Wolston, kurz vor Coventry, GB
Ortszeit: keine Ahnung ... irgendwann abends, bis nachts ... oder so ... Gruselstimmungszeit halt^^
Justine Cavallo untersucht zusammen mit John Sinclair ein leerstehendes Gebäude, in dem sich Zombies aufhalten sollen, das Zombie-Hospital.
Dem ist auch tatsächlich so und die böse Seite greift an, als J & J sich umsehen.
John wird erwischt, Justine kann entkommen.
Die Vampirin leidet unter Blutdurst und will ihn endlich stillen. Dazu schwingt sie sich auf ihr Motorrad und fährt durch die Gegend. Dabei stößt sie auf Adam Ascott, den sie erst aussaugen will, dann aber erfährt, dass er ebenfalls zu diesem alten Hospital will, da er dort seine vermisste Freundin vermutet.
Der Cavallo kommt das ganz gelegen und sie nimmt ihn kurzerhand mit.
John macht in der Zeit Bekanntschaft mit Dr. Masur, kurz Dr. M, der ihn frei im Haus herumlaufen lässt, aber ihm auch klarmacht, dass er es nicht verlassen kann. Außerdem hat Doc M John Beretta und Kreuz abgenommen.
Der Geisterjäger begibt sich nun tatsächlich auf Erkundungstour, killt einen Zombie, ergattert eine Machete und trifft in einem der verwahrlosten Zimmer auf ein Mädchen namens Lena Preston. Sie wird von Doc M gefangengehalten und für zombiöse Experimente missbraucht. Der Doc will aus ihr mittels eines Serums einen weiblichen Zombie machen!
Als sie Geräusche hören, versteckt John sich im Schrank.
Doc M taucht auf und will Lena die finale Injektion verpassen. Die hält das nicht aus und verrät John.
Der Doc hetzt seine Zombie-Handlanger, die mit MPi's bewaffnet sind, auf den Geisterjäger und verdünnisiert sich selbst mit seiner Gefangenen durch einen Geheimgang.
John liefert sich einen matschigen Kampf mit seinen Gegnern, kann die Zombies umnieteten und trifft anschließend auf die Cavallo samt Ascott im Schlepptau.
Auch wenn Adam vorher so seine liebe Not mit den Zombies hatte und mehrmals von Justine gerettet werden musste, so erweist er sich jetzt als nützlich, da er die Geheimtür entdeckt, durch die Doc M und Lena verschwunden sein müssen.
Während der Doc in seinem geheimen Verließ Lena nun endlich die böse Spritze verpassen und sie zum weiblichen Zombie machen will, sind John und Justine bereits unterwegs.
Adam soll in der Zeit draußen aufpassen, dass keine Zombies entkommen.
Auf dem geheimen Weg ins Verlies killt John noch 'nen Zombie.
Justine rettet Lena und knockt Doc Masur aus. Dann schnappt sie sich den irren Wissenschaftler und verschwindet mit ihm, während John Lena zu ihrem Freund nach draußen schickt.
Dann gesellt auch er sich zu Justine und ihrem neuen Gefangenen, um noch Antworten von ihm/ihr zu bekommen.
Leider funktioniert es nicht ganz so, wie John sich das gedacht hat ...
* * *
Wie auch nicht anders zu erwarten hat mich als JD-Fan die Geschichte bestens unterhalten.
Die Dialoge waren in gewohnter JD-Manier und die mochte ich eben schon immer. Ob vor 30 Jahren oder jetzt, sie haben sich eben nicht geändert. Für mich ok.
Es ist eben kein JD-Roman, wenn nicht einmal statt einem schlichten "Ja, klar" oder "Natürlich, seh ich auch so" das übliche "Das versteht sich." kommt
Auch dass Justine John angerufen hat, finde ich nicht ungewöhnlich, da er früher schon öfter mit ihr (zwangsweise oder gewollt) zusammengearbeitet hat. Wieso also nicht dieses Mal?
Außerdem hat es auch eine gewisse Logik: Justine hat etwas entdeckt, dass für sie auch nicht unbedingt toll ist, nämlich dass da Zombies rumlaufen, deren Blut sie nicht trinken kann. Und wenn die Zombies sich ausbreiten, hat sie weniger menschliches Blut. Check.
Und John können frei umherlaufende Zombies auch nicht recht sein.
Dann will sie Adam anfangs aussaugen, lässt es aber bleiben, weil sie sein Erscheinen generell irritiert und es vorzieht, ihn erstmal zu fragen, was er hier will.
Sie nimmt ihn schließlich mit, quasi als Verstärkung oder als "Konserve" für später. Sie hat ja gesehen, dass John aus dem Haus nicht entkommen konnte und ist sich nicht sicher, ob er überlebt hat. Also kann ein Helfer, der eh das Zombie-Hospital als Ziel hat und dort seine Freundin sucht, nicht schaden.
Justine kommt ja auch noch zu ihrem Mahl und zudem trinkt sie ja auch vorranging ihrer Ernährung/Lebenserhaltung wegen und nicht, um noch mehr Vampire in die Welt zu setzen.
Selbst wenn sie das ehem. Hospital als neuen Unterschlupf andenkt, so steht sie doch auf "Vampir-Geburten-Kontrolle".
Und zudem weiß man nie genau, was die Vampirin noch so im Schilde führt (sonst hätte sie John ja auch beizeiten schon läääääääängst auslutschen können, bzw. gar nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollen).
Die Zombies sind auch gewohnt zombiös ... und ich schätze, auf Grund ihres "Zombie-Grads" bewegen sie sich auch unterschiedlich (sofern sie ebenfalls durch das teuflische Serum zu Zombies wurden. Und dazu waren ja mehrere Injektionen - ergo Stadien - nötig).
Wobei mir diese unterschiedlichen Bewegungen so direkt beim Lesen gar nicht auffielen. Oder es störte mich schlichtweg eben nicht, kann auch sein^^
Zombie-abgehärtet halt, die bewegen sich doch ständig anders (Außer diese zappelnden abgehackten Krankenschwestern-Bewegungen bei
Silent Hill oder
House on Haunted Hill, die sind immer abgehackt und echt fies!

)
Außerdem gefiel mir generell diese "Spukhaus/alte Anstalt/Krankenhaus" Atmosphäre.
Die Cavallo brachte dann mit ihrem kleinen "Adam"-Ausflug noch "Frische" mit rein, bevor das Zombie-Hospital oder die Aktivitäten darin überhaupt einen verstaubten Eindruck erwecken konnten^^ Dafür passiert dann auch zu viel. Ob Johns Kämpfe ... die Reden des selbstsichereren Arztes, der dadurch, dass er John ruhigen Gewissens frei rumlaufen ließ, auch gleichzeitig eine gewisse Macht ausstrahlte ... Justine und Adams Konfrontationen mit den Zombies ... Lenas Flucht und Kampf mit dem Doc ... und die
etwas stärker ins Detail gehenden "Blut-Matsch" - Szenen.
Am Schluss kommt dann das, was relativ "neu" ist:
Justine saugt den Bösen aus und tötet ihn anschließend. Und das alles mit Johns Wissen!
Aber mal ehrlich: wenn man das Verhältnis Justine/John bereits kennt, dürfte dieses Verhalten nicht allzu unglaubwürdig daherkommen. Man könnte es eine Art Coop bezeichnen ... als zweckmäßige Zusammenarbeit ...
John hat damals wie heute mit der Cavallo temporär paktiert und dabei immer das größere Übel gegen das kleinere abgewogen. So wie hier. Da war ein irrer Wissenschaftler, der vom Teufel das Serum bekam, Menschen in Zombies zu verwandeln. Außerdem war akut das Mädchen Lena Preston in Gefahr. Und er wusste im Vorfeld, dass Justine den Doc auf dem Kieker hatte und sie ihn aussaugen wollte.
