Was habt ihr denn als letztes gelesen?
Moderator: Michael
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Nelly Hamilton: Drei Schritte vor dem Abgrund (Gaslicht-Taschenbuch Bd. 75)
Der Roman der deutschen Autorin Elisabeth Bulla ist stilistisch sehr angenehm zu lesen, und obwohl es keine übernatürlichen Elemente gibt, ist er recht spannend. Der Titel ist ziemlich beliebig und wohl nur symbolisch gemeint. Gestört hat allerdings etwas, dass die Autorin sich nicht entscheiden konnte, in welcher Zeitepoche sie den Roman konkret ansiedeln sollte. Da gibt es ein Schloss, in dem die Damen sich in Ballkleider hüllen, Fahrten in Pferdekutschen unternommen werden und der Adel gerne unter sich bleibt; dies alles und die örtlichen Gegebenheiten implizieren eher ein vergangenes Jahrhundert. Dagegen sprechen das Vorhandensein von Lastwagen, Frisuren, die geföhnt werden oder ein Plattenspieler, der aber immerhin Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" spielt. Dies alles ist nicht immer ganz stimmig.
Der Roman der deutschen Autorin Elisabeth Bulla ist stilistisch sehr angenehm zu lesen, und obwohl es keine übernatürlichen Elemente gibt, ist er recht spannend. Der Titel ist ziemlich beliebig und wohl nur symbolisch gemeint. Gestört hat allerdings etwas, dass die Autorin sich nicht entscheiden konnte, in welcher Zeitepoche sie den Roman konkret ansiedeln sollte. Da gibt es ein Schloss, in dem die Damen sich in Ballkleider hüllen, Fahrten in Pferdekutschen unternommen werden und der Adel gerne unter sich bleibt; dies alles und die örtlichen Gegebenheiten implizieren eher ein vergangenes Jahrhundert. Dagegen sprechen das Vorhandensein von Lastwagen, Frisuren, die geföhnt werden oder ein Plattenspieler, der aber immerhin Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" spielt. Dies alles ist nicht immer ganz stimmig.
Louise Osbourne: Der Kreidekreis (Gaslicht-Taschenbuch Bd. 82)
Eine zwar lesbare, im Prinzip aber auch vorhersehbare Geschichte ohne große Überraschungen. Zudem sind die Rollen ziemlich sterotyp besetzt: die Heldin, die wegen einer gescheiterten Beziehung die Flucht als Kindermädchen in ein Herrenhaus antritt, der Hausherr, bei dessen Anblick das Herz der Heldin zu schmelzen beginnt und die grandiose Köchin, die zudem gütig und hilfsbereit ist und der Heldin treu zur Seite steht. Das "schwierige" Kind, an dem sich sämtliche Gouvernanten zuvor die Zähne ausgebissen haben, bis eben wiederum unsere Heldin erscheint. Der missratene Verwandte fehlt ebenso wenig wie die bildhübsche, aber berechnende Widersacherin unserer bereits wiederholt zitierten Heldin. Zugute kann man dem Roman noch halten, dass es hier und da sogar ein bisschen übernatürlich und spukhaft zugeht; das alles aber in sehr sparsamen Dosen.
Endlich nach 161 Seiten kommt, was kommen musste:
"Und dann schloß sie die Augen, um den Kuss zu erwidern, nach dem sie sich so verzweifelt gesehnt hatte."
Tränen, Taschentuch - und Abblende!
Eine zwar lesbare, im Prinzip aber auch vorhersehbare Geschichte ohne große Überraschungen. Zudem sind die Rollen ziemlich sterotyp besetzt: die Heldin, die wegen einer gescheiterten Beziehung die Flucht als Kindermädchen in ein Herrenhaus antritt, der Hausherr, bei dessen Anblick das Herz der Heldin zu schmelzen beginnt und die grandiose Köchin, die zudem gütig und hilfsbereit ist und der Heldin treu zur Seite steht. Das "schwierige" Kind, an dem sich sämtliche Gouvernanten zuvor die Zähne ausgebissen haben, bis eben wiederum unsere Heldin erscheint. Der missratene Verwandte fehlt ebenso wenig wie die bildhübsche, aber berechnende Widersacherin unserer bereits wiederholt zitierten Heldin. Zugute kann man dem Roman noch halten, dass es hier und da sogar ein bisschen übernatürlich und spukhaft zugeht; das alles aber in sehr sparsamen Dosen.
Endlich nach 161 Seiten kommt, was kommen musste:
"Und dann schloß sie die Augen, um den Kuss zu erwidern, nach dem sie sich so verzweifelt gesehnt hatte."
Tränen, Taschentuch - und Abblende!
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Estrangain Offline
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Fay Stanhope: Im Bann der Dämonen (Gaslicht-Roman Bd. 400)
Ein im positiven Sinn gemeint "typischer" Roman von Hans E. Ködelpeter, der in einem alten, verrufenen Haus beginnt und sich im Laufe der Handlung zu einem stimmungsvollen Gruselroman entwickelt. Und wenngleich die Dämonen aus dem Titel nicht direkt in Erscheinung treten, scheinen sie doch zu existieren. Der Tod von Garrit Evans erfolgt als Strafe für sein Streben nach dem Schatz der Dämonen, und sein Sterben erfolgt so schnell, dass es dafür keine natürlich Erklärung gibt. Wenngleich die Geschichte stellenweise etwas konstruiert wirkt, wird sie doch konsequent zuende geführt. Und nachdem Jill versichert, nicht nach dem Besitz der Dämonen zu streben, wird sie von ihnen beschenkt - was beweist, dass es auch "anders" geht.
Ein im positiven Sinn gemeint "typischer" Roman von Hans E. Ködelpeter, der in einem alten, verrufenen Haus beginnt und sich im Laufe der Handlung zu einem stimmungsvollen Gruselroman entwickelt. Und wenngleich die Dämonen aus dem Titel nicht direkt in Erscheinung treten, scheinen sie doch zu existieren. Der Tod von Garrit Evans erfolgt als Strafe für sein Streben nach dem Schatz der Dämonen, und sein Sterben erfolgt so schnell, dass es dafür keine natürlich Erklärung gibt. Wenngleich die Geschichte stellenweise etwas konstruiert wirkt, wird sie doch konsequent zuende geführt. Und nachdem Jill versichert, nicht nach dem Besitz der Dämonen zu streben, wird sie von ihnen beschenkt - was beweist, dass es auch "anders" geht.