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Re: Band 2463: Die Villa der toten Augen

Verfasst: So Aug 16, 2026 1:05 pm
von Das Gleichgewicht
Olivia und Ernest, zwei ehemalige Nachbarn von John und Suko, laden die Geisterjäger zu ihrer Housewarming Party in die Villa Blackgrave ein. Dort gibt eine unheilvolle Geistererscheinung. Ernest gibt nichts auf den Spuk, Olivia ist allerdings ziemlich geschockt. Denn die Geisterfrau hat sie berührt und das bedeutet, dass sie jetzt sterben muss. Als die Erscheinung noch einmal auftaucht konfrontiert John sie mit dem Kreuz. Dumme Idee. Die Geisterfrau schickt kleine Käfer aus, die andere Gäste beißen und das zählt dann offenbar auch als Berührung. Verlassen können die Menschen das Haus auch nicht, weil es plötzlich von einem schwarzen Abgrund umgeben ist. Das totale Chaos. Aber die Hefthelden regeln das schon.

John lässt sich mit einem Seil den Abgrund hinab. Wenig überraschend ist der schier endlos. Dann löst sich das Seil und John fällt in die Tiefe. Kurz vor dem Aufprall wird der Sturz irgendwie gebremst und John landet sicher. Dafür wird er hier unten von Zombies attackiert und das Kreuz reagiert nicht auf die Kreuzformel. Liegt das an Liliths Einfluss oder will der Autor es einfach spannender machen? Eine Erklärung gibt es leider nicht. John tritt den Rückzug an und stolpert in einen Nebel, der ihn in einer anderen Dimension oder so wieder ausspuckt. Dort gibt es auch die Villa, aber die gute Schwester der bösen Geisterhexe wohnt hier und will John helfen. Offenbar war alles eine Falle für ihn. Aha, den Fluch gibt es also gar nicht oder wie? Verstehe ich nicht.

Es folgt ein Rückblick auf die Geisterfrau Florence, die Olivia zu ihrem Kinderwunsch verhalf. Als Bezahlung will die Hexe (war sie damals noch kein Geist?) nur, dass Olivia den Geisterjäger in ihre Fänge lockt. Dafür schenkt sie Olivia sogar ihr Haus. Na, das wäre doch garantiert auch irgendwie einfacher gegangen, John in eine Falle zu locken. So kam es jedenfalls zur Housewarming Party.

Suko beruhigt indes die Partygäste. Als er erfährt, dass John in den Abgrund gefallen ist, hat er so ein doofes Heftromanbauchgefühl. Hat Olivia damit zu tun? Wie kommt er denn plötzlich darauf? Naja, jedenfalls gibt die Frau dann fix zu, mit der Hexe zusammenzuarbeiten und erzählt ihm die ganze Geschichte.

John erfährt indes von der guten Hexe Abigail alles. Sie hat ihm bei seinem Sturz geholfen und das Leben gerettet, sonst wäre der Plan von Florence aufgegangen und der Geisterjäger jetzt tot. Als Gegenleistung soll er ihr helfen, den Fluch zu brechen. Jetzt gibt es also doch wieder einen Fluch? Florence hat Kinder in ihre dunkle Welt entführt und John soll sie daraus retten. Mh, das würde ich jetzt aber nicht unbedingt als Fluch bezeichnen.

Ich muss ehrlich sagen, im letzten Heftdrittel ist bei mir die Luft raus und ich lese diesen verworrenen Roman nur noch widerwillig weiter. Aber vielleicht lohnt es sich ja und das Finale ist echt gut.

Abigail bringt John in die böse Welt ihrer Schwester. Hier ernten Wolfsdämonen mit übergroßen Sensen Menschenköpfe. Sie werden etwas ungemütlich, aber hier funktioniert die Kreuzformen wieder und John vernichtet sie. In einem nahen Dorf findet John die Kinder, wo sie in eine Schule an Pulten sitzen und auf Erlösung warten. Die können sie haben, John muss sie nur von hier fortbringen. Aber so einfach geht das nicht. Erst soll er eine Kaia ausschalten, die die Bewacherin hier ist. Doch plötzlich verwandeln die Kinder sich in Dämonen und John muss sie auf andere Weise erlösen. Von denen ist dann nur noch Asche übrig, tja. Das Tentakelmonster Kaia muss er natürlich trotzdem noch vernichten, auch hier hilft die Kreuzformel. Das liest sich echt alles so zusammenhangslos, als würde Logan Dee nur nacheinander krasse Szenen runtertippen, die ihm gerade einfallen. Eines der Häuser im Dorf ist dann ein Dimensionsübergang, durch den John wieder auf die Erde in das echte Haus tritt. Suko wundert sich ziemlich, freut sich aber, dass sein Freund noch lebt. Abigail erscheint auch nochmal kurz und bedankt sich für die Erlösung der Kinder. Bleibt noch Florence. Die wird von ihrem Dämonenmeister vernichtet, der hinter allem steckt und in der Höllenhierarchie aufsteigen will. Mittlerweise liest sich das mehr nach PZ als nach JS. John spürt irgendwie, dass das Böse plötzlich aus dem Haus vertrieben wurde und damit ist der Fall für ihn beendet.




Der Roman hat nicht stark begonnen und dann sehr schnell nachgelassen. So könnte man es sagen. Von Anfang an konnte mich die Geschichte nicht richtig überzeugen. Wenigstens hatte sie da noch ein Konzept. Ein Spukhaus mit einem bösen Geist, der mehrere Menschen berührt und ihren Tod einfordert. Einfach, aber nachvollziehbar. Was dann daraus gemacht wird, ist gerade im letzten Heftdrittel ziemlich verworren. Entführte Kinder, zwei gegensätzliche Hexenschwestern, eine Tentakeldämonin (diesmal nicht Lilith) und ein mysteriöser Hintermann, der in der Hölle aufsteigen will.

Ich erwarte von Logan Dee nicht viel, aber der Roman hat mich dann doch enttäuscht. Fans von seiner Schreibe werden mit dem Roman sicher den gewohnten Pulp geboten bekommen, aber ich muss ein SCHLECHT :D :D :D :| :| :| :| :| :| :| (3 von 10 Kreuzen) vergeben. Hat mich etwas an den modernen Jason Dark erinnert, wenn der Altmeister einfach drauflos geschrieben hat und es kein klares Story-Konzept gab.


Theron hat geschrieben: Sa Sep 20, 2025 9:56 am Es ging im wesentlichen darum, daß er des öfteren in John Sinclair Romanen seine politischen Ansichten und Meinungen unterbringt und das manchmal auch an unpassender Stelle. Ich bin auch der Meinung, daß man dies in John Sinclair Romanen unterlassen sollte.
Dem schließe ich mich absolut an und erwähne es in meinen Rezis auch oft. Der Verlag sieht das wohl anders und in der Pflicht, zu realpolitischen und gesellschaftlichen Themen eine Meinung zu vertreten. Da wird aus Trotz gerade dieser Leserbrief mit Gendersternchen-Begriffen beantwortet. „Wir bringen moderne Romane für eine moderne Leser*innenschaft.“ Herrje!
GhoulausdemGully hat geschrieben: Sa Sep 20, 2025 3:51 pm Queere Vampire würden übrigens ordentlich junge Leserininen anlocken.
Ich hätte absolut nichts gegen Vampire, die homosexuell oder trans oder meinetwegen auch genderfluid sind. Solange das nicht im Vordergrund steht, sondern einfach ein Teil ihrer Charakterisierung ist. Wie die Haarfarbe oder Körpergröße oder wenn sie Linkshänder sind. Man soll einfach kein großes Ding draus machen.
GhoulausdemGully hat geschrieben: Sa Sep 20, 2025 3:51 pm Und Helmut Rellergerd hat sich immer auch politisch geäußert in den Romanen
Ja, aber irgendwie neutraler. Ohne Zeigefinger. Die Meinung von IRH zu politischen und gesellschaftlichen Themen deckt sich fast immer mit meiner, aber ich will trotzdem nicht das Gefühl haben, dass ich im Unterhaltungsroman belehrt werden soll.


Ups. Jetzt sehe ich, ich habe mich hier ja schonmal zu dem Thema geäußert. Tja….