Ihre Intentionen waren ihm also von vorne herein klar ...
Die Tatsache, dass sie Doc M für sich wollte, stand nun gegen Lena, die Zombies und die Gefahr, dass Dr. M sein Tun weiterführt und irgendwann noch mehr Zombies durch die Gegend stiefeln könnten.
Zudem hätte John gegen Justine kämpfen müssen, um den Doc da rauszuhauen. Sie hätte ihn ganz sicher nicht freiwillig gehen lassen, wenn John gesagt hätte "Er kommt in den Knast!". (und vielleicht hätte sie dann stattdessen Adam und/oder Lena genommen ... )
Wenn John jetzt wegen der Auslutschsache gegen die blonde Bestie gekämpft hätte, DAS wäre dann "fremd" gewesen. Schließlich folgt er ihr auch nicht auf Schritt und Tritt, um sie am generellen Blutsaugen zu hindern, obwohl er ja weiß, dass sie das tut. Er weiß aber auch, wie nützlich sie sein kann ... um mit ihrer Hilfe u.U. mehreren Menschen das Leben zu retten. Solange sie eben auch einen Vorteil dabei hat. So war es früher schon und daher finde ich es jetzt, in gewohnt "alter" Manier, auch nicht verwunderlich.
Eine Sache "kratzt" mich aber doch, weswegen es nicht die Höchstwertung gibt:
Info-Mangel!

- John wollte Masur noch befragen, was auch für den Leser mehr Input gewesen wäre

(Justine hätte ihn auch 5 Min. später noch aussaugen können),
- Woher kannten sich Justine und Masur? (Da ich von Natur aus neugierig bin, hätte ich das doch gerne noch genauer gewusst!

)
Aber das sind nur zwei kleinere Sachen und nichtsdestotrotz war es mal wieder super, überhaupt einen JD zu lesen UND dazu eine Geschichte, die mich
sehr gut unterhalten hat!
P.S.:
Für den Fall, dass auch mir sauer aufgestoßen wäre, wenn John Justine beim Doc einfach ihren Blutdurst stillen lässt ... dann hätte ich mir noch ne andere Theorie zusammengesponnen und wäre gewillt gewesen, es auf eine mögliche charakterliche Veränderung Johns zu schieben.
Warum?
Ganz einfach!
Es passierte zu viel in letzter Zeit, das vorher halt eher undenkbar war:
(Bezug auf vorangegangene Ereignisse! Vorsicht, wer noch nicht soweit ist!)
[spoiler]
Der Geisterjäger hat in sehr kurzer Zeit ziemlich viel, fast schon ZU viel, einstecken müssen, ob nun der Verlust von Freunden, Bekannten und Waffen, die Vernichtung des Klosters St. Patrick, die Verstümmelung Ignatius' oder auch die Tatsache, dass er vor nicht allzu langer Zeit generell beinahe alles hingeschmissen hätte, usw. [/spoiler] ... da hätte ich es auch nicht sonderlich unlogisch gefunden, wenn er in dem Zuge ein bisschen "verhärtet" ist, was den Umgang mit
Verbrechern anbelangt ... er wurde dazu
gemacht!
Um's mal
weichgespült auszudrücken:
sein Geisterjägerherz hätte dann doch mal 'nen Knacks gekriegt!
Gerade auch in Bezug auf's Abwägen: ab und zu mit einer vampirischen Feind-Freundin zusammenarbeiten zu können, um bessere Resultate zu erzielen .... oder deren Vernichtung/Rache in Kauf zu nehmen und "nur" einen Verbrecher dadurch am Leben zu lassen.
(.... der durch den teuflischen Pakt möglicherweise auch noch irgendwann freigekommen wäre, um dann seiner irren Beschäftigung weiter nachgehen zu können ... ?!)