echt ... brrr ... Welche Assoziationen einem da kommen, muss ich ja nicht näher erläutern, denk ich mal^^
Der Roman ließ sich so weglesen und ich hab mich spannend unterhalten gefühlt.
Außerdem hatte ich nichtmal irgendeine Assoziation mit irgendwelchen Teenie-Filmen, die man schon zuhauf gesehen hat und was dann ja im Gruselgenre mit Teenagern schon mal leicht passieren kann

Nichtmal mit "Unknown User", obwohl da auch die Rache einer Mitschülerin, sowie die moderne Technik als Mittel zum Zweck benutzt wurde. Es passierte anders, als hier ... deswegen kam bei mir jedenfalls kein Vergleich auf.
Für mich stand diese Geschichte hier schon irgendwie für sich allein, weil es eben mystischer war und auf tatsächlichen Sagen und Mythen beruhte. Kurz gesagt: ich fand das hier wesentlich gehaltvoller, auch im Zusammenhang mit JS, als das, was man eben in so manchen Teenie-Horror-Streifen vorgesetzt kriegt!
Deswegen gibt's ein
sehr gut ++
(Das volle "top" ist lediglich dem "Themen-Dämon" zum Opfer gefallen, weil es halt nicht soooo ganz
mein Thema war und ich es ja nicht auf eine Stufe mit den Stories setzen kann, die mich allein von der Thematik her schon total begeistern. Ich hoffe, es kommt halbwegs rüber, wie ich das meine

).
Das Cover ist echt gruselig!
Das war es auch schon, ohne die Story überhaupt zu kennen. Muss wohl an diesen weißen Augen liegen... und schließlich daran, dass man diese Szene genau so auch IN der Geschichte lesen konnte. Mit dem Wissen und dem Warum und Wieso also noch gruseliger!! :thumbup:
Die LKS präsentiert die Fortsetzung der Dunklen Mutter, einer Lesergeschichte, die mich tatsächlich begeistern konnte und die ich deswegen auch gern weitergelesen habe.
Die Geschichte an sich wurde flott erzählt und ließ am Ende auch gemeinerweise noch Dinge offen! (Pfui, sowas macht man doch nicht!!

)
Ich hoffe, dass da noch was kommt, wie z.B. "Das Artefakt der Dunklen Mutter" oder "Auf der Suche nach dem Artefakt der Dunklen Mutter", etc. (wegen dem, was es da noch gibt, um die Dunkle Mutter vernichten zu können) oder, wenn das "Ding" oder was auch immer letztendllich anders zu finden ist oder die Suche danach nicht sooo lange dauert, um einen weiteren Story-Teil zu füllen, auf jeden Fall braucht es aber noch einen Teil wie "Der/Mein/Unser Kampf gegen die Dunkle Mutter"
Lediglich zwei Dinge hätte ich anzumerken, die den Lesefluss etwas (!!) unterbrachen:
Einmal gab es sehr oft das Wörtchen "Ich" am Satzanfang, das man evt. ja nur umzustellen braucht, so aber beim Lesen etwas "eintönig" wirkte.
Zweitens wäre da das dreimalige "Mein Kreuz" in einem Absatz. Das las sich auch etwas sehr
wiederholend
Ich "bemängel" diese zwei Sachen auch nur, weil man als Autor eventuell wissen will, was noch verbesserungswürdig wäre, um den totalen Lesegenuss raushauen zu können

(denn die Story war ja inhaltlich echt lesenswert!!)
Also ran an die Tasten, Herr Autor ... meist liegen ja 7-9 Romane dazwischen ... Zeit genug, da was auszudenken!!

:thumbup: