Ähm ... Na ob man bei nem Kerl wie Rasputin gleich feucht werden muss ... ich weiß ja nicht ...
Okay, Vorwort: auch wenn ich versucht habe, möglichst viel zu umschreiben, damit ich nicht zu viel vorwegnehme, kann es hier Spoiler geben. Wer das alles also lieber selbst noch erlesen will, sollte das vielleicht auch zuerst tun ... gerade bei einem Zweiteiler! Da kommts ja auch'n bisschen auf's Feeling und auf "Vorahnungen" an ...
Jedenfalls war's für mich ein überraschender Roman ... gewissermaßen ...

Hier verhielt es sich nämlich zunächst wie bei japanisch/chinesischen Inhalten: Rasputin zählt für mich ebenfalls nicht zu den Top-Inhalten, die ich sofort verschlingen würde.
Hier wurde ich allerdings, genau wie seinerzeit bei "Drei böse Geister", positiv überrascht.
Mehr noch, denn es gab für mich drei Hauptstränge, die halt zeitweise unterbrochen wurden und bei denen ich jedes Mal gespannt war, wie es da weitergeht.
Der Anfang hat schon eine Bombe platzen lassen, wie es auch im "Vorspann" so schön hieß", aber die Storyline(s) an sich hat (mich) von Anfang bis Ende gefesselt und der Cliffi am Schluss macht es da nicht grad einfacher, auf den nächsten Dienstag zu warten!!
Dieser erste Teil beinhaltet auch so einiges an Gewaltszenen, die schon irgendwie reinhauen, wenn man da mitfühlt/mitfühlen will.
Genau wie Karina auch, so musste ich mir z.B. ebenfalls andauernd ins Gedächtnis rufen, dass Galina ein Zombie ist. Wie ihr "Onkelchen" Kunasjanow teilweise mit ihr umgeht, ist schon nicht ohne und trotzdem bleibt sie ihm wohlgesonnen (schließlich könnte sie ja auch ganz anders).
Dann gibt es natürlich auch noch Angriffe, Kampfszenen, etc. wobei ich da nicht von "obligatorisch" sprechen könnte. Jede für sich hat irgendwas "neues, anderes" ... ob nun der ins Büro des Oberst stürzende Rasputin-Anhänger, die Geflügelten mit der bombigen Überraschung intus, die Verfolgungsjagd über den Tschebarkul-See (wenn man sich den mal anguckt, kann man John nur zustimmen: sieht absolut toll und idyllisch aus!!) mittels interessanter Vehikel (sehr coole Idee, die Teile!!), die Eingangsszene der Aufzeichnung des Einsatzes oder wie generell mit Karina umgegangen wird.
Mit Karina kann ich auch gleich anfangen, quasi der erste Strang, der mich sofort in seinen Bann zog. Allein wie er eingeleitet wurde, nämlich als Aufnahme, die sich John, Suko und "der Alte" ansahen. Die Stille, von der danach die Rede war, konnte man richtig fühlen.
Auch wissen die Beteiligten zu dem Zeitpunkt ja noch nicht, was der Leser kurz darauf weiß und somit hofft man einfach nur noch, dass John und Suko nicht zu spät kommen ...
Karinas Leiden ist gut nachvollziehbar dargestellt, zu gut manchmal, denn schon bald kann man jeden blauen Fleck, jeden Tropfen Blut und jedes blaue Auge bildlich im Kopfkino sehen.
Genauso verhält es sich mit Galina, die auch nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst wird.
Doch sie soll ja lernen, wie ihr Onkel ihr immer wieder ins Gedächtnis ruft.
Ich bin gespannt, ob sie auch noch was anderes lernt, das nicht von ihrem Onkel kommt ...
Außerdem hoffe ich, dass das Zombie-Mädel kein Kollateralschaden wird, wenn es zum Kampf mit Satanos (der sich ja unbedingt John krallen will) und/oder Rasputin selbst kommt!!
Ich mag Galina ... und es fällt mir immer schwerer, in ihr bloß den Zombie zu sehen.
Immerhin scheinen ihr noch "seelische Fragmente" innezuwohnen ...
Die Szene auf dem See erinnerte schon an James Bond Action Szenen, was auch vom Autor selbst mit einem Satz durch John erwähnt wird. Und er hat Recht! Sie sind Geisterjäger und die Agenten-mäßige Verfolgungsszene verlangt da schon anderes Know-how ab, als normalerweise von den Geisterjägern durchgestanden werden muss.
Auch kommen John und Suko nicht gerade unbeschadet davon, als auf dem Stützpunkt die Hölle los ist und Suko hat im Anschluss auch noch den schützenden Verband auf/ums lädierte Ohr.
Allerdings fiel mir auf, dass sich auch hier unter den Offizieren und Agenten/Inspektoren ziemlich schnell geduzt wurde ...
Ist das schlichtweg einfacher zu schreiben oder hat das andere Gründe?
Sollte es (hier eben zwischen Briten und Russen) tatsächlich SO flott zur ungezwungeneren, freundschaftlicheren Anrede kommen? Und dann auch gleich mit allen ... ?
Ich meine, es kommen ja nicht gerade wenige Figuren vor und die meisten von ihnen haben auch noch recht komplizierte russische Namen, vielleicht wär's da blöd, immer überlegen zu müssen, wer wen siezt oder duzt ... ?! Verständlich wäre es auf jeden Fall.
Es fiel mir nur auf, weil ich mich irgendwie damit schwer tue, dass sich eben gerade unter Respektspersonen/Würdenträgern/hochrangigen Offizieren/etc. und dazu noch aus unterschiedlichen Nationen, die man weder kennt, noch im Vorfeld untereinander auch nur ein Wort mit gewechselt hat, so schnell duzt. Es nimmt etwas von der strengen, "autokratischen Autorität" des Landes, seiner Geheimdienste, militärischen Organisationen und Operationen, die da doch immer irgendwie präsent ist ... und wo man (ich) eben dazu neigt zu denken, dass die da eher mal "kurzen Prozess" machen und/oder generell "härter" sind, als z.B. in der westlichen Welt. Mag sein, dass dieses Denken falsch ist, aber es ist noch immer irgendwie so verankert ... weswegen mir da die Duzerei wohl ein wenig surreal und zu freundschaftlich vorkommt ...
Was mich dann aber wieder echt beeindruckt, bzw. gefesselt hat, waren die "Früher-Sequenzen" von Dr. Satanos.
Zeitweise hatte ich sogar Mitleid mit ihm und fand sein Leben-Sterben-Leiden-Experimentieren-Leiden-Leben-etc. irgendwie echt hart. Selbst für nen Bösewicht ...
Und dazu passend gab es dann auch immer wieder Flashbacks, die zu früheren Stories passten. Sehr schön!
In dem Zusammenhang fand ich die Fußnoten generell wohl dosiert, es musste nicht jedes vorangegangene Ereignis erwähnt werden, wo es nicht unbedingt nötig war. Als Suko John z.B. an Mongush erinnert, fiel mir u.a. sofort "Schamanenkult" ein, ohne dass es mit ner Fußnote erwähnt wurde. Die, die's wissen, erinnern sich vielleicht, die, die es nicht wissen, müssen es auch nicht unbedingt wissen, weil es (erstmal?) nicht relevant ist.
Auch die Erwähnung und Antipathie seitens John gegenüber Mückenschwärmen war nicht befussnotet, aber wenn man "Brandmal" gelesen hat, wusste man sofort Bescheid.
Und das waren nur einige Dinge, die Erinnerungen hervorriefen, ohne das es irgendwie störend daherkam. Es passte einfach ...
Am Schluss dann noch der Horror schlechthin und das gleich zweimal! John muss doch allmählich ein emotionales Wrack sein, selbst wenn er neue Leute mit Vorsicht genießt und ihnen nicht zu schnell oder eben vorschnell vertrauen möchte.
Einmal zeigt sich Jegor Sokolow allem Anschein nach von einer nicht so prallen Seite und dann sieht John Karina ...
Erst freut er sich, weil sie noch lebt .... und kriegt dann den Schock seines Lebens ...
Ein sehr spannender und rasanter erster Teil, der mit allerlei Action aufwartet und das Gefühl schürt, dass Rasputin und sein Gefolge sich sehr gut vorbereitet hat ... eine sauber durchgeplante Offensive ... die so wirkt, als dass das alles nicht gut ausgehen kann, aber man durchaus sehr gespannt ist, WIE das denn noch ausgehen WIRD!
Sehr gut! :thumbup:
Das Cover finde ich total gelungen und richtig cool, hat sowas steampunkiges

Und spätestens mit diesem Bild konnte man sich die Angreifer richtig gut vorstellen